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Mittwoch, 23. Mai 2012
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Du hast die Haare schön!

Kinotipp: „Leg dich nicht mit Zohan an“. Top-Agent wird Top-Stylist: ab dem 14. August im Kino.

Wovon träumen Spione der Marke „007“? Von schönen Frauen, die im Jenseits nur darauf warten, sie zu verwöhnen? Mitnichten! Zohan (Adam Sandler), der beste Top-Agent des israelischen Mossad, hat schon zu Lebzeiten viel Schlag bei den Frauen. Darum liegt seine Sehnsucht auch ganz woanders: Er will seinen Beruf an den Nagel hängen und viel lieber Frisör werden.

Diese schräge Idee ist die Grundlage für eine der abgefahrensten Komödien des Jahres, die nicht nur schreiend komisch ist, sondern auch politisch erfrischend unkorrekt. Hauptdarsteller Adam Sandler zählt nach zahlreichen erfolgreichen Filmen inzwischen zu den besten und beliebtesten Darstellern dieses Genres.

Eine haarige Angelegenheit
In seiner Heimat Israel wird Kämpfer Zohan als Held gefeiert, denn er ist hochqualifiziert, talentiert und vor allem erfolgreich im Kampf gegen die Palästinenser. Nicht nur das, auch bei den Frauen liegt er immer richtig. Doch glücklich ist er nicht, denn sein großer Traum bleibt unerfüllt. Zwar liebt er sein Land, doch hat er das Kämpfen satt und will viel lieber seine Kreativität ausleben. Sein größter und liebster Schatz ist ein Buch aus dem Jahr 1987 mit Arbeiten des Haarkünstlers Paul Mitchell, der in den sechziger und siebziger Jahren den Haarschnitt revolutioniert hat.
Eines Tages sieht Zohan seine Chance, dem bisherigen Leben und seinem Land zu entkommen. Er täuscht seinen eigenen Tod vor und flieht versteckt im Frachtraum eines Flugzeugs nach New York. Während der unbequemen Reise macht er die Bekanntschaft der beiden Hunde Scrappy und Coco. Und so kommt er zu seiner neuen Identität als „Scrappy Coco“.

Nach und nach lernt Zohan alias Scrappy Coco das Leben in New York kennen – und es könnte kaum einen größeren Kontrast zu seinem alten Leben geben! Zu seinem großen Erstaunen stellt er fest, dass hier Israelis und Palästinenser friedlich nebeneinander leben, statt sich zu bekriegen. Doch bevor er es tatsächlich wagt, seinen Fuß in den Frisörsalon der Palästinenserin Dalia zu setzen, muss noch einiges passieren. Doch genau hier bekommt er die Chance seines Lebens und findet sogar die große Liebe.
Ausgestattet mit der Frisörkunst des Jahres 1987 aus den Anleitungen Paul Mitchells und mit seinem ganz eigenen Charme ist er rasch der Star bei New Yorks älteren Ladys, die von ihm und seinen Frisuren ganz bezaubert sind. Aber natürlich bleibt ein ehemaliger Volksheld nicht einmal in einer Metropole wie New York unerkannt, so dass ihn bald seine Vergangenheit einholt.

Nicht in die Haare kriegen
Eine Komödie über Isrealis und Palästinenser drehen, darf man so was? Ja, meinen die Filmemacher. Gerade ein solch respektloser und politisch vollkommen unkorrekter Film lasse die Zuschauer einen Schritt zurücktreten und gemeinsam lachen. Schließlich kriegen hier beide Seiten ihr Fett weg. Den dauerhaften Konflikt lösen kann ein Film selbstverständlich nicht – ein solches Anliegen wäre völlig vermessen. Aber aufzeigen, wie absurd die Realität zuweilen ist, das haben in der Vergangenheit schon verschiedene Filme geschafft – und einige von ihnen wurden zu wahren Klassikern.
In erster Linie handelt es sich bei „Leg dich nicht mit Zohan an“ jedoch um einen weiteren Film eines brillanten Komikers, der vor allem von vielen aberwitzigen Situationen und vom Zusammenprall unterschiedlicher Kulturen lebt. Und so ist ein Film entstanden, der eine Mischung aus Agentenparodie und Ein-Mann-Show ist.

Adam Sandler spielt seinen Zohan als Superheld und Frauenheld, der auf der einen Seite hochtalentiert und auch charmant ist, auf der anderen Seite aber auch hoffnungslos altmodisch. Doch nicht nur New Yorks Damenwelt findet diese Mischung absolut unwiderstehlich, auch die Zuschauer werden sie zweifellos
lieben.

jp

Fotos: Sony Pictures (3)