Artikel dieser Ausgabe aus Freizeit
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Der Motor, der uns antreibt
Sir Anthony Hopkins spielt Mit Herz und Hand
Manche Filme sind zu uns wie ein geliebter Mensch: Sie zaubern ein Lächeln in unser Gesicht und ein Leuchten in unser Herz, indem sie uns teilhaben lassen an ihrer Schönheit, Wärme und Weisheit. Sie bezaubern uns mit ihrem Humor, der uns nicht über sie lachen lässt, sondern mit ihnen. Und nach einem gemeinsamen Abend lassen sie uns zurück mit der Gewissheit, dass wir wenigstens einen Tag lang unverwundbar den Widrigkeiten des Lebens entgegentreten können.
Ein leiser Film über ein lautes Gefährt
Eines dieser seltenen und kostbaren Filmjuwele erwartet uns ab dem 5. Oktober im Kino, wenn Sir Anthony Hopkins in Mit Herz und Hand als kauziger Neuseeländer Burt Munro die Leinwand erobern wird. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Film seinen Weg zu einem möglichst breiten Publikum finden wird, auch wenn die umsatzstärkste Besuchergruppe der Cola schlürfenden und mit Popcorn werfenden Teenies diesen Film mit Sicherheit ignorieren wird. Denn für sie dürfte er viel zu leise und viel zu langsam sein.
Dass gerade dies die große Stärke des Filmes ist, verkennt jene Altersgruppe freilich nachdrücklich. Den wahren Kinoliebhabern dürfte das mehr als recht sein, denn so haben sie das Kino wenigstens für sich. Noch dazu werden sie sich klammheimlich freuen, dass der Film keineswegs nur leise und langsam ist. Ganz im Gegenteil, denn immerhin handelt er von einem sehr lauten und sehr schnellen Motorrad, einer 46 Jahre alten nostalgischen Indian Scout, mit der Burt Munro den Geschwindigkeitsweltrekord brechen will.
Mit 200 Meilen voll ins Herz
Schon seit vielen Jahren träumt Burt diesen Traum, doch erst die Diagnose einer Herzkrankheit und die Gewissheit, dass ihm nicht mehr viel Lebenszeit verbleibt, lassen ihn alle Zweifel und Hindernisse überwinden und das Abenteuer tatsächlich wagen.
Er verpfändet sein Haus in Neuseeland, gibt seiner Indian den letzten Schliff und macht sich auf den Weg nach Amerika, wo in den Salztonebenen von Utah die sogenannte „Speed Week“ ausgetragen wird.
Auf seiner Reise lernt er viele liebenswerte und schrullige Freunde kennen und trifft auch selbst mit seiner kauzigen und offenen neuseeländischen Art schnell ins Herz seiner Gastgeber. Vor allem diese Begegnungen sind es, die den großen Charme des Filmes ausmachen. Schon die nette Dame an der Hotelrezeption in Hollywood, seiner ersten Station in Amerika, entpuppt sich als Transvestit mit einem Herzen aus purem Gold.
Als er dann endlich in Utah ankommt, fangen die Schwierigkeiten erst richtig an. Denn nicht nur die Bürokratie mit ihren Anmeldeformalitäten ist so gar nicht auf den unkonventionellen Neuseeländer eingestellt, auch die Sicherheitsbestimmungen mögen nicht recht zur antiquierten Maschine und ihrem altmodischen Fahrer passen.
Doch Burt lässt nicht locker, will er doch einmal im Leben mit seiner Indian schneller als 200 Meilen fahren und sich nicht einfach sang- und klanglos in eine Ecke verkriechen.
Die lange Reise zum Lebenstraum
Ebenso viel Ausdauer wie Burt Munro zeigte auch Regisseur Roger Donaldson, als es darum ging, seinen Traum zu verwirklichen. Als junger Filmemacher lernte er Anfang der siebziger Jahre den wahren Burt Munro kennen, auf dessen Lebensgeschichte der Film beruht. Er drehte über ihn einen dokumentarischen Kurzfilm und war seitdem besessen von der Idee, einen Spielfilm über diesen ungewöhnlichen Menschen zu drehen und ihm damit ein Denkmal zu setzen. Er wollte die Geschichte eines Mannes erzählen, der beseelt war von seinem außergewöhnlich starken Glauben an sich selbst und an seinen Traum.
Für die Darstellung war Oscar-Preisträger Sir Anthony Hopkins erste Wahl, denn es gelingt ihm wunderbar, die Energie, Kreativität und Verrücktheit dieses Menschen mit seinem ganz eigenen Charme einzufangen.
Kinostart: 5. Oktober
Weitere Infos unter
www.mitherzundhand-film.de
www.rosenheimer.com
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