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Frauenabend mit viel Gefühl
Kinotipp: „Der Jane Austen Club“
Ein Leckerbissen für Frauen und Frauenversteher: ab 7. Februar im Kino.
Es gibt Filme, denen sich Männer jedweden Alters kategorisch verweigern. Fällt zum Beispiel der Name Jane Austen, fällt bei ihnen einfach der Vorhang, hinter dem sie eiligst verschwinden, um sich wichtigen Dingen wie der Reparatur von elektrischen Kleingeräten zu widmen. Der einzige Mann, der sich nicht schämt, einen gemütlichen und sentimentalen Kinoabend allein unter Frauen zu verbringen, ist der beste schwule Freund. Und genau dafür lieben ihn die Frauen!
Filme von Jane Austen sind aktuell und beliebt wie selten zuvor. Allein in den letzten zwölf Jahren gab es mehr als zehn Verfilmungen ihrer Romane, wie beispielsweise Emma, Mansfield Park oder Stolz und Vorurteil. Dabei sind die Geschichten rund zweihundert Jahre alt und spielen in einer Zeit, die so ganz anders zu sein scheint als unsere heutige. Und doch sind sie zeitlos, was vor allem am Thema liegt: die Menschen – und die Art und Weise, wie sie miteinander umgehen.
Jane Austen und wir
Dass die alten Geschichten keineswegs verstaubt sind, erkennen auch die Figuren in
Der Jane Austen Club. Fünf Frauen und ein Mann treffen sich einmal im Monat, um gemeinsam über eines von Jane Austens Büchern zu diskutieren. Dienten diese Treffen ursprünglich dem Zweck, die von ihrem Mann verlassene Sylvia abzulenken und zu trösten, erkennen die Beteiligten mit jeder weiteren Begegnung immer mehr Parallelen zu ihrem eigenen Leben.
Die Mitglieder dieses „Buchclubs“ sind so unterschiedlich wie die Figuren in den Romanen. Da gibt es Bernadette (Kathy Baker), Mitte fünfzig und nach sechs gescheiterten Ehen wieder solo. Sie gilt als Freigeist und als Insel der Ruhe, doch den Traum von der großen Liebe hat sie keineswegs aufgegeben. Ihre Freundin Jocelyn (Maria Bello) ist ganz anders. Sie ist schön, reich, selbstbewusst und temperamentvoll, behauptet jedoch, dass sie noch nie verliebt war – allenfalls in ihren preisgekrönten Rassehund.
Leidenschaftlich leben
Sylvia (Amy Brenneman) ist seit Kindertagen Jocelyns Freundin. In der Highschool waren beide sogar in denselben Jungen verliebt. Sylvia machte das Rennen und blieb fünfundzwanzig Jahre mit ihm verheiratet – bis er sich nun von ihr trennte. Ihre Tochter Allegra (Maggie Grace) ist Mitte zwanzig, in der Liebe und in beruflicher Sicht eher planlos. Eigentlich begleitet sie ihre Mutter nur zum Buchclub, doch aufgrund ihrer Empfänglichkeit für Leidenschaft und Drama erkennt sie sich in den besprochenen Geschichten zunehmend selbst wieder.
Während Allegra ziemlich unbekümmert an das Leben und die Liebe herangeht, ist die junge Highschool-Lehrerin Prudie (Emily Blunt) sehr verletzlich, glänzt jedoch zugleich mit ihrem scharfen Intellekt. Vernarrt ist sie in den jungen Trey von der Highschool, der so gar nicht zu ihr zu passen scheint und für manche Verwirrung verantwortlich ist. Schließlich gibt es im Buchclub doch noch einen Mann: den Technikfreak Grigg (Hugh Dancy). Doch ihn interessieren eigentlich weniger die Bücher von Jane Austen als vielmehr die hübsche Jocelyn.
Die menschliche Komödie
Als hätte man einen Jane-Austen-Roman in unsere heutige Zeit verlagert, erleben die sechs Mitglieder in dieser Gemeinschaft die ganze Bandbreite der Gefühle, angefangen bei romantischen Hoffnungen und schmerzhaften Enttäuschungen über Missverständnisse in der Freundschaft bis zu den unterschiedlichsten Komplikationen des Lebens.
Der Film entstand mit einem sehr geringen Budget und lebt in erster Linie vom Aufeinandertreffen der Charaktere und den schauspielerischen Leistungen des spielfreudigen Ensembles. Die Geschichte bewegt sich nahe am Leben und bietet viel Potenzial zur Identifikation und zum Mitfühlen und Mitleiden – genau das, was einen gelungenen Frauenabend wohl ausmacht!
jp




