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Mittwoch, 23. Mai 2012
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Der Kampf ums Erwachsenwerden

Am 7. Mai 2009 kommt der französische Film »Wir sind alle erwachsen« von Anna Novion in die deutschen Kinos.

Versetzen Sie sich zurück in die Zeit, als Sie 17 Jahre alt waren. Erinnern Sie sich noch an den harten, bitteren Kampf des Erwachsenwerdens? Und an den Zeitpunkt der Rebellion? In der Phase der Abnabelung schien vor allem gnadenlose Ablehnung und grenzenloses Desinteresse zu regieren. Doch genau das ist die Zeitspanne, in welcher man seine Eltern und deren Hilfe und liebevolle Unterstützung am meisten braucht.

Genau um dieses menschliche Phänomen des Erwachsenwerdens geht es in dem französischen Film »Wir sind alle erwachsen« von Anna Novion. Das Verhältnis von Vater und Tochter wird mit dem Aufeinandertreffen zweier weiterer Figuren verbunden. Das Beziehung zwischen diesen vier Charakteren wird thematisiert und zu einer gefühlvollen und lustigen Geschichte geformt.


Planung mit Hindernissen

Albert (Jean-Pierre Darrpussin), der allein erziehende, verklemmte Vater, und seine 17-jährige Tochter Jeanne (Anaïs Demoustier) planen, den Sommer auf einer winzigen, schwedischen  Insel zu verbringen, um einen Wikingerschatz zu finden. Zwei Frauen werfen den Plan des Vaters allerdings über Bord. Denn aufgrund eines Versehens wurde das Ferienhaus sowohl an Albert und Jeanne als auch an Annika (Lia Boysen) und Christine (Judith Henry) vermietet. Nun müssen die vier, die kaum unterschiedlicher sein können, den Urlaub notgedrungen miteinander verbringen. In diesem ungewollt gemeinsamen Urlaub verändern sich sowohl die Erwachsenen als auch Jeanne, die das Erwachsensein langsam kennen lernt. Jeder einzelne Charakter reift im Verlauf des Zusammenseins und beginnt, eigene Ansichten zu überdenken und Kompromisse einzugehen.

Angesichts der Tatsache, dass Jeanne sich von dem örtlichen Frauenheld Johan (Björn Gustavsson) um den Finger wickeln lässt, ist Albert frustriert. Deshalb macht er sich alleine auf eine böse endende Kanufahrt, bei der er auf einer kleinen, einsamen Insel strandet. Derweil stellen sich Annika und ihre Jugendliebe Per (Jakob Eklund), den sie zufällig auf der Insel wiedersieht, ihrer Vergangenheit. Die Kostümbildnerin Christine startet ein neues Projekt abseits der Insel, und Jeanne schließlich merkt, wie sehr sie an ihrem Vater hängt.

Der Film bezieht seinen Charme vor allem aus den höchst unterschiedlichen Charakteren, die aufgrund der Situation zueinander finden müssen – ob sie es nun wollen oder nicht. Konfrontationen mit einigem Wortwitz sind hierbei ebenso garantiert wie langsame Annäherungen zwischen den Figuren. Tiefere Gefühle sind zwar nicht garantiert, aber die neu geschlossenen Freundschaften gewähren den Protagonisten zumindest neue Blickwinkel auf ihr eigenes Leben.


Location: Schweden

Die Regisseurin wählte die skandinavische Kulisse aufgrund der einzigartigen Lichtverhältnisse, der weiten Ebenen und der lang gezogenen Küstenstreifen. Diese abwechslungsreiche Szenerie korrespondiert gut mit den durchaus wechselhaften Stimmungen der Charaktere. Wenn etwa der Himmel erstrahlt, während das Meer trübe hin und her ebbt. Diesen faszinierenden Kontrast hat Anna Novion zu ihrem Vorteil genutzt. Dass während der Dreharbeiten dann auch noch der Wind ordentlich blies, unterstreicht zusätzlich die Zerrissenheit der einzelnen Figuren.

Keine Frage: Mit Schweden als Drehort hat Anne Novion besonderes Gespür bewiesen, um den seelischen und emotionalen Verstrickungen ihrer Figuren den passenden Rahmen zu geben. Parallelen zu Filmen wie etwa  »Schiffsmeldungen« drängen sich regelrecht auf...

je

Der ungeplante Gemeinschaftsurlaub erweist sich schließlich als ein Schritt nach vorn.
Der örtliche Frauenheld Johan verbringt viel Zeit mit Jeanne.