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Ein Leben (wie) im Roman
Will Ferrell spielt eine Romanfigur, die gegen ihr drohendes Ende kämpft.
Geschichten, die das Leben schreibt, kennen wir alle. Meist sind diese Geschichten so haarsträubend, dass kein Autor sie sich besser ausdenken könnte. Doch was wäre, wenn jemand die Geschichte unseres Lebens aufschriebe? Und zwar nicht erst, wenn alles vorbei ist, sondern genau dann, wenn alles gerade tatsächlich passiert.
Der Film Schräger als Fiktion (Originaltitel »Stranger than Fiction«) läuft ab dem 8. Februar im Kino. Hauptperson ist der Finanzbeamte Harold Crick, gespielt von Will Ferrell. Jede seiner Handlungen wird von einer weiblichen Stimme in seinem Kopf detailgetreu beschrieben und kommentiert. Und plötzlich fragt er sich, ob er selbst noch derjenige ist, der für seine eigenen Handlungen verantwortlich ist, oder ob er nur das ausführt, was die Stimme sich ausgedacht hat.
Das Ende der Geschichte
Bisher war Harolds Leben von Routine bestimmt. Er fühlte sich wohl in seiner durchschnittlichen und unscheinbaren Rolle als Mitarbeiter der Steuerbehörde, der noch nie einen Arbeitstag verpasst hat. Doch eines Morgens beim Zähneputzen hört er, wie eine Frauenstimme bis ins kleinste Detail all die Dinge erzählt, die er gerade tut. Noch schlimmer ist jedoch, dass die Stimme vor allem bei der Beschreibung seiner Gefühle immer Recht hat.
Mit der Zeit findet er heraus, dass er die Hauptfigur in einem Roman der Schriftstellerin Karen Eiffel (Emma Thompson) ist. Dummerweise hat sich diese Frau vorgenommen, ihre Figur am Ende des Romans sterben zu lassen. Und nun setzt Harold alles daran, dies zu verhindern. Literaturprofessor Jules Hilbert (Dustin Hoffman) rät ihm, seine Energie darauf zu verwenden, aus der Tragödie eine Komödie mit Happyend zu machen. Der beste Weg dafür sei eine Liebesgeschichte. Doch ganz so einfach ist das nicht, und die Autorin hat andere Pläne!
Der Anfang der Geschichte
Am Anfang des Films stand ein Gedankenspiel: Was wäre, wenn ein Schriftsteller die Kontrolle über das Leben eines Menschen hätte
kein allwissender, gottgleicher Autor, sondern eine Frau, die jähzornig ist und mit sich selbst genauso kämpft wie mit ihrer Geschichte?
Was zunächst als verrückter Einfall erscheint, entwickelt schnell einen besonderen Zauber, wenn man sich die unterschiedlichen Charaktere der Geschichte und deren Beziehungen zueinander anschaut. Da ist zunächst Harold Crick selbst, ein Mann, der fast sein gesamtes Leben verschlafen hat und nun mit dem Bewusstsein aufwacht, dass ihm nicht mehr viel Zeit bleibt, wenn er nicht etwas unternimmt. Und nun fängt er an, sein eigenes Leben in die Hand zu nehmen, um es zu retten. Hierbei lernt er, jeden Augenblick seiner Existenz zu genießen.
Doch auch die Autorin Karen Eiffel steht vor einigen Herausforderungen. Nicht nur, dass sie endlich ihr neues Buch fertigschreiben will und kein passendes Ende findet, als sie feststellt, dass die von ihr erdachte Hauptfigur ein realer Mensch ist, wird ihre Fantasie zur Realität. Eiffel steht jetzt vor der Frage, ob sie ihre Kunst opfern wird – oder doch eher ihre Hauptfigur, die sich als sehr lebendiger Mann entpuppt hat.
Eine der schillerndsten, komischsten und dabei auch komplexesten Figuren des Filmes ist Professor Hilbert, der sich selbst als „Experte in Literaturtheorie“ beschreibt und zu Harolds Ratgeber wird. Er versucht, Harolds Geschichte zu verstehen und zu verändern, und treibt ihn dadurch immer wieder zu neuen und beunruhigenden Erfahrungen.
Schräger als Fiktion verspricht trotz des sperrigen Titels ein besonderes Kinoereignis zu werden, das durch seine hochklassige Besetzung und eine originelle und anrührende Geschichte überzeugt.
jp





