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Das Eckige muss ins Runde
Spiele: Trivial Pursuit
Auch in Zeiten vor „Wer wird Millionär?“ war Wissen sehr gefragt. „Trivial Pursuit“ heißt der populäre Zeitvertreib, der seit den frühen 80er Jahren des letzten Jahrhunderts circa 90 Millionen Mal über den Ladentisch gegangen ist.
Dabei sind die Aufgaben, die einem gestellt werden, mitunter nicht so naheliegend, wie es der Name des Spiels vermuten lässt. Als Trivialität bezeichnet man ja etwas, das für jedermann ersichtlich oder bekannt ist. Das englische „Pursuit“ steht für „Jagd“ oder „Verfolgung“, kann aber auch „Beschäftigung“ bedeuten.
Über den Begriff Allgemeinbildung ist schon viel gestritten worden – zu Recht! Denn auch ein mit Wissen beschlagener Mitspieler kann ziemlich alt aussehen, wenn nach der Anzahl der Grübchen im Golfball gefragt wird. Aber auch Fragen auf seriösem Niveau können einen ins Schwitzen bringen, beziehen sie sich auf ein wenig geliebtes Gebiet. Denke ich da etwa an so manche Kunst & Literatur-Frage der Original-Edition zurück, so lag die Antwort so fern von mir wie Kunst und Literatur von einem Kunstbanausen eben „fern liegen“ können.
Wer wurde Millionär?
Während man sich heute mit derart „trivialem“ Wissen als Kandidat in der richtigen Show ein goldenes Näschen verdienen kann, mussten die Entwickler des Spiels seinerzeit noch einen langen Atem aufbringen. Das Konzept für das Spiel kam dem kanadischen Sportredakteur Scott Abbott und seinem Freund, dem Fotografen Chris Haney, bereits im Dezember 1979 während einer gemeinsamen Scrabble-Partie, als sie sich wieder einmal darum stritten, wer denn nun der bessere Spieler sei. Schnell war die Idee für ein Kräftemessen des Geistes geboren. Um das Projekt finanzieren zu können, holten sie sich noch Chris Bruder John und dessen Bekannten Ed Werner mit ins Boot.
Der erste Drucklauf startete im November 1981 mit 1100 Exemplaren, die bald restlos vergriffen waren. Als Erfolg konnte man dies dennoch nicht werten, denn bei einem Verkaufspreis von 29,95 US-Dollar und Produktionskosten von 75 US-Dollar je Spiel ging es in erster Linie darum, die Bekanntheit zu steigern. Doch auch diese Rechnung ging nicht auf. Für Spielzeugmessen wurden im darauffolgenden Jahr nur 400 Kopien des Spiels angefordert.
Erst als man das Konzept auf den Themenschwerpunkt Filmindustrie umdachte und der Spielefabrikant Selchow & Righter ins Geschäft einstieg, boomte es. Bis zum Ende des Jahres 1983 verkaufte sich das Spiel allein auf dem nordamerikanischen Kontinent 3 Millionen Mal. Heute liegen die Rechte im Besitz des Hasbro-Konzerns.
Ihr Stück vom Kuchen
Das Spielbrett stellt ein Rad mit sechs Speichen dar. Dort, wo die Speichen zusammenlaufen, bringen die Teilnehmer ihre kreisrunden Spielfiguren in Position. Nun greift man zum Würfel und der Spieler an der Reihe zieht seine Figur entsprechend der Anzahl erzielter Augen auf ein Spielfeld nach Wahl. In der Genus-Edition gibt es sechs farblich unterschiedliche Wissensfelder: Geschichte (gelb), Erdkunde (blau),
Wissenschaft & Technik (grün), Sport & Vergnügen (orange), Unterhaltung (pink) und Kunst & Literatur (braun).
Je nach Feld wird dem Spieler eine Frage der entsprechenden Kategorie gestellt. Liegt er mit seiner Antwort richtig, darf er weiterwürfeln. Kennt er die Antwort nicht, kommt der nächste Spieler zum Zug. Die großen Eckfelder haben wiederum eine besondere Bedeutung: Hier erhält man bei korrekter Lösung einen Wissensstein, das sogenannte „Purting“.
Um als Sieger hervorzugehen, bedarf es der Erfüllung zweier Auflagen: Ein Spieler muss zunächst Wissenssteine sämtlicher Farben gesammelt haben, um mit seiner Spielfigur in die Mitte gehen zu können, wo er sich einer Frage stellen muss, die ihm seine Mitspieler stellen. Meistert er auch diese Hürde, ist der Wettstreit der Superhirne entschieden.
Der Mann hinter den (deutschen) Fragen
Sämtlichen Ausgaben des Spiels, von der Genus- über die Babyboom- bis hin zur Familien-Edition, liegt ein Set Karten bei, auf denen sich die das Spiel ausmachenden Fragen nebst Antworten befinden. Und kaum zu glauben, aber wahr, alle Fragen sämtlicher (!) deutschsprachigen Trivial-Pursuit-Editionen hat ein einzelner Mann ersonnen: Seit 21 Jahren ist es Willi Andresens Tagewerk, Enzyklopädien, Magazine, Zeitschriften und andere Quellen auf der Suche nach Material für neue Quizfragen zu durchforsten. Knapp 140 000 sind es bisher. Wer weiß, vielleicht wird er noch Fragen-Millionär?!
Weitere Informationen unter
www.hasbro.de
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