Artikel dieser Ausgabe aus Familie & Gesellschaft
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Schaffe, schaffe, Häusle baue
Tier und Mensch: Biber
Holz ist sein Leben – ob als Nahrung oder als Baumaterial. Beim Biber dreht sich einfach alles um diesen Naturstoff.
Dank seiner kräftigen Nagezähne ist der Biber in der Lage, Baumstämme mit einem Durchmesser von bis zu einem Meter zu fällen. Und da auch die Nahrung von Bibern ausschließlich aus pflanzlichen Produkten besteht, braucht er täglich jede Menge Holz, um seine Bedürfnisse zu befriedigen.
Wer einen Biber einmal aus der Nähe erleben möchte, kann durchaus Glück haben: Denn Biber besiedeln Fließgewässer in allen Größenkategorien vom Weiher oder Altwasser bis hin zum See. Hinzu kommt die erfreulich Tatsache, dass der Europäische Biber (lat. Castor fiber) als »gering gefährdet« eingestuft wird. Der Gesamtbestand der in Deutschland lebenden Biber wird auf etwa 15 000 Tiere geschätzt. Außerdem findet man ihn in Südskandinavien, Polen, Frankreich, Österreich sowie im europäischen Teil Russlands. Von seinem Artgenossen, dem Kanadischen Biber, der sich uneingeschränkt von Alaska bis Texas die Ehre gibt, unterscheidet er sich kaum.
Unermüdliche Baumeister
Wenn der Biber sich für seinen »Wohnungsbau« ein Gebiet aussucht, in dem es stehendes Gewässer gibt, verzichtet er darauf, einen Biberdamm anzulegen. Findet er dagegen fließendes vor, so ist der Dammbau dringend vonnöten, da das Wasser durch diesen Damm auf einem Level gehalten werden kann und so gewährleistet ist, dass der Eingang vom angrenzenden Biberbau stets unter Wasser bleibt.
Sowohl der Damm als auch die Biberburg werden mit Steinen, Schlamm und Geäst abgedichtet und nach Bedarf immer erweitert, repariert und renoviert. Am Fleiß soll es nicht scheitern!
Mit einer gewissen Holznote
Über Sommer ernähren sich Biber hauptsächlich von jungen Baumtrieben sowie von verschiedenen Wasser- und Uferpflanzen, im Winter dagegen dient ihnen eher die Rinde von Weichholz-Bäumen als Nahrung.
Da der Biber keinen Winterschlaf hält, sondern lediglich eine Winterruhe einlegt, muss er für die kalte Jahreszeit einen Nahrungsvorrat anhäufen. Dieser besteht aus Zweigen und Ästen, die er direkt vor dem Eingang seiner Behausung lagert. So ist seine Nahrung bei Bedarf stets griffbereit, selbst wenn die Wasseroberfläche gefroren sein sollte.
Wasser ist ihr Element
Während Biber an Land eher etwas unbeholfen wirken und sich aufgrund der langen Hinterbeine und der nur kurzen Vordergliedmaßen eher watschelnd fortbewegen, gewinnen sie in null Komma nichts an Eleganz, sobald sie ins Nass gleiten. Für ein Leben im Wasser sind sie geschaffen! Ihr dichtes und wasserundurchlässiges Fell schützt sie vor Unterkühlung und ihr keulenförmiger Schwanz, der auch als »Kelle« bezeichnet wird, ist beschuppt und schwer und wird zum Rudern verwendet.
Außerdem verhelfen ihnen die Schwimmhäute an den Hinterfüßen zu mehr Geschwindigkeit. Geht der Biber auf Tauchgang (bis zu 15 Minuten kann er unter Wasser bleiben!), so verschließen sich Nase und Ohren automatisch.
Sogar unter einer gefrorenen Eisschicht kann ein Biber schwimmen! Hierfür nagt er ein Loch in seinen Biberdamm, um etwas Wasser abzulassen. Die daraus entstehende Luftschicht nutzt er dann für seine Zwecke.
Im Biberbau gehts rund
Trotz ihrer beachtlichen Körpergröße, die zwischen 70 und 130 Zentimetern (zuzüglich etwa 30 Zentimeter Schwanz) liegen kann, und einem Gewicht zwischen 30 und 35 Kilogramm bevölkern Biber ihren Bau in Form einer Kolonie, die in der Regel aus einem erwachsenem, monogam lebenden Pärchen und seinen zwei bis vier Jungen besteht, die erst im Alter von zwei Jahren die Kolonie verlassen.
Ein Biber kann selbst in freier Wildbahn bis zu 17 Jahre alt werden. Aufgrund der Tatsache, dass sich diese Tiere hauptsächlich im Wasser aufhalten, haben sie so gut wie keine Feinde. Allerdings können Otter den Jungtieren gefährlich werden. Lebt der Biber in Gefangenschaft, wie beispielsweise in Zoos, sind sogar 30 Lenze keine Seltenheit. Und da geht dann schon jede Menge Holz drauf
chris





