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Mittwoch, 23. Mai 2012
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Gitarrenriffs statt Krabben pulen

Von Nordfriesland in die Charts: Stanfour live in Güstrow und Kiel.

Wo der Himmel weit und die Luft klar ist, sind die besten Voraussetzungen für kreative Köpfe und gute Musik, sollte man meinen. Doch in der Rock- und Popmusik sind Künstler aus dem hohen Norden immer noch rar – ganz zu Unrecht. Glücklicherweise gibt es Ausnahmen. Die Gruppe Stanfour ist eine solche Ausnahme mit Wurzeln auf der Nordseeinsel Föhr.


Die Brüder Alex und Konstantin Rethwisch haben seit ihrer frühen Kindheit zusammen Musik gemacht. Kein Wunder, stammen sie doch aus einer besonders musikalischen Familie mit einer Musiklehrerin als Mutter, die immer viele Projekte angestoßen und bei ihren Söhnen die Liebe zur Musik geweckt hat. Ihren ersten gemeinsamen Auftritt hatten die beiden bereits im frühen Schulalter im Schulchor.

Lust auf Musik
Nach dem Zivildienst ging erst Alex, der ältere der beiden, nach Los Angeles, um dort in einem Filmmusikstudio zu arbeiten. Nach einem Dreivierteljahr wirkte er schon an der Musik für Fernsehserien wie »Baywatch« mit und steuerte auch zu TV Movies erste Songs bei. Sein Bruder Konstantin folgte ihm kurze Zeit später. Vier Jahre später lernten beide dann auf Föhr die Musiker Eike Lüchow und Christian Lidsba kennen, die damals bei einem Hamburger Radiosender arbeiteten und bereits für andere Bands produziert hatten.

Die Erfahrungen im fernen Amerika waren von Beginn an prägend für den Sound der Band, die auf den Namen »Stanfour« getauft wurde. Sie haben sich nie richtig am deutschen Markt orientiert, sondern haben bewusst ihren eigenen Weg verfolgt.

Ziel war von vornherein, solche Songs zu schreiben, die absolut radiotauglich sind. Während viele Rockbands sich in den Clubs überall im Land hocharbeiten, sahen sich Stanfour eher als Studiobandprojekt. Schon vor Jahren haben sie gemeinsam mit Ryan Tedder von One Republic Songs geschrieben.


Im September 2007 veröffentlichten die Jungs ihre Debütsingle »Do It All« und erreichten damit auch gleich die Charts. Ihre zweite Single »For All Lovers« wurde zu einem der meistgespielten Songs der Radiostationen überall in Deutschland und hielt sich 18 Wochen in den Sing­lecharts. Im Februar 2008 folgte dann das Debütalbum »Wild Life« mit weiteren Hitsingles.

Seitdem war die Band viel im Lande unterwegs und gab reihenweise Konzerte, da­-
runter auch solche mit Größen wie John Fogerty, den Backstreet Boys und Bryan Adams. Im vergangenen Herbst waren sie sogar ausdrücklich gewünschter Support für A-ha, wo sie in vollbesetzten Arenen mit Standing Ovations begrüßt wurden.

Der zweite Streich
Im Dezember 2009 erschien das zweite Album »Rise & Fall«, bei dem die Gruppe zwar nicht alles anders macht, welches aber eine deutliche Entwicklung zeigt. Ein wichtiger Schritt hierfür war die Vergrößerung der Band um vier neue Mitglieder. Gerade für die Perfektionisten war es wichtig, live auf der Bühne einen genauso überzeugenden Sound bieten zu können wie im heimischen Studio.

»Wir wollen, dass die Leute einen tollen Konzertabend haben mit einem guten Sound. Und das ist jetzt unsere große Herausforderung: Hinauszugehen, live zu spielen und die Menschen zu erreichen«, erklärt Konstantin Rethwisch.

Das neue Album ist poppiger und tanzbarer geworden als der Vorgänger, der geprägt war von schweren und melancholischen Balladen. Leicht ist das neue Album – wie der Sommer, in dem es entstand, und voller Überraschungen.  jp

Riesenstimmung und tolle Acts: Auch in diesem Jahr wieder beim sky Family-Day.