Artikel dieser Ausgabe aus Freizeit
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Die coop Kids auf Klassenfahrt
Mit schweißnassen Händen hält Carlotta dem Mann am Check-in-Schalter ihre Bordkarte entgegen. Dann geht sie mit weichen Knien die Gangway entlang, drängt sich hinter ihren Klassenkameraden durch den engen Mittelgang und lässt sich mit einem lauten Plumps auf den schmalen Sitz neben Paula fallen.
»Hey, wird schon alles gut gehen!«, versucht Paula ihre ziemlich blasse Freundin aufzumuntern.
»Warum müssen wir denn unbedingt nach London fliegen?«, grummelt Carlotta angespannt. »Wir hätten genauso gut mit dem Bus fahren können.« Paula rollt statt einer Antwort nur mit den Augen, das hatte sie in den letzten Tagen schon mindestens fünfhundert Mal gehört.
Kurze Zeit später rollt das große Flugzeug zum Start – und nach nur etwas mehr als einer Stunde landen sie auch schon auf dem Flughafen Heathrow in London.
»Hey, war ja gar nicht so schlimm, wie ich dachte!«, ruft Carlotta erleichtert und holt ihren Rucksack aus der Handgepäckablage.
Die Fahrt mit der vollen U-Bahn ins Zentrum Londons dauert fast so lange wie der Flug.
»Ist es nicht toll hier?«, fragt Paula ihre Freunde und sieht sich begeistert das bunte und laute Treiben auf dem Piccadilly Circus an. Hunderte von bunt gekleideten Menschen aus vielen verschiedenen Nationen drängen sich auf den Bürgersteigen und Verkehrsinseln. Ein unglaubliches Stimmengewirr umgibt die vier coop-Kids, gemischt mit den Geräuschen von Autos, Motorrollern und Doppeldeckerbussen.
»Ziemlich kitschig«, brummt Onur mit Blick auf die verschnörkelten Häuser.
»Und schön verrückt«, bemerkt Olli. Fasziniert beobachtet er seine Umgebung: die grellbunten Schaufensterauslagen, das riesige Spielzeuggeschäft, vor dem Piraten sich Schwertkämpfe liefern, die schwarzen Taxen, die kreuz und quer durch die Stadt jagen, und die kleinen Seitengassen, in denen man sich in ein anderes Jahrhundert versetzt fühlt.
Wie im Flug vergehen die fünf Tage in London. Schon ist die Klasse schon wieder auf dem Weg zum Flughafen.
»Beeil dich«, ruft Herr Weiß Carlotta zu, als sie gerade aus der U-Bahn aussteigen will. »Die U-Bahn-Türen hier schließen ziemli ...«
Und schon ist die Tür zu!
Völlig entgeistert starrt Carlotta in die nicht weniger entsetzten Gesichter ihrer Klassenkameraden auf der anderen Seite des Fensters, die sich immer schneller von ihr wegbewegen.
»Hey, halt ...!«, ruft sie panisch – doch umsonst. Mit brennenden Wangen unterdrückt sie die aufsteigenden Tränen. Was nun?
Das Handy hat keinen Empfang. Also steigt sie an der nächsten Haltestelle aus, fährt die unendlich lange Rolltreppe nach oben und sucht Paulas Nummer aus dem Speicher.
»Kein Anschluss unter dieser Nummer ...«, hört sie nur. Mit zitternden Fingern wählt sie noch einmal, doch wieder die gleiche Ansage.
»Okay, jetzt nur nicht in Panik ausbrechen«, versucht Carlotta sich selbst zu beruhigen. Leichter gesagt als getan! Was, wenn sie zu spät zum Flughafen kommen würde? Wenn der Flieger ohne sie starten würde? Wenn sie ...
»Glaub ja nicht, dass wir dich hier zurücklassen«, hört sie auf einmal eine Stimme hinter sich und blickt gleich darauf in die grinsenden Gesichter von Olli und Herrn Weiß.Catrin Liebscher



