Artikel dieser Ausgabe aus Freizeit
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Die Seele treiben lassen
Mit dem Kanu durch Deutschland.
Ein Zelt, ein Kanu und ein romantischer Fluss – Touren durch die Natur gehören für viele immer noch zum Inbegriff von Freiheit und Erholung. Zu Recht!
Nur wenige Aktivitäten bieten ein derartiges Eintauchen in die Stille und Besinnlichkeit der Natur wie das Kanuwandern. Viele träumen davon, einmal wie in einer Szenerie diverser Wildwest-Filme durch die Landschaften im amerikanischen Westen zu paddeln.
Andere können sich nichts Schöneres vorstellen, als in der Ruhe der skandinavischen Wälder mit ihrem Faltboot, Kanu oder Kajak über das Wasser zu gleiten und am Abend in zum Teil unberührter Natur das Zelt aufzuschlagen. Oder die Reise auf der Loire in Frankreich entlang atemberaubender Zeitzeugen einer schillernden Vergangenheit! Doch natürlich bietet auch die Heimat schier unerschöpfliche Möglichkeiten, seiner liebsten Outdoor-Aktivität nachzugehen. Und selbst ohne üppige und teure Paddelausrüstung und weite Anreise ist und bleibt fast jede Kanu-Tour ein einzigartiges Erlebnis.
Alle Mann an Bord
Der Begriff »Kanu« könnte für Anfänger im Wassersport durchaus irreführend sein, denn er beinhaltet die unterschiedlichsten Bootstypen wie zum Beispiel die große Gruppe der Kanadier und Kajaks, aber auch Falt- und Schlauchboote.
Träumt man davon, wie früher die Indianer durch die Wildnis zu paddeln, dann denkt man gewiss an ein – wie in so vielen Filmen gesehen – offenes Kanu, das sitzend oder kniend gefahren und vorwiegend mit Stechpaddeln fortbewegt wird. Während die Wurzeln des Kanadiers bei den Indianern zu suchen sind, waren es eher die Eskimos, die sich des viel schmaleren und wendigeren Kajaks bedienten. Wander- oder Tourenkajaks sind meist zwischen 3,70 und fünf Meter lang und variieren in der Breite von 50 bis 75 Zentimeter. Andere Ausmaße bieten abgewandelte Formen, wie sie bei den Seekajaks und Wildwasserkajaks zu finden sind. Alle werden mit den bekannten Doppelpaddeln bewegt.
Kanuwandern
»Dem Kanuwanderer zeigt sich die Landschaft in einer völlig neuen, ständig wechselnden Perspektive. Die atemlose Stille und belebende Ruhe bei der Entdeckungsreise auf urwüchsigen Gewässern vermitteln neben dem Hauch von abenteuerlichem Erlebnis den nachhaltigen Eindruck von der Urkraft der Natur«, so die treffende Beschreibung des Deutschen Kanu Verbandes (DKV) bezüglich des immer beliebter werdenden Kanuwanderns.
Doch damit die Freude am Naturerlebnis auch langfristig sichergestellt werden kann, müssen die Kanuten und Wasserwanderer sich bestimmten Einschränkungen unterwerfen: Für viele Wasserwege in Deutschland gelten strenge Befahrungsregeln, die auch kontrolliert werden. Diese Regeln sollten bei der Tourenplanung unbedingt beachtet werden.
Da nicht alle Besonderheiten der Flüsse in den Kanuführern oder der Fachlektüre aufgeführt werden können, sollte man sich vor dem Start beim DKV (www.kanu.de) eingehend informieren. Vor allem den zahlreichen Wasservögel-Arten sollte man unterwegs mit größtem Respekt begegnen und ihre Ruhe nicht beeinträchtigen.
Und los geht es …
Der Transport von Faltbooten oder den derzeit häufig angebotenen Schlauchkanus ist auch mit dem eigenen PKW unproblematisch. Starre Kajaks oder Kanadier sollte man sich vielleicht eher vor Ort beim Kanuverleih mieten. Auf vielen genehmigungspflichtigen Gewässern benötigt man natürlich »Lebensnotwendiges« wie Ersatzpaddel und Schwimmwesten. Weitere Ausrüstungsgegenstände, die man nicht vergessen sollte: Regenjacke, wasserdichte Packsäcke, feste Schuhe oder noch besser Trekkingsandalen.
Für die heiße Jahreszeit sind eine Kopfbedeckung und ein ausreichender Sonnenschutz für die Haut unverzichtbar. Und auch die Campingausrüstung für die gemütlichen Abende am Lagerfeuer und erholsamen Nächte im Zelt sollte möglichst den Anforderungen entsprechen: winddichtes und wasserabweisendes Zelt, Isomatte, Schlafsack, ein Kocher sowie die dazugehörigen Kartuschen, Kochgeschirr und einen ausreichend großen Wasserbehälter.
Strecken-Highlights
Jeder Kanuwanderer hat, auch wenn er sich wohl auf vielen Strecken Deutschlands wohlfühlen würde, so etwas wie ein Lieblingsrevier. Ob es Bayerns »langsame« Altmühl ist, einer der »Weinliebhaber-Flüsse« Enz und Neckar, die Saale-Unstrut vorbei an den Burgen Sachsen-Anhalts, der Naturpark Westhavelland in Brandenburg, die ostholsteinische Seenplatte, die »romantische« Lahn an der Domstadt Limburg oder auch der Spreewald, das vielleicht schönste deutsche Flusslabyrinth: Von Nord nach Süd und Ost nach West eröffnen sich unzählige reizvolle Möglichkeiten, die Natur mit dem Kanu zu erkunden.
Freunde und Gleichgesinnte treffen, ein neues Gebiet erkunden, einen perfekten Urlaubstag genießen oder einfach nur die Seele treiben lassen – die Motivation für den Start in das Kanu-Abenteuer kann unterschiedlicher Natur sein. Der Wunsch, atemberaubende Landschaften zu bestaunen und am Ende das selbst gesteckte Tagesziel zu erreichen, vereint die große Fangemeinde des Kanuwanderns auf jeden Fall …nawe





