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Mittwoch, 23. Mai 2012
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Die wahren wilden Kerle

Kinotipp: „Ein verlockendes Spiel“

Die Anfänge des Footballspiels: „Ein verlockendes Spiel“ – ab 5. Juni im Kino.  George Clooney gilt als Gentleman, und in den meisten seiner bisherigen Filme spielt er diese Rolle auch perfekt. In seinem neuen Film geht es jedoch viel anarchistischer und weniger gentlemanmäßig zu, denn zu Beginn der 1920er Jahre galt es als ungehörig und geradezu skandalös, Profi-Football zu spielen.

Heute, im Zeitalter der Millionengagen, ist dies kaum noch vorstellbar, doch damals waren Footballspieler die wahren wilden Kerle – und nicht etwa die pubertierenden Knirpse aus der erfolgreichen gleichnamigen Kinoreihe.

Helden und Taktiker
George Clooney übernimmt in diesem Film die Hauptrolle als Footballheld und führt zugleich Regie. Als seine Gegenspielerin tritt Renée Zellweger auf, die als hitzige Reporterin nicht nur den Footballspielern auf die Füße tritt, sondern auch die Hormone in Wallung bringt. Der Film greift den Stil der großen romantischen Screwball-Komödien der Machart von Preston Sturges und Billy Wilder auf und lockt mit großer Leidenschaft, hintergründigem Humor und großartigen, temporeichen Wortgefechten.
Im Gegensatz zu anderen Sportarten seiner Zeit führte der gerade erst entstehende Football in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts noch ein Nischendasein. Geld war damit nicht zu verdienen, doch die rauen und ruppigen Spieler waren mit großer Begeisterung bei der Sache. Auch im Film sieht die finanzielle Lage düster aus, und so muss sich Jimmy „Dodge“ Connelly (George Clooney) etwas einfallen lassen, um das Überleben der Mannschaften zu sichern und der Sportart eine größere Aufmerksamkeit zu verschaffen.

Es gelingt ihm, den beliebten Carter Rutherford (John Krasinski) unter Vertrag zu nehmen, der das Potenzial hat, ganze Stadien zu füllen. Carter sieht unverschämt gut aus, wird als erfolgreicher Kriegsheld gefeiert und macht auch auf dem Spielfeld eine blendende Figur. Die besten Voraussetzungen also für einen großen Erfolg. Doch die aufbrausende Reporterin Lexie Littleton (Renée Zellweger) ist davon überzeugt, dass es in seiner Vergangenheit dunkle Schatten gibt, und die will sie ergründen.
Dummerweise verlieben sich sowohl der umschwärmte Footballstar als auch der Trainer in sie und werden dadurch außerhalb des Spielfeldes zu Rivalen. Doch nicht umsonst ist Dodge ein großer Taktiker: Er überträgt die Regeln des Sports auf das Feld der Liebe und entwirft eine Strategie, die ihn … aber das soll hier nicht verraten werden.

Die gute alte Zeit
Die Idee zum Film entstand bereits in den 80er Jahren, als Reporter Duncan Brantley für eine Sportzeitschrift über die Geburtsstunde der Profi-Footballliga recherchierte. Er stolperte dabei unter anderem über den Spieler John McNally, der sich eigens ein Pseudonym zulegte, um in der National Football League spielen zu können. Je tiefer Brantley in die Materie einstieg, desto spannender erschienen ihm die Figuren und deren Eskapaden, die in seinen Augen Material für eine großartige Komödie lieferten.

Schnell war klar, dass der Film am besten im Stil der alten Zeit funktionieren würde. George Clooney, der als Regisseur gewonnen wurde, orientierte sich an Klassikern wie Philadelphia Story – Die Nacht vor der Hochzeit und Extrablatt. Zudem fand Clooney, dass ihm die Hauptrolle des Films perfekt zu Gesicht stehen würde. Bei der weiblichen Hauptrolle war Renée Zellweger von Anfang an die Wunschbesetzung, da sie schon in zahlreichen romantischen Filmen ihr Talent gezeigt hatte und sie gerade für die blitzschnellen und wortwitzreichen Rededuelle wie geschaffen ist. Zugleich überzeugt sie auch als verletzlicher Charakter.

Die dritte große Figur im Film ist der Spieler Carter, der zwischen seinen Rollen als Kriegsheld und Footballstar aufgerieben wird, ohne selbst genau zu wissen, wie er mit der Situation umgehen soll. Darsteller John Krasinski war selbst überrascht und umso erfreuter, für die Rolle engagiert worden zu sein.
jp

Fotos: UIP (5)