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Mittwoch, 23. Mai 2012
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Gefahr im (Spinnen-) Anzug

Kinotipp: „Spiderman 3“

Im dritten Teil von „Spider-Man“ kämpft Peter Parker nicht nur gegen eine ganze Reihe von hochkarätigen Schurken, sondern auch gegen sich selbst.

Ab dem 1. Mai wird es schwer für Peter Parker. Zwar läuft zu Beginn seines dritten Kinoabenteuers eigentlich alles bestens, sowohl bei Spider-Man als auch in Peters Privatleben. Endlich ist es ihm gelungen, Privat- und Heldenleben einigermaßen in Einklang zu bringen, und sogar an eine Heirat mit seiner großen Liebe Mary- Jane denkt er. Doch die Zuschauer ahnen längst, dass das Glück bedroht ist.

Und tatsächlich wartet gleich eine ganze Reihe von Gegnern auf ihn. Sein alter Schulfreund Harry sinnt immer noch auf Rache für den Tod seines Vaters im ersten Teil der Reihe. Harry tritt nun als neuer Kobold das Erbe des Vaters an. Doch auch Spider-Man selbst hegt Rachegelüste. Denn er erfährt, wer tatsächlich für den Tod seines geliebten Onkels Ben verantwortlich ist. Nicht ein einfacher Bankräuber ist schuld, wie er bisher gedacht hatte. Vielmehr war es der Sandmann, der nun in Erscheinung tritt. Dieser ist in der Lage, sich in Sandberge zu verwandeln, wenn er angegriffen wird. Außerdem verfügt er über gewaltige Kräfte und schlägt alles kurz und klein.
Spider-Mans eigene Kräfte steigen ebenfalls stark an, seit eine geheimnisvolle schwarze Flüssigkeit seinen Anzug verfärbt hat und seine Macht vervielfältigt. Doch der neue Anzug hat noch weitere Folgen: Auch Peters Seele wird von ihm in Besitz genommen, und so entwickelt er sich immer stärker zum selbstbezogenen und isolierten Helden, von dem sich seine Freunde mit Schrecken abwenden. Am Ende kann Peter sich befreien, doch das schwarze Gift wandert weiter und befällt nun den Fotoreporter Eddie Brock, der sich zu einem neuen bedrohlichen Gegner wandelt.

Action mit Tiefgang
An Gegnern mangelt es also nicht in diesem dritten Abenteuer von Spider-Man unter der Regie von Sam Raimi. Doch nicht allein die gewaltigen Actionszenen sind für den großen Erfolg der Reihe verantwortlich, von der die ersten beiden Teile jeweils zu den erfolgreichsten Filmen aller Zeiten gehören. Die technische Umsetzung war bisher stets ausgesprochen überzeugend und legte die Messlatte für andere Filme extrem hoch.

Entscheidend für den großen Erfolg ist aber auch der emotionale Tiefgang der Geschichten, der viele Möglichkeiten zur Identifikation bietet. Peter Parker entwickelt sich vom schüchternen und verspotteten Schuljungen zu einer reifen Persönlichkeit und kämpft dabei eben nicht nur gegen starke Gegner, sondern auch mit der eigenen Persönlichkeit und den Tücken des Alltags. Parker erfährt im Laufe der Reihe sehr viel über das Leben und darüber, was es heißt, Verantwortung zu übernehmen und zu lieben.

Helden und Bösewichte
Die Charaktere der Reihe sind so gezeichnet, dass niemand einfach nur von Grund auf böse ist, sondern die Zuschauer stets eine ganze Menge über den Hintergrund und die Leiden der Figuren lernen und so manches Mal sogar Mitgefühl entwickeln. Und auch Spider-Man selbst erkennt im Laufe der Handlung, dass er nicht nur sympathisch ist, sondern genau wie die anderen dunkle und böse Seiten in sich trägt und sich ihnen stellen muss.

Der erste Spider-Man-Comic erschien übrigens bereits 1963 in der Reihe „Amazing Fantasy“. Der Held war so beliebt, dass rasch eine eigene Reihe entwickelt wurde, die bis heute wohl die populärste Comicreihe überhaupt ist.
jp

Fotos: Sony Pictures