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Mittwoch, 23. Mai 2012
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Der Mut der Mutanten

Auch im dritten Teil von "X-Men" kämpfen die Mutanten wieder für oder gegen das Gute

Sind Mutanten eher ein Segen oder ein Fluch für die Menschheit? Um diese Frage beantworten zu können, muss man natürlich erst einmal wissen, was Mutanten überhaupt sind.

Zum ersten Mal drang die Kunde von Mutanten im Jahr 1963 an die Öffentlichkeit, wenn auch nur wenige besonders inte
ressierte Menschen davon Notiz nahmen. Die X-Men sind eine Gruppe von Comic-Superhelden, die in den Comics des legendären Marvel Verlags auftreten. Im September 1963 erschien das erste Heft der von Stan Lee und Jack Kirby geschaffenen Figuren, ohne dass der Serie jedoch ein großer kommerzieller Erfolg vergönnt war. Dieser stellte sich erst ab 1975 ein, als die überarbeiteten Comics sich langsam zur erfolgreichsten amerikanischen Comicserie mauserten.

Der Fortschritt der Evolution

Doch was sind die X-Men denn nun? Es sind Menschen mit einem besonderen genetischen Code, der sie zu übermenschlichen Leistungen befähigt. Einige dieser Mutanten nutzen ihre Fähigkeiten und Kräfte für ihre egoistischen Ziele, und genau diese sind es auch, die bei den normalen, nicht mutierten Menschen Ängste und Ablehnung schüren. Die Menschen haben Angst, dass sie von den Mutanten unterdrückt und unterworfen werden.

Und ganz unberechtigt ist diese Furcht nicht, denn der Oberbösewicht Magneto plant genau dieses. Er sieht die Mutanten als Fortschritt der Evolution und als neue Krone der Schöpfung. Ganz anders denkt da Charles Francis Xavier alias Professor X. Er setzt sich für ein friedliches Miteinander ein und hat ein so genanntes „Institut für begabte Jugendliche“ gegründet, in dem er jungen Mutanten hilft, ihre eigenen Kräfte besser zu verstehen und zu kontrollieren. Selbstverständlich sind sich Professor X und Magneto nicht grün und bekämpfen sich, so gut sie können.

Auf dieser Basis entstanden im Jahr 2000 der Film „X-Men“ und drei Jahre später „X-Men 2“, die beide äußerst erfolgreich waren und den Weg ebneten für zahlreiche weitere Comicverfilmungen wie „Spiderman“ oder „Hulk“. Ab dem 25. Mai 2006 geht der Kampf im dritten Teil der Reihe weiter. Auch wenn er als das finale Kapitel einer Trilogie angekündigt wird, kursieren Gerüchte, dass weitere Teile folgen könnten und die Serie auch das Ausscheiden einiger Hauptfiguren verkraften würde.

Sein oder nicht sein, das ist die Frage

Zum ersten Mal in der Geschichte haben die Mutanten die Wahl. Entweder sie erhalten sich ihre Einzigartigkeit und ihre übermenschlichen Kräfte, bleiben dadurch jedoch isoliert und ausgeschlossen von der übrigen Menschheit. Oder sie geben ihre Kräfte auf und werden menschlich. Ganz klar, auf welche Seite sich Professor X schlägt und auf welche Magneto!

Und so stellt der Film in einer comicartig bunten und sehr actiongeladenen Geschichte zahlreiche zutiefst menschliche Fragen: Soll man auf Vorurteile mit Anpassung reagieren? Ist es feige, seine Besonderheiten und Eigenarten aufzugeben, um sich vor Verfolgung und Ablehnung zu schützen? Heiligt der Zweck die Mittel? Ist die Gabe zu großer Kraft Lust oder Last?

Wie schon in den beiden ersten Teilen der Reihe versammelt der Film wieder eine große Schar von eigensinnigen Charakteren und erstklassigen Schauspielern. Zu den Hauptfiguren der bunten Riege gehört neben Professor Xavier und Magneto, dargestellt von Patrick Stewart und Ian McKellen, vor allem auch Wolverine, ein kleiner, haariger Kanadier mit verbesserter Sinneswahrnehmung, Selbstheilungskraft und drei Klauen an jeder Hand sowie einem Skelett aus Metall. Dahinter verbirgt sich der Schauspieler Hugh Jackmann, während Ex-Bond-Girl und Oscar-Preisträgerin Halle Berry die Mutantin Storm spielt, die über das Wetter gebietet.

Bunte Charaktere, tolle Schauspieler, eine intelligente und warmherzige Geschichte, das riecht verdächtig nach einem der großen Hits dieses Kinojahres!

jp

Fotos: Foxfilm