Artikel dieser Ausgabe aus Familie & Gesellschaft
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Komm und küss mich!
Tier und Mensch: Frosch
Ist Ihnen eigentlich bewusst, wie oft der Frosch in unserem Sprachgebrauch vorkommt und wie wenig wir genau genommen über ihn wissen? Es ist also an der Zeit, den kleinen grünen, quakenden Gesellen einmal näher unter die Lupe zu nehmen.
Egal ob wir uns durch die Bemerkung „Sei kein Frosch!“ anstacheln lassen, Dinge zu tun, die wir eigentlich scheuen, oder ob wir bei einem Vortrag stimmlich ins Straucheln kommen, weil wir „einen Frosch im Hals haben“, ob wir uns vom „Wetterfrosch“ das Wetter vorhersagen oder uns durch das Märchen „Froschkönig“ der Brüder Grimm weismachen lassen, dass hinter so manchem Frosch ein verwunschener Prinz steckt: Dieser Lurch hüpft uns oft über den Weg!
Da Frösche zu einer nahezu weltweit verbreiteten Tierfamilie gehören, die mit über 800 Arten zu den formenreichsten innerhalb der Amphibien zählt, haben wir uns einen ganz speziellen Vertreter herausgesucht: den Europäischen Laubfrosch (lat. Hyla arborea).
Im Mittelpunkt des Interesses
Zum einen handelt es sich beim Europäischen Laubfrosch sicherlich um die wohl bekannteste Froschart in Mitteleuropa, zum anderen gehört er leider zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten. Letzteres ist auch der Grund dafür, warum die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde e.V. (DGHT) ihn zum „Froschlurch des Jahres 2008“ ausgerufen hat. Mit dieser Ernennung soll vor allem auf die Grundproblematik aufmerksam gemacht werden, die in der Zerstörung seiner Land- und Wasserlebensräume besteht.
Klein – aber laut!
Ein Laubfrosch ist leicht zu übersehen, schließlich erreicht er selbst im geschlechtsreifen Alter nur eine Körperlänge von dreieinhalb bis fünf Zentimetern und wiegt lediglich vier bis sechs Gramm. Auch seine grasgrüne Tarnfarbe fördert unsere Aufmerksamkeit nicht gerade.
Aber warten Sie mal ab, was passiert, wenn die Männchen auf Paarungssuche sind und ihre große, kehlständige Schallblase zum Rufen, nun ja, Quaken, kugelig aufblasen! Dann suchen Sie sicher schnell das Weite, denn es ist erwiesen, dass Laubfrösche trotz ihrer geringen Körpergröße über die lauteste Stimme unter den mitteleuropäischen Lurchen verfügen.
Manche mögens heiß
Der Laubfrosch liebt die Wärme und deshalb tritt er in unseren Gefilden meistens erst Ende April, Anfang Mai in Erscheinung. Wer ihn sehen möchte, wird in erster Linie an wohltemperierten Laichgewässern Erfolg haben. Hier sind in der Abenddämmerung dann auch die lautstarken Rufkonzerte der paarungswilligen Männchen zu hören.
Nach der Paarungs- und Laichphase, die bei schlechter Witterung oft nur wenige Tage dauert, verlassen die Alttiere die Gewässer. In den Sommermonaten bevorzugen sie als Aufenthaltsort eher geschützte Bereiche wie Hecken oder Gebüsche.
Während des Sommers nimmt beim Nachwuchs der natürliche Werdegang seinen Lauf: Erst kommt die Eientwicklung, dann das Larvenstadium mit der anschließenden Metamorphose, der Wandlung von der Kaulquappe in einen Jungfrosch. Ist diese Entwicklung abgeschlossen, findet circa Mitte Juli der erste Landgang statt. Zu Hunderten wandern dann Jungfrösche in die umliegenden Feuchtgebiete, wo sie bis zum Spätherbst bleiben. Überwintert wird in frostfreien Quartieren, die sich die Jungtiere mit den älteren teilen.
Mit schneller Zunge
Der Laubfrosch ist ein geschickter Insektenjäger, der sich mit Hilfe seiner schnellen, klebrigen Zunge hauptsächlich von Fliegen und Mücken, kleinen Käfern und Wanzen ernährt. Beobachtungen haben gezeigt, dass allein die Bewegung des „Opfers“ den optischen Fangreiz auslöst, ein still sitzendes Insekt nimmt der Frosch überhaupt nicht wahr.
Jede Art von Mithilfe zählt
In der Regel können Laubfrösche bis zu fünf Jahre alt werden. Aber das ist eher Theorie. Denn erstens gibt es da die natürlichen Feinde des Laubfrosches, zu denen zahlreiche Vogelarten, Wasserspitzmäuse, Iltisse und Ringelnattern zählen, zweitens fallen viele Frösche auf ihren manchmal kilometerlangen Wanderungen dem Verkehr zum Opfer und drittens findet eine Minimierung des Bestandes durch die Zerstörung ihrer Land- und Wasserlebensräume statt.
Naturschützer fordern deshalb zielgerichtete Artenschutzprogramme. Was Sie als Privatperson tun können? Schon der Erhalt einer Hecke oder eine Heckenneubegründung auf Ihrem Grundstück ist ein wichtiger Beitrag und ein Sprung in die richtige Richtung.
chris






