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Mittwoch, 23. Mai 2012
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Füreinander sterben

Tournee: Anna Netrebko und Rolando Villazón

Wenn in der Oper Duette von Sopran und Tenor gesungen werden, geht es meist um die ganz großen Gefühle. Die besondere Emotionalität zeigt sich kämpferisch oder tränenreich, drückt überschäumende Freude aus oder manchmal sogar unverhohlene Sexualität. Startenor Rolando Villazón meint: „Wenn die Oper zwei junge Liebende zeigt, die bereit sind, füreinander zu sterben, dann muss das Publikum ihre Leidenschaft spüren.“
Zu den derzeit beliebtesten und erfolgreichsten Opernsängern gehören die russische Sopranistin Anna Netrebko und der mexikanische Tenor Rolando Villazón. Seit sie gemeinsam bei den Salzburger Festspielen 2005 in Verdis Oper „La Traviata“ sangen, gelten sie als das neue „Traumpaar der Oper“, das nicht nur über große und bewegende Stimmen verfügt, sondern auch optisch überzeugt.

Die Sprachen der Liebe
Die besondere Kunst eines Sängers zeigt sich, wenn es ihm bzw. ihr gelingt, die Rolle ganz ohne Kostüme oder Dekor so glaubhaft zu verkörpern, dass der emotionale Aufruhr der Musik lebendig wird. Anna Netrebko und Rolando Villazón stellen eine Auswahl glutvoller Duette aus Opern von Puccini, Verdi, Bizet, Tschaikowsky und anderen vor.

Eine besondere Herausforderung für die beiden Künstler ist es, in der Muttersprache des jeweils anderen zu singen. Als russisches Werk wählten beide die letzte und fast unbekannt gebliebene Oper „Jolanthe“ von Tschaikowsky aus, die von der Liebe zwischen dem burgundischen Ritter Vaudémont und der provenzalischen Königstochter Jolanthe erzählt, welche blind ist und am Ende wieder sehen kann.

Das Gegenstück ist ein Duett aus „Luisa Fernanda“ des spanischen Komponisten Federico Moreno Torroba, wo sich die Heldin Luisa ebenfalls zwischen zwei Männern entscheiden muss, einem örtlichen Grundbesitzer und ihrem Verlobten Javier, der gerade verwundet aus dem Krieg heimkehrt.

Wege zum Ruhm
Anna Netrebko wurde 1971 in Krasnodar in Südrussland geboren und sang schon als Kind leidenschaftlich gerne. Ihre Gesangsausbildung absolvierte sie in St. Petersburg unter anderem bei Tamara Novichenko. Während ihres Studiums schrubbte sie die Dielen im Mariinsky-Theater und kam auf diese Weise mit der großen Welt der Opern in Kontakt. Sie gewann 1993 den Glinka-Gesangswettbewerb in Moskau, wirkte bei einer Vorstellung im Bolschoi-Theater mit und wurde dann von Valery Gergiev für sein Mariinsky-Theater engagiert.

Er ermöglichte der Sopranistin 1994 ihr Debüt als Susanna in „Le nozze di Figaro“, worauf kurze Zeit später die USA-Premiere als Ludmilla aus Glinkas „Ruslan und Ludmilla“ an der San Francisco Opera folgte. Von da an ging es steil bergauf: Covent Garden, die Met, die Scala oder die Wiener Staatsoper waren nur einige der Stationen ihrer beispiellosen Karriere.
Rolando Villazón wurde 1972 in Mexico City geboren und begann an der dortigen Espacios-Akademie bereits im Alter von elf Jahren sein Musikstudium, verbunden mit Schauspiel- und Ballettunterricht. Sein erster Gesangslehrer wurde 1990 der Bariton Arturo Nieto, der auch sein Interesse für den Operngesang weckte. Ab 1998 trat Villazón verschiedenen Programmen für junge Künstler bei und hatte erste erfolgreiche Auftritte.

Seine internationale Karriere begann Rolando Villazón 1999 mit seinem gefeierten Europa-Debüt in Genua als Des Grieux in Massenets „Manon“. Daran schlossen sich Auftritte an einigen der großen Opernhäuser der Welt an: Paris, Berlin, Hamburg, Rom, New York, Los Angeles. An der Seite von Anna Netrebko feierte Rolando Villazón bereits verschiedene große Triumphe, unter anderem bei gefeierten Auftritten in Los Angeles („Roméo et Juliette“), Wien („L’elisir d’amore“) und Salzburg
(„La Traviata“).

Opernduette live
    14. 7.     Hamburg, Derby-Park
    18. 7.     Mannheim, Rosengarten Mozartsaal
    18. 8.     Köln, Kölnarena
    22. 8.     Halle/Westfalen, Gerry-Weber-Stadion
    31. 8.     Stuttgart, Schlossplatz

Die Duette von Anna Netrebko und Rolando Villazón gemeinsam mit der Staatskapelle Dresden unter der Leitung von Nicola Luisotti sind auch als CD bei der Deutschen Grammophon erschienen.
Info unter: www.deag.de

jp

Fotos: KASSKARA, Deutsche Grammophon