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Die Würfel sind gefallen
Spiele: Backgammon
An dieser Stelle setzen wir unsere Serie über Gesellschaftsspiele fort. Und welches eignet sich da besser als jenes, das die Rückkehr zum Spiel bereits im Namen trägt?
Das Wort Backgammon hat seinen Ursprung höchstwahrscheinlich im altenglischen „baec gamen“ (back = zurück, game = Spiel). Ziel des Spieles ist es, fünfzehn „Mannen“, dargestellt von schwarzen oder weißen Spielsteinen, in das sogenannte „Homeboard“ und von dort aus ins Spiel zu befördern.
Je Seite sind auf dem Spielbrett zwölf spitz zulaufende Dreiecke, auch Points oder Zungen genannt, abgebildet. Auf diesen werden die Spielsteine nach einem fest vorgegebenem Schema platziert, so dass sich ein symmetrischer Spielaufbau ergibt. Im Anschluss versuchen die Spieler, ihre Steine mit Hilfe von zwei sechsseitigen Würfeln in Richtung des sicheren Hafens zu manövrieren. Weiß bewegt sich dabei traditionell mit dem Uhrzeigersinn und Schwarz entgegengesetzt.
Ab durch die Mitte
Der Spieler wählt einzelne seiner Steine aus, die er jeweils um das auf dem Würfel erzielte Ergebnis auf den Zungen vorrückt. Würfelt er einen Pasch, darf er seine Spielsteine entsprechend der erwürfelten Zahl vier Mal voranziehen. Auf dem Vormarsch dürfen die Spielsteine entweder auf einem noch unbesetzten, einem eigenen oder einem von nur einer gegnerischen Einheit besetzten Feld zum Stehen kommen.
In letzterem Fall wird der andere Stein entfernt und auf dem in der Mitte gelegenen „Bar“ (Balken) deponiert. Und an dieser Stelle kommt das „Back“ ins „Gammon“. Bevor andere Spielsteine weiterziehen können, müssen diese geschlagenen Steine zurück ins Spiel gewürfelt werden.
Dieses Spiel ist Geschichte (pur)
„Alea iacta est“ – „Die Würfel sind gefallen“ bzw. „Der Würfel ist geworfen worden“, wie die wörtliche Übersetzung lautet. Dieses Zitat geht weniger auf die Asterix-Comics zurück als vielmehr auf Julius Cäsar, der bei seiner Überquerung des Rubikons genau diese Worte ausgesprochen haben soll. Knapp einhundert Jahre später hatten diese Worte für einen anderen römischer Machthaber eine vergnüglichere Bedeutung. Kaiser Claudius (um 50 n. Chr.) war so angetan von dem Würfelspiel, dass er ein Buch darüber verfasste und angeblich sogar sein Triumphwagen mit einem integrierten Spieltisch als Extra ausgeliefert wurde. Die damaligen Versionen ähnelten dem heutigen Backgammon bereits sehr. Eine von ihnen hieß „tabula“ und die andere „ludus duodecim scriptorum“ (das 12-Linien-Spiel).
Doch um ganz bis zu den Wurzeln des Spiels vorzudringen, muss man noch tiefer in der Geschichte graben. Bis zu 5000 Jahre alt sind die im ehemaligen Zweistromland entdeckten Spielbretter. Auch in Ägypten war das Spiel bekannt. Langweilig dürfte es Pharao Tutanchamun in seinem Leben im Jenseits kaum geworden sein. In seinem Grabmal fand man einige Bretter des als Vorläufer geltenden „Senet“, die auf circa 1300 v. Chr. datieren. Und wenn ihn schon nicht der Umstand seines Ablebens davor bewahrte, sich über eventuelle Schummler zu ärgern, so hatten ihm die damaligen Bestatter doch etwas Besonderes mit auf den Weg gegeben. Unter seinen Schätzen fand sich eine mechanische Würfelbox.
Zurück in die Zukunft
Zuletzt wurde das Regelwerk in den 1920er Jahren abgeändert, vor allem im Hinblick auf den Turniermodus. Eingeführt wurde der Dopplerwürfel. Die Absicht dahinter war, die strategische Komponente des Spiels auszubauen und den Glücksfaktor zu reduzieren.
Ist einer der Spieler siegessicher, kann er seinem Gegenspieler den Dopplerwürfel anbieten. Lehnt dieser ab, verliert er das Spiel sofort zum einfachen Wert. Akzeptiert er, wird die Partie ausgespielt und der Gewinner erhält die doppelte Punktzahl. Dies kann noch gesteigert werden, indem der Gegenspieler seinerseits den Dopplerwürfel anbietet. Bis zum 64-fachen Wert kann es sich so hochschaukeln.
Gestiegen ist auch die Popularität des Klassikers. Heute hält die bekennende Fanprominenz wie Hugh Hefner, Tobey Maguire, Leonardo DiCaprio und Nicole Kidman die Fahne hoch. Und das Musikvideo zu dem bezeichnenderweise „The future of the future“ lautenden Titel der House-Musiker „Deep Dish“ zeigt die DJs während einer gepflegten Partie Backgammon.
Sieht also ganz danach aus, als würden die Würfel auch in Zukunft noch öfter fallen! ath





