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Freund oder Feind?
Neu im Kino ab 16. Februar: Steven Spielbergs »Gefährten«
Geschichten über den Krieg gibt es viele. Sehr viele. Der 1982 veröffentlichte Roman »War Horse« (auf Deutsch ursprünglich »Schicksalsgefährten«) von Michael Morpurgo schildert die Zeit des Ersten Weltkrieges, nimmt dabei aber eine ungewöhnliche Perspektive ein. Denn die Geschichte wird aus der des Pferdes Joey erzählt, das in die Wirren der Auseinandersetzung gezogen wird und eine ganz eigene Sicht auf Freund und Feind hat.
Das Abenteuer erreichte Kinder und Erwachsene auf der ganzen Welt und entwickelte sich rasch zum internationalen Klassiker. Wenig später wurde aus dem Roman eine Theaterversion entwickelt, die ebenfalls zum großen internationalen Erfolg wurde. Der große Kinomeister und Oscar-Preisträger Steven Spielberg kam auf diese Weise mit dem Stoff in Berührung, war begeistert von der anrührenden Geschichte und beschloss, einen emotionalen Familienfilm zu produzieren, der nun in die deutschen Kinos kommt.
Getrennte Freunde.
Inhalt des Films ist die außergewöhnliche Freundschaft zwischen Mensch und Pferd, dem Farmersjungen Albert und seinem geliebten Pferd Joey. Albert wächst in ärmlichen Verhältnissen im England zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf. Auch wenn sich seine Familie es eigentlich überhaupt nicht leisten kann, erwerben Alberts Eltern den Wallach Joey. Das widerspenstige Tier scheint ein Fehlkauf zu sein, doch der Junge findet Zugang zum Tier und zähmt und trainiert es. Im Laufe der Zeit werden die
beiden unzertrennlich.
Doch dann bricht 1914 der Erste Weltkrieg aus und fordert große Opfer vom Land und den Menschen. Auch Alberts Familie bekommt die Folgen und die weiter zunehmende Armut zu spüren. Und so verkauft Alberts Vater dann schweren Herzens das Pferd an die britische Armee, wo es als Kavalleriepferd eingesetzt werden soll. Von nun an führt Joeys Weg an der Front entlang durch die grausamen Wirren des Krieges. Doch Albert kann seinen treuen Gefährten nicht vergessen und meldet sich freiwillig zum Kriegsdienst. Auf Frankreichs Schlachtfeldern, wo britische und deutsche Soldaten aufeinandertreffen, hat Albert nur ein Ziel vor Augen: Joey wiederzufinden und mit ihm nach Hause zurückzukehren.
Das Pferd bekommt indes die ganze Grausamkeit des Krieges zu spüren und erlebt eine wahre Odyssee. Dabei ist das Pferdur Opfer eines Krieges, den es nie verstehen kann. Für ihn gibt es im Krieg – anders als für die Soldaten – weder Freund noch Feind. Für ihn gibt es lediglich Menschen, die gut zu ihm sind, und solche, die ihm Schmerzen und Leid zufügen, und zwar ganz unabhängig von den Nationalitäten, die sich auf den Feldern bekämpfen. Während seines Kriegseinsatzes begegnet Joey verschiedensten Menschen: der britischen Kavallerie, deutschen Soldaten oder auch einem französischen Bauern und seiner Enkelin. Und auf fast magische Weise verändert und inspiriert er das Leben vieler.
Grandiose Kulisse.
So wie in den meisten von Spielbergs
Filmen steht auch hier neben dem großen Abenteuer und atemberaubenden Bildern eine bewegende, zutiefst menschliche Geschichte im Mittelpunkt. Im Kern geht es um Glauben, Hoffnung und Treue. Ein Großteil des Films wurde in der unberührten Natur im englischen Dartmoor gedreht. Spielberg gibt an, noch nie in seiner langen Karriere in einer so üppigen, schönen Landschaft gedreht und die traumhaften Möglichkeiten dort sehr genossen zu haben. jp





