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Mittwoch, 23. Mai 2012
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Bläser aus Leidenschaft

Das "Laboer Parforcehorn-Quintett & FreundInnen"

 Selbst der größte Laie verbindet mit der Jagd Hörnerschall und Hundegebell. Schließlich ist das Jagdhorn seit jeher nicht nur ein unentbehrliches Hilfsmittel auf der Jagd und dient zur lautstarken, aber dennoch wohlklingenden Erzeugung von Ruf-, Leit- und Totsignalen, sondern es begleitet das gesamte feierliche Jagdzeremoniell.

Aber man muss nicht zwangsläufig Jäger sein, um sich für Jagdmusik zu begeistern. Es genügen schon ein Bezug zur Reiterei und die Faszination, ein traditionsreiches Instrument wie das Jagdhorn spielen zu wollen. Und deshalb haben uns die Mitglieder des „Laboer Parforcehorn-Quintetts & FreundInnen“ eingeladen, um uns etwas über ihre Geschichte zu erzählen. Eine Geschichte, die eher zufällig ihren Anfang gefunden hat und zu einer echten Leidenschaft wurde.

Zunächst ein Hobby …

Adolf Wiener erinnert sich: „Wir waren aktive Reiter im Reiterverein Laboe e.V., als unser Reitlehrer Günther Goerke uns animierte, mit dem Hornspielen zu beginnen. Sein Wunsch war es, eine Bläsergruppe zu gründen, die auf Turnieren oder Jagden für die passende musikalische Untermalung sorgt.“

Unter dem Namen „Reiterliche Jagdhornbläser Laboe“ fanden sich 1984 ein paar motivierte Reiter und Reiterinnen zusammen, die sich ohne jegliche Vorkenntnisse mutig Hörner schnappten und munter drauflos bliesen. Immerhin beherrschten sie nach einigen Übungsstunden drei bis vier Jagdsignale. „Unseren allerersten Auftritt hatten wir am 1. Mai 1984. Da spielten wir alle noch das Fürst-Pleß-Horn in B. Auch wenn mit diesem Horn weitaus weniger Töne zu erzielen sind als mit unseren heutigen Parforcehörnern, war es doch ein einschneidendes Erlebnis, das uns nur noch mehr anspornte“, berichtet Adolf Wiener. In den nächsten Jahren folgten Auftritte an Geburtstagen, anlässlich von Herbstjagden und Weihnachtsfeiern. Aber auch für Heimatabende, Museumseinweihungen und Kreisfeste wurden die Bläser gebucht. Insgesamt 16 Jahre lang haben die „Reiterlichen Jagdhornbläser Laboe“ zahllose Veranstaltungen – überwiegend reiterlicher Art – musikalisch begleitet.

… jetzt wahre Leidenschaft

Im Laufe dieser Zeit stieg natürlich der Bekanntheitsgrad, und die Bläser wurden für Auftritte außerhalb der Grenzen von Schönberg und Laboe gebucht. Mit diesem Erfolg wuchs auch der Wunsch nach „mehr“: So bildete sich im Jahr 2000 aus den Mitgliedern dieser Gruppe ein Quintett heraus, das sich auf Es-Parforcehörner spezialisiert hat. Mit diesen „großen“ Hörnern konnte das Musikrepertoire enorm erweitert werden.

 „Aufgrund der Länge dieses Horns (Anm.: es misst 4,50 m) ist es nämlich möglich, 16 Töne in Es-Lage zu spielen“, erklärt Berend Wellmann. „Und dadurch wurden uns aus musikalischer Sicht völlig neue Möglichkeiten aufgetan.“

Zu den Mitgliedern dieses neu gegründeten „Laboer Parforcehorn-Quintetts“ gehörten – und gehören immer noch – Volker Kaschner aus Schönberg, Dr. Wolfgang Weber, Heidemarie und Adolf Wiener aus Laboe und nicht zuletzt Berend Wellmann aus Brodersdorf. „Und so begannen wir also voller Enthusiasmus, das Parforcehorn-Spielen zu erlernen“, berichtet Adolf Wiener weiter. „Bis wir 2001 feststellten, dass wir unser persönliches Limit erreicht hatten.“
Mehr und mehr Erfolg

Kurzentschlossen suchten sie professionelle Hilfe bei Ewald Wöhrle, der dem Quintett das Angebot machte, zu dem von ihm gegründeten und geleiteten „Kieler Parforce-und Waldhorncorps“ dazuzustoßen. „Wir nahmen mit den Kielern mehrfach an Bläserseminaren in Bad Mergentheim und Blankenheim teil. Und als Laboer Gruppe im letzten Jahr an einer Fortbildung in der Naturhornakademie bei Wilhelm Bruns in Bad Dürkheim.“

Auch bei Wettbewerben schnitten sie gut ab: Im Mai 2001 wurden sie beim Landesbläserwettbewerb Zweiter in der Kür, 2002 siegten sie auf Gut Cleve im Pflichtwettbewerb und 2003 wurden sie Landessieger im Kürblasen. „Während des Musizierens im Kieler Corps und später im Landesparforcehorncorps hielten wir immer unsere Quintettformation mit wöchentlichen Übungsstunden am Leben.

Als sich in diesem Jahr das Kieler Corps auflöste, waren wir wieder auf uns selbst gestellt. Aber in den fünf Jahren der Zugehörigkeit im Kieler Corps haben wir viel gelernt – und wir haben dort unsere „FreundInnen“ kennengelernt, die inzwischen alle 14 Tage mit uns zusammen üben und uns bei größeren Auftritten verstärken.“ Die FreundInnen, das sind: Uschi Geffke, Annkatrin Moelln, Dr. Horst Völker und Frauke Formella. „Alles in allem sind wir uns sicher, dass wir auch weiterhin vielen Jagdmusikanhängern mit unseren Auftritten Freude bereiten werden“, schließt Adolf Wiener zufrieden.

Kontakt

Adolf Wiener
Telefon: (0 43 43) 80 50
E-Mail: adolf_w(at)yahoo(dot)de

chris

Fotos: Bevis