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Eine Familie wird Königin
Kinotipp: „Die Schwester der Königin“
Historisch, romantisch, opulent: „Die Schwester der Königin“ ab 6. März im Kino.
Nicht erst in den letzten Jahren geht es in manchen Königshäusern drunter und drüber. Schon in früheren Jahrhunderten galten dort eigene Regeln – einschließlich Korruption, Ehebruch und manchmal sogar Mord. Hinter Hochzeiten steckte nur selten die große Liebe, sondern in der Regel standen dort handfeste Interessen auf beiden Seiten.
Mit ihrem Roman „Die Schwester der Königin“ führt Philippa Gregory ihre Leserinnen und Leser in die Zeit vor fünfhundert Jahren, als König Heinrich VIII. in England seine zahlreichen Frauen ehelichte. Eine von ihnen war Anne Boleyn, die zweite von sechs Ehefrauen, die später wegen angeblichen Ehebruchs und Hochverrats enthauptet wurde.
Spielbälle ihrer Zeit
Doch ursprünglich war Heinrich gar nicht an Anne interessiert, sondern vielmehr an ihrer Schwester Mary. Diese war Hofdame bei König Heinrich und Königin Katharina von Aragón, wo sie sich sehr wohl fühlte und besonders das Ansehen der Königin genoss. Anne war zur gleichen Zeit am französischen Hof, kehrte jedoch kurze Zeit später nach England zurück und wurde dort ebenfalls Hofdame. Im Gegensatz zur ruhigen und schüchternen Mary war Anne eine schillernde und selbstbewusste Persönlichkeit. Und doch fiel des Königs Auge auf die stille Mary, die er zu seiner Mätresse machen wollte.
Die Familie witterte eine große Chance und forcierte diese Beziehung nach Kräften und mit Erfolg. Schließlich schenkte Mary dem König zwei außereheliche Kinder, eine Tochter und einen Sohn. Doch Könige sind oft eigensinnig, so auch König Heinrich, der zunehmend das Interesse an Mary verlor und immer mehr für ihre Schwester entflammte. Mary musste erleben, wie ihr eigener Stern sank und der ihrer Schwester immer weiter stieg, bis diese am Ende sogar Königin von England wurde – wenn auch nur für kurze Zeit.
Es waren stürmische Zeiten, in denen vieles im Umbruch war. Der König überwarf sich mit der Kirche und gründete eine neue, mit sich selbst als Oberhaupt. Dabei war die Zukunft des Thrones keineswegs sicher, denn Königin Katharina konnte ihm keinen männlichen Thronfolger schenken. Gerade das verzweifelte Bemühen des Königs, endlich einen würdigen, sprich männlichen Nachfahren und Thronfolger zu bekommen – und zwar ehelich – war für viele seiner Entscheidungen verantwortlich. Doch auch die übrigen Beteiligten spielten mit hohem Einsatz und nahmen es in Kauf, die Mitglieder ihrer Familien unglücklich zu machen.
Die schönen Schwestern
Der Roman avancierte rasch zum Bestseller. Unter der Regie von Justin Chadwick wurde er nun mit einem hochkarätigen Staraufgebot verfilmt. König Heinrich VIII. von England wird gespielt von Eric Bana, der unter anderem in Black Hawk Down, Troja, München und Hulk zu sehen war.
Die schönen Rivalinnen um die Gunst des Königs sind Scarlett Johansson in der Rolle der stillen Mary und Natalie Portman als Anne. Natalie Portmans Karriere begann als 13-Jährige im Film Léon der Profi. Seitdem glänzte sie in den unterschiedlichsten Rollen von Komödien bis hin zu ernsten Stoffen. Am bekanntesten sind ihre Auftritte als Padmé Amidala in den drei neuesten Teilen von Star Wars. Eine Oscar-Nominierung erhielt sie 2005 für ihre Rolle in Hautnah.
Auch Scarlett Johansson wurde dem breiten Publikum schon im jugendlichen Alter von 14 Jahren bekannt, als sie an der Seite von Robert Redford in Der Pferdeflüsterer ein traumatisiertes Mädchen spielte. Den Durchbruch erreichte sie 2003 in Sofia Coppolas gefeiertem Film Lost in Translation. Seither war sie ihn zahlreichen Produktionen wie Das Mädchen mit dem Perlenohrring, Reine Chefsache, Match Point oder The Black Dahlia zu sehen.
jp





