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Ein Traum von 1001 Nacht
Die Macht der Fantasie: »Lippels Traum« ab dem 8. Oktober im Kino.
Die Fantasie ist unser Weggefährte. Wer flüchtet sich nicht gerne in die schönsten Tagträume, wenn der Alltag gerade mal wieder besonders grau ist? Im Traum ist möglich, was uns sonst leider verwehrt ist, wir sind stark und mächtig, wir sind klug und ideenreich und wir erleben die tollsten Abenteuer. Trotzdem werden Träumer oft eher belächelt. Denn sie drücken sich doch bloß vor der Wirklichkeit, so die verbreitete Meinung.
Autor Paul Maar (»Das Sams«) erzählt in seinem Jugendbuch »Lippels Traum« die Geschichte des Träumers Philipp, genannt Lippel, die auch ein wenig seine eigene Geschichte ist. Doch entgegen der herrschenden Vorurteile ist dieser Träumer ganz und gar nicht weltfremd. Vielmehr findet er in seinen Träumen und seiner Fantasie die richtigen Wege für sein eigenes Leben, in dem bisher nicht alles nach Plan läuft. Regisseur Lars Büchel hat den Roman mit Anke Engelke, Moritz Bleibtreu und dem Jungschauspieler Karl Alexander Seidel aufwändig verfilmt. Und so können nun auch die Zuschauer eintauchen in einen Traum wie in 1001 Nacht.
Abenteuer und Kleinkrieg
Der 11-jährige Lippel und sein allein erziehender Vater Otto wohnen in Passau und verstehen sich gut. Eines Tages jedoch muss Otto, ein bekannter Koch, auf eine längere Geschäftsreise gehen. Für Lippels Betreuung während seiner Abwesenheit stellt er extra die neue Haushälterin Frau Jakob ein, allem Anschein nach eine sympathische junge Frau. Doch schon bald entpuppt sie sich als kleinkarierter Kinderschreck und macht Lippel das Leben schwer.
Schon wegen verschiedener Kleinigkeiten geraten die beiden aneinander. Auch Lippels Buch mit den Geschichten aus Tausendundeiner Nacht kassiert Frau Jakob ein. Eines jedoch kann ihm die humorlose »Tante« nicht nehmen: seine Träume und seine Fantasie. Nachts träumt er sich in eine orientalische Märchenwelt. Sein Vater verwandelt sich dort in einen liebenswerten, aber zaudernden König. Dessen intrigante Schwägerin (die verdächtige Ähnlichkeit mit Frau Jakob hat!) will seine Kinder aus dem Weg räumen, um selbst an die Macht zu kommen. So erlebt Lippel im Traum bald atemberaubende Abenteuer mit seinen Mitschülern Hamide und Arslan und verblüfft durch seine Fantasie auch im realen Leben seine Mitmenschen.
Eines Tages hört Lippel zufällig ein Gespräch zwischen Frau Jakob und ihrer Mutter. Was er dort erfährt, verschlägt ihm glatt die Sprache: Sie will sich an Vater Otto heranmachen und ihn heiraten, doch vorher muss sie noch den lästigen Sohn Philipp aus dem Weg räumen. Das kann Lippel sich nicht gefallen lassen, und schon bald überschlagen sich die Ereignisse – im wirklichen Leben genauso wie in Lippels Traumwelt. Da werden Pläne geschmiedet und durchkreuzt, Verbündete werden gesucht und gefunden und Helden wachsen über sich hinaus.
Die böse Tante
Für die Rolle der Haushälterin Frau Jakob wurde Sympathieträgerin Anke Engelke gewonnen. Der Produzent des Film freute sich besonders, dass der Comedystar hier einmal ganz anders besetzt werden konnte und die Zuschauer so erleben, zu welchen hinterhältigen Boshaftigkeiten diese Figur fähig ist. Denn gerade weil sie eigentlich so gar nicht wie eine böse Tante wirkt, passt sie perfekt in die Rolle des Wolfes im Schafpelz.
Die Dreharbeiten der Märchenwelt fanden zum großen Teil im marokkanischen Ouarzazate statt, wo auch schon bekannte Produktionen wie »Hidalgo« oder »Königreich der Himmel« entstanden. Die Kinobesucher können sich auf ein märchenhaftes Abbild des Orients freuen, wie wir Europäer uns die arabische Welt des Mittelalters vorstellen. Einige Elemente wie das prächtige Thronzelt des Herrschers oder der gewaltige Sandsturm wurden jedoch mit computergestützter Tricktechnik in die Kulissen eingefügt.
jp







