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Aus der Bahn geworfen
Kinotipp: „Things We Lost In The Fire“
Die Oscar-Preisträger Halle Berry und Benicio del Toro in „Things We Lost In The Fire“. Ab 29. Mai im Kino.
Unsere Wege gehen nicht immer geradeaus. Das hat sicher jede und jeder von uns schon erlebt. Doch während wir über manchen charmanten Umweg lächeln können, gibt es auch Momente, in denen unser Leben ganz unvermutet und mit voller Wucht eine andere Richtung einschlägt.
Genau in eine solche Situation gerät Audrey Burke (Halle Berry), als ihr geliebter Ehemann Brian (David Duchovny) das Opfer einer Gewalttat wird. Nach seinem Tod steht sie ganz allein mit ihren beiden sechs und zehn Jahre alten Kindern vor den Scherben ihres bisherigen Lebens. Es gibt nur einen Menschen, der ihr in ihrer Trauer und Verzweiflung zur Seite steht: Anwalt Jerry Sunborne (Benicio del Toro), der schon seit Kindertagen eng mit Brian befreundet war.
Emotionale Achterbahnfahrt
Das Problem an der Sache: Jerry ist drogenabhängig. Audrey würde sich viel lieber von ihm fernhalten, denn Jerrys unberechenbares Verhalten hatte schon seit längerer Zeit für Unmut und Unruhe in Audreys ansonsten glücklicher Ehe gesorgt. Doch Jerry ist die einzige Person, die dem getöteten Brian genauso nahestand wie sie selbst.
In der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit fassen beide zunehmend Vertrauen zueinander und erkennen Dinge und Zusammenhänge, die ihnen vorher nicht bewusst waren. Beide bewegen sich auf einem schmalen Grat und stehen manches Mal dicht am Abgrund, doch nach und nach kommt das Leben beider wieder in eine Balance.
Eine Dänin in Hollywood
Die dänische Regisseurin Susanne Bier, deren bisherige Werke wie Nach der Hochzeit ihr internationale Anerkennung einbrachten, wagte den Sprung nach Hollywood und legt nun ihren ersten englischsprachigen Film vor. Ihr war es wichtig, einen emotional packenden Film zu drehen, das Thema aber nicht zu melodramatisch anzugehen. Selbst in den dunklen Momenten des Films scheinen daher immer auch leichte und humorvolle Elemente durch, die vor allem von Benicio del Toro getragen werden.
Eine Botschaft habe der Film nicht, erklärt Susanne Bier. Im Gegenteil, sie hasse Filme, die unbedingt Botschaften vermitteln wollen. Vielmehr komme es darauf an, eine spannende und realitätsnahe Geschichte zu erzählen, die den Zuschauern auch nach dem Kinoerlebnis noch im Gedächtnis bleibt und sie beschäftigt.
Viele Figuren im Film sind von Brians tragischem Tod betroffen, doch es wäre wohl zu einfach und zu hollywoodmäßig gedacht, würden sie durch dieses Ereignis zu besseren Menschen werden. Jeder reagiert auf seine Weise – manche ändern sich, andere bleiben dieselben. Und genau dies ist nach den Worten der Regisseurin das Besondere der Geschichte. Doch für Audrey und Jerry gilt tatsächlich, dass bei ihnen durch das Unglück Prozesse in Gang kommen, die ihr Leben nachhaltig verändern.
Bekannte von Bond
Die afroamerikanische Schauspielerin Halle Berry war in den vergangenen Jahren in zahlreichen Großproduktionen zu sehen. Den Oscar erhielt sie für ihre Rolle im Film Monsters Ball als Ehefrau eines Todeskandidaten im US-Gefängnis. Bekannter jedoch sind ihre Auftritte in den drei Teilen der Comicverfilmung X-Men, wo sie als „Storm“ eine Mutantin mit übermenschlichen Kräften spielt. Doch auch als Bond-Girl an der Seite von Pierce Brosnan (Stirb an einem anderen Tag) machte sie eine gute Figur – im wahren Wortsinne, denn nahezu jeder Zuschauer denkt hierbei an die Szene, als sie im Bikini dem Meer entstieg wie einst Ursula Andress bei Ur-Bond Sean Connery.
Auch der Puerto Ricaner Benicio del Toro gehört mittlerweile zu den festen Größen in Hollywood. Und auch er war bereits ein Gegenspieler von James Bond (1989 in Lizenz zum Töten). Wichtiger jedoch waren seine Rollen in Traffic (mit einem Oscar gekrönt) und Sin City.jp





