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Mittwoch, 23. Mai 2012
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Da fang mir doch einer ’nen Dorsch

Feiern und fachsimpeln auf den 10. Laboer Dorschtagen

vom 26. bis 29. März 2009.

Die passende Angel, die perfekte Technik – einen Dorsch zu fangen ist schon eine Wissenschaft für sich. Allein das Tier beim »richtigen« Namen zu nennen, hat so seine Tücken: Familie der Knochenfische, Ordnung der Dorschartigen. So weit, so gut.
Aber bezeichnen Dorsch und Kabeljau ein und denselben Fisch? Fast. Die erwachsene Nordseeform nennt sich Kabeljau, die noch nicht geschlechtsreife Form der Nordsee und die gesamte Ostseeform ist als Dorsch bekannt. Die Handelsbezeichnung für verschiedene Gattungen lautet oft ganz vornehm »Seelachs«. Und wie formulierte es Mike Krüger einst so treffend: »Bevor ich diesen Jabbel kau, ess ich doch lieber Kabeljau!« Dorsch hin, Seelachs her, Hauptsache »lecker«. Ende März aber heißt es in Laboe in erster Linie »schön groß«.

Unter eigener Regie erfolgreich
Vor zehn Jahren kam es dort zu einem denkwürdigen Treffen. Die Kapitäne der Angelkutter aus der Kieler Förde setzten sich zusammen, um zu beratschlagen, wie man die einzigartigen hiesigen Angelbedingungen einer breiteren Öffentlichkeit schmackhaft machen und sich gleichzeitig den treuen Stammgästen erkenntlich zeigen könnte. Die Idee einer Festveranstaltung war geboren und nahm in den folgenden Wochen konkrete Formen an: ein Fest von Anglern für Angler und für alle, die es werden wollen. Auch den Gästen aus dem Binnenland und all jenen, die überhaupt noch nie eine Angelrute ausgeworfen haben, sollte sich eine Möglichkeit bieten, alle Angelarten und -fahrten der Ostsee kennen zu lernen; aber nicht nur als graue Theorie, sondern live am Strand und an der Hafenmole.

Zwischen den eigentlich konkurrierenden Kapitänen entwickelte sich schnell ein enges Vertrauensverhältnis, und so wartete man nicht auf den perfekten Veranstalter, sondern behielt das Ruder in der Hand. Seitdem organisiert die »Laboer Dorschtage GbR« eigenverantwortlich ein jährliches Event, das mittlerweile zu den wohl attraktivsten Angelveranstaltungen der Ostseeküste zählt.

Für Seeleute und Sehleute
Die Laboer Dorschtage sind so beliebt, weil sie das Informative mit dem Geselligen verbinden. Im Ostseebad Laboe, einer ohnehin maritim orientierten Gemeinde, fällt damit alljährlich ein gelungener Startschuss in die Angelsaison. Dieses Jahr, vom 26. bis 29. März, gibt es doppelten Grund zum Feiern, denn das Event hat seinen ersten runden Geburtstag. Besonderer Dank gilt an dieser Stelle den vielen fleißigen Sponsoren wie

Donnerstag um 18 Uhr öffnet das große Festzelt zur Einschreibung der Teilnehmer (im vergangenen Jahr traten gut 300 Hochseeangler/-innen an). Erste Präsentationen können nun bereits bestaunt werden, bis um 20.30 Uhr mit einem zünftigen »Petri Heil« die 10. Laboer Dorschtage offiziell für eröffnet erklärt werden. Die beteiligten Kutterkapitäne – Spezialisten in Sachen Angelausstattung und seefeste Weltmeister – geben sich die Ehre. Die Brüder Heiner, Dieter und Günter Großmann haben schon etliche deutsche Titel und Weltmeistertitel im Meeresangeln nach Kiel geholt und leisten, ebenso wie der Angelgerätehersteller Dega, von Beginn an tatkräftige Unterstützung für das Top-Event rund ums moderne Meeresangeln.

Angeln live!
Sie möchten den Fisch nicht nur frisch kaufen und genießen, sondern am liebsten auch noch höchstpersönlich aus der Ostsee holen? Kein Problem! Die MS »Kehrheim II« unter Leitung von Käpt’n Gerrit Vöge bietet Angeltouren auf hoher See für jeden Angelfan an: von September bis Mai in der westlichen Ostsee ab Laboe,
von Juni bis August in der Nordsee ab Büsum.
Infos und Buchungen unter Telefon (01 70) 2 76 32 72 oder www.kehrheim2.de

Hier angelt man sich einen flotten ... Dorsch
Freitag, 8 Uhr beginnt das gemeinsame Auslaufen der teilnehmenden Angelkutter aus dem Hafen. Ein vielseitiges Rahmenprogramm mit Vorführungen am Strand, an Infoständen und im Festzelt sowie farbenfrohe Kinderanimation und feine norddeutsche Spezialitäten lassen die acht Stunden bis zum Einlaufen wie im Fluge vergehen.
Es folgt das Schaufiletieren des Fangs mit strenger Messung und Bekanntgabe des Tippspiel-Gewinners. Am Abend wird im Festzelt der »Dorsch des Tages« gekürt, und dann heißt es »feiern bis in die Puppen«.

Der zweite Wettkampftag bietet weitere Programmhighlights wie zum Beispiel die Demonstration des Räucherns, ein großes Gewinnspiel und natürlich die mit Spannung erwartete Prämierung des Tagessiegers und der Gesamtgewinner.

2008 betrat erstmals eine Dorschkönigin mit einem Fang von stattlichen 95 Zentimetern das Siegertreppchen. Man darf gespannt sein, wer in diesem Jahr das Rennen um den längsten Dorsch macht. Da­rauf nochmals »Petri heil«, guten Appetit und viel Vergnügen bei den Laboer Dorschtagen!

tide

Fotos: MS Blauort (1), Laboer Dorschtage (1), Shutterstock (1), Gerrit Vöge(1)