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Mittwoch, 23. Mai 2012
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Der sinnliche Widerstand

»Tanguera« – das Tango-Musical direkt aus Buenos Aires.

Die Hoffnung auf ein besseres Leben ist es, die die meisten Auswanderer antreibt, die Sehnsucht nach ein wenig Wohlstand, nach Freiheit und Geborgenheit haben. Die Wahrheit sieht meist anders aus. Statt des erhofften Glücks warten bei der Ankunft eher zwielichtige Gestalten und neue Unterdrückung. Das ist heute nicht anders als vor hundert Jahren. 

Damals zog es viele Auswanderer nach Südamerika, nach Argentinien, nach Buenos Aires. Aus den enttäuschten Hoffnungen derjenigen, die nicht im Paradies landeten, sondern in den Elendsvierteln der Stadt, entstand der typische argentinische Tango. Im sinnlichen Tanz konnten die gedemütigten Personen zu Helden werden, denn die Körperlichkeit war etwas, was ihnen niemand nehmen konnte. Der Tanz gab und gibt ihnen etwas von ihrer Identität zurück und lässt sie das ansonsten harte und entbehrungsvolle Leben besser ertragen. 

In der Heimat des Tangos, in Buenos Aires, wo der Tanz bis heute ein stets präsenter Teil des Lebens ist, entstand das Musical »Tanguera«, das dort nach seiner Uraufführung 2002 eine Rekordlaufzeit erlebte und seitdem in vielen Städten der Welt seinen Siegeszug fortsetzt. Nach früheren Gastspielen in den vergangenen Jahren ist »Tanguera« nun erneut in Deutschland zu sehen. 

 

Kampf gegen das Schicksal
»Tanguera« erzählt die Geschichte der jungen französischen Immigrantin Giselle, die – wie hunderttausende Einwanderer mit ihr – zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts im berüchtigten Hafenviertel La Boca in Buenos Aires landet. Nach Argentinien gelockt wurde sie von Gaudencio, der ihr die Heirat versprach, sich jedoch als Gauner herausstellt, der seine Hände im Drogengeschäft und der Zuhälterei hat. 

 

Anstelle des Glücks trifft sie den Hafenarbeiter Lorenzo, der sich auch gleich in sie verliebt. Doch Giselle kann sich nicht aus den Fängen der Unterwelt befreien, in die der zwielichtige Gaudencio sie gezogen hat. Ihr bleibt zum Überleben nur der Weg in die Prostitution und das Tanzen in einem heruntergekommenen Nachtclub. Nach und nach wird aus dem braven Mädchen eine dem Tangotanz ergebene »Tanguera« und der gefeierte Star des Cabarets. 

 

Auch Lorenzo erkennt, dass er sich ändern muss, wenn er Giselle für sich gewinnen will. Er studiert genauestens die Regeln der Unterwelt, unterzieht sich einem harten Training und wird ein großartiger Tangotänzer und Meister im Messerkampf. So kann er sich erhobenen Hauptes der Auseinandersetzung mit Gaudencio stellen. 

 

Neues wagen
Ähnlich wie die Hauptfigur Giselle betrat auch das Musical »Tanguera« Neuland. Denn anders als bei bisherigen Tangoshows wird hier erstmals – weitgehend ohne Worte – eine vollständige Geschichte erzählt, die mit präzisen Blicken und Gesten, mit Gesang und dem alles beherrschenden Tanz erlebbar wird. 30 virtuose Tänzerinnen und Tänzer tragen eine vor Leidenschaft glühende Choreographie vor und vereinen darin Lust und Schmerz zu einem authentischen Erlebnis, das von Publikum und Presse gleichermaßen bejubelt wird. 

jp

 

Info:

Tango auf Tour

1. - 5. Juli – Leipzig, Oper

8. - 19. Juli – Berlin, Staatsoper Unter den Linden

6. - 16. August – Mannheim, Nationaltheater

17. - 29. November – Zürich, Theater 11

1. - 13. Dezember – Wien, MuseumsQuartier 

Weitere Infos und Tickets erhalten Sie im Internet unter www.tanguera-musical.de sowie telefonisch unter (0180) 51 52 53 0 (Leipzig und Berlin) bzw. (01805) 57 00 80 (Mannheim) für 0,14 Euro aus dem dt. Festnetz. Mobilpreise weichen ab.