Artikel dieser Ausgabe aus Familie & Gesellschaft
Meine Gesundheitsapotheke
In der Ruhe liegt die Kraft
Tier und Mensch: Koala
Koala – das bedeutet in der Sprache der Aborigines „der, der nichts trinkt“. Was Koalas den lieben langen Tag überhaupt so treiben? Lesen Sie selbst.
Auf ihre ganz spezielle (ruhige) Weise sind Koalas faszinierende Tiere, und es gibt wohl kaum jemanden, der diese puscheligen, Eukalyptusblätter knabbernden, großohrigen Beutelbären nicht zumindest „niedlich“ findet.
Heutzutage lebt der Koala, übrigens das Symboltier des „fünften Kontinents“, ausschließlich im Nordosten Australiens, in einem Gebiet, das sich von Queensland bis Süd-Victoria zieht.
Sie haben es nicht leicht
Da Koalas nur in Regionen dauerhaft existieren können, in denen verschiedene Eukalyptusarten wachsen, sind ihre Möglichkeiten, sich niederzulassen, schon von Natur aus äußerst eingeschränkt.
Weiter erschwert wird ihre Situation dadurch, dass ihr Lebensraum durch Rodung, Entwässerung sowie den Bau von Straßen und Zäunen immer mehr zerstört wird. Auch der schnelle Autoverkehr wird dem gemächlichen Koala oft zum Verhängnis. Überfahrene Koalas sind in Australien leider gang und gäbe. Daher ist nicht verwunderlich, dass die Lebenserwartung eines in freier Wildbahn lebenden Koalas im Durchschnitt bei 10 bis 13 Jahren liegt, wohingegen in menschlicher „Obhut“ oft 15 bis 18 Jahre erreicht werden.
Es waren einmal so viele
Vor etwa einhundert Jahren gab es in Australien Millionen Koalas. Heute sind es leider nur noch zwischen 100 000 und 200 000 Exemplare. Die Zahl wird sogar immer weiter sinken, wenn die Vernichtung der Eukalyptuswälder nicht bald gestoppt wird, so die Einschätzung vonseiten aktiver Tier- und Naturschützer.
Und hätte man den Koala 1937 nicht unter Naturschutz gestellt, wären viele von ihnen sicherlich zusätzlich den Jägern zum Opfer gefallen, die jahrzehntelang hinter ihrem weichen, silberfarbenen Fell und ihrem Fleisch her waren.
Eukalyptus: der „Himmel auf Erden“
Traurig, dass ein Tier, von dem selbst so wenig Bedrohung ausgeht, dieser in derart großem Umfang ausgesetzt ist. Und dabei möchte der Koala doch eigentlich nichts weiter als in Ruhe auf seiner Astgabel sitzen und ein paar Eukalyptusblätter vernaschen. Gut, „ein paar“ ist untertrieben. Er braucht täglich etwa 60 – 1200 Gramm. Aber dafür verzichtet er schließlich auch aufs Trinken. Sie haben richtig gelesen. Koalas benötigen außer ihren Eukalyptusblättern keine weitere Wasserquelle, da die Blätter zu etwa 50 Prozent aus Wasser bestehen.
Fauler als ein Faultier
Und schlafen möchte der kleine Geselle („klein“, weil er es nur auf eine Standhöhe von 30 – 45 Zentimeter bringt), viel schlafen. Bis zu 20 Stunden pro Tag, wenns geht. Mit diesem Schlafmarathon schlägt der Koala sogar die südamerikanischen Faultiere um Längen!
Tagsüber macht es sich der Koala meistens schlafend in einer Baumgabel bequem. In Bewegung kommt er erst nachts oder während der Dämmerung. Übrigens ist der Koala ein sehr guter Kletterer, der trotz seiner plumpen Gestalt in der Lage ist, mit einem Jungen auf dem Rücken beachtliche Sprünge von Ast zu Ast auszuführen.
Das klingt nach Elternfreuden
Mit etwa zwei Jahren werden Koalas geschlechtsreif, doch meistens paaren sie sich erst ein bis zwei Jahre später erfolgreich. Nach 35 Tagen Tragzeit kommt oft nur ein einziges und lediglich 1 – 2 Zentimeter (!) kleines, nacktes und blindes Junges zur Welt, das nicht mehr wiegt als ein halbes Gramm! Doch damit des Staunens nicht genug: Obwohl die Hinterbeine des Neugeborenen nur halb ausgebildet sind, kriecht es direkt nach der Geburt selbstständig in den Beutel am Bauch der Mutter, wo es geschützt heranwächst.
Wenn das Junge nach sieben Monaten den Beutel verlässt, drückt die Mutter es zunächst mit ihren Armen an ihre Brust und veranlasst es später, auf ihren Rücken zu klettern. Hier wird es dann bis zur Vollendung des ersten Lebensjahres „mitgeschleppt“.
Beschützt die wild lebenden Koalas!
Zu den natürlichen Feinden der Koalas gehören Dingos, Eulen, Adler, Warane, Pythonschlangen – und in gewisser Weise auch die in den Trockenzeiten auftretenden Buschfeuer. Die Gefahren, die von Menschen ausgehen, beschrieben wir eingangs bereits.
Aber zum Schluss diese gute Nachricht: Es gibt auch immer wieder Bestrebungen, den wild lebenden Koalas zu helfen. Die Bemühungen der „Australien Koala Foundation“ beispielsweise konzentrieren sich auf konkrete Ziele: „Schützt die wilden Koalas und die letzten Eukalyptuswälder Australiens!“
Da kann man nur eines wünschen: Viel Erfolg.
chris






