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Mittwoch, 23. Mai 2012
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Gestatten, Señor und Señora Zorro

Eine Legende kehrt zurück ins Kino

Wir erinnern uns: Vor sieben Jahren erlebten wir in Die Maske des Zorro die Lehrjahre des jungen Zorro. Schon als Junge ist Alejandro Murrieta begeistert von seinem Helden Zorro, gespielt von Anthony Hopkins. Dieser kämpft unermüdlich im Kalifornien des 19. Jahrhunderts für die Armen und Unterdrückten, wird jedoch eines Tages von seinem Widersacher Don Rafael gefangen genommen und ins Gefängnis gesteckt.
Erst zwanzig Jahre später, sichtlich gealtert, aber immer noch mutig und scharmant, kann er fliehen. Als er den mittlerweile zu einem stattlichen Antonio Banderas herangewachsenen Alejandro wiedertrifft, bringt er dem jungen Heißsporn Manieren und Fechtkunst bei und bildet ihn so zu seinem würdigen Nachfolger aus. Bei dieser Gelegenheit findet Zorro senior seine von Don Rafael entführte Tochter Elena (Catherine Zeta-Jones) wieder, die sich folgerichtig in Zorro junior verliebt. Ach ja, nebenbei befreien die beiden Zorros noch Kalifornien von seinen Peinigern.

Held oder Herd?

Ab dem 27. Oktober erwartet uns und erwarten wir nun Die Legende des Zorro. Auch in der Fortsetzung schafft der Regisseur Martin Campbell wieder ein leidenschaftliches und actiongeladenes Abenteuer, das ganz auf das Traumpaar Catherine Zeta-Jones und Antonio Banderas zugeschnitten ist. Kalifornien ist in der Zwischenzeit mit Zorros Hilfe der 31. Staat der Union geworden, so dass der verwegene Held sich nun eigentlich entspannt zur Ruhe setzen und um seine Familie kümmern kann. Das versucht er auch, genau wie er es bei der Hochzeit seiner Frau Elena versprochen hat. Er legt seine zweite Identität als Held und Retter ab und führt ein normales, zurückgezogenes Leben als Edelmann Don Alejandro de la Vega. Doch wir ahnen es schon – das kann auf die Dauer nicht gut gehen.
Die erzwungene Ruhe als Ehemann und Familienvater langweilt den einst bejubelten Helden schon nach kurzer Zeit, und sehnsüchtig sucht er nach neuen Herausforderungen. Da kommt es ihm gerade recht, dass erneut der Frieden Kaliforniens bedroht ist und er – sehr zum Missfallen der schönen Elena – abermals seine Berufung spürt, für die gerechte Sache und gegen den neuen Widersacher Armand (gespielt von Rufus Sewell) zu kämpfen. Und überrascht stellt er dann fest, dass nach kurzer Zeit auch Elena Gefallen am gefährlichen Leben wahrer Helden findet, so dass die beiden nun Seite an Seite kämpfen.

Action, Witz und Leidenschaft

Okay, seien wir ehrlich, die Geschichte kommt uns ein wenig bekannt vor. Aber wollen wir uns einen Film wie die Die Legende des Zorro tatsächlich wegen der Handlung anschauen? Für tiefgründige Gespräche, Charakterstudien, geschichtliche Lehrstunden und derlei mehr gibt es zahlreiche andere Filme. Wer jedoch einen Film für gute Unterhaltung mit einem blendend aufgelegten Traumpaar sucht, in dem es vor Leidenschaft knistert, in dem die Schurken vor den Helden zittern, in dem es von Zeit zu Zeit auch gewaltig rummst, der wird hier alle Zutaten für einen gelungenen Kinoabend mit reichlich Popcorn finden.
Neben den beeindruckenden Fechtszenen lebt der Film vor allem durch die beiden umwerfenden Hauptdarsteller, die mal gegeneinander im Kampf der Geschlechter, mal miteinander im Kampf für die Gerechtigkeit streiten, immer mit einem leichten Augenzwinkern.
Der 1960 im spanischen Málaga geborene Antonio Banderas überzeugte in vielen Filmen von Philadelphia über Interview mit einem Vampir und Desperado bis zu Der 13. Krieger. Dabei übernahm er oft und gern (aber nicht nur!) die Rolle des feurigen Liebhabers. Auch die 1969 in Wales geborene Catherine Zeta-Jones hat einiges an Filmerfahrung zu bieten (z. B. Traffic, Terminal und Ocean’s Twelve) – und daneben sogar den Oscar für ihre Rolle im Musical Chicago.

Der Fuchs unter den Helden

Die Figur des Zorro (span. „Fuchs“) wurde von Johnston McCulley im 1919 erschienenen Groschenroman „The Curse of Capis­trano“ (Der Fluch von Capistrano) erfunden. Zorro ist der erste amerikanische Superheld und diente als Vorlage für zahllose andere Comic-Helden wie Batman oder Superman. Kennzeichnend ist vor allem das Doppelleben als maskierter Rächer des Volkes mit Umhang und Augenbinde auf der einen Seite und dem unscheinbaren Alltagsleben auf der anderen Seite. Seit den 1920er-Jahren wurde der Stoff mehrfach verfilmt, u. a. mit den beiden bekanntesten Darstellern Douglas Fairbanks und Tyrone Power.

jp

Fotos: Sony Pictures