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Mittwoch, 23. Mai 2012
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Ein Freund, ein guter Freund …

„Die Drei von der Tankstelle“ als Musical in Berlin

Was wären wir nur ohne sie?
Ohne die charmanten Herren (und manchmal auch Damen) von der Tankstelle, die nicht nur unser Auto flott machen, sondern uns oftmals auch mit dem neuesten Klatsch und Tratsch und den anderen nötigen Dingen des Alltags versorgen.

Seitdem am 15. September 1930 der Ufa-Film „Die Drei von der Tankstelle“ mit Heinz Rühmann, Oskar Karlweis, Willy Fritsch und Lilian Harvey in den Hauptrollen Uraufführung feierte, wissen wir auch, was ein Tankwart neben der Arbeit am liebsten macht: fröhliche Schlager singen und ungeniert mit den Kunden flirten. Das scheint sich bis heute nicht geändert zu haben.

Und so bietet nun das Schlossparktheater in Berlin 75 Jahre später eine Neuauflage des munteren Treibens mit einem neuen komischen und prominenten Tankstellentrio. Zu den fantastischen Evergreens von Werner Richard Heymann wie „Ein Freund, ein guter Freund“, „Liebling, mein Herz lässt dich grüßen“ oder „Das gibt’s nur einmal, das kommt nie wieder“ bieten die von Bühne und Fernsehen bekannten Axel Herrig, Dieter Landuris und Monty Arnold sprühende Spiellaune, glühenden Gesang und tolle Choreografien.
Das Stück wurde um weitere Songs aus der Feder Heymanns ergänzt, was ganz in dessen Sinne sei, wie seine Tochter betont. Denn dieser habe die Musik stets in enger Verbindung zum Film und zu den Motiven Freundschaft, Liebe und Entertainment gesehen.

Und gerade durch diese Verbindung wurde nur drei Jahre nach der Einführung des Tonfilms mit dem Filmmusical ein völlig neues Unterhaltungsgenre geschaffen.

Der Film nahm nicht nur den von den legendären Comedian Harmonists (die auch einen kurzen Gastauftritt haben) vorgelebten Gedanken der „Boygroup“ auf, sondern auch die späteren typischen amerikanischen Komödien mit Stars wie Katherine Hepburn, Cary Grant oder Gary Cooper vorweg. Und wenn nicht zwölf dunkle Jahre ab 1933 der Kultur strenge Fesseln auferlegt hätten, hätte der deutsche Film sicher noch zahlreiche weitere Perlen und Klassiker hervorgebracht. Kaum vorstellbar, dass ein solch fröhliches, beschwingtes Treiben geeignet sein sollte, „die öffentliche Ordnung zu gefährden“, und dass es „den an einen deutschen Film zu stellenden Anforderungen“ nicht mehr entsprochen haben soll. Doch genau dies war die Begründung, um den Film ab 1937 für die öffentliche Vorführung zu verbieten.

Keine Altersbeschränkung

Heute ist der Film ohne jede Altersbeschränkung freigegeben, und wer möchte tatsächlich noch seine Kinder davor warnen? Doch worum geht es in dem Stück eigentlich? Willy, Hans und Kurt sind bankrott und entkommen gerade so dem Gerichtsvollzieher. Doch was wäre so ein fröhliches Drei-Herren-Gespann ohne Witz, Mut und Ideen? Und so übernehmen sie eine Tankstelle, die sie in einen Ort der Lebensfreude verwandeln.

Ende gut, alles gut

Das Geschäft läuft blendend, bis sich alle drei charmanten Herren gleichzeitig in die hübsche und unkonventionelle Lilian verlieben. Es kommt, wie es kommen muss: Ihre Freundschaft wird auf eine harte Probe gestellt. Doch nach vielen Verwicklungen und Schlagern kommt es zu einem guten Ende.

Die Geschichte des renommierten Berliner Schlossparktheaters reicht zurück bis ins Jahr 1804. Nach einer wechselvollen Geschichte wurde das Haus im Oktober 2004 wiedereröffnet und hat sich seitdem bestens in den Kanon der Berliner Bühnen eingefügt. Heute wird es sogar schon als „Broadway in Steglitz“ bezeichnet, da es mit verschiedenen selbst inszenierten Produktionen die Zuschauer in Scharen anlockt.

jp

Fotos: Matthias Heyde
Foto: Ralf-Brinkhoff