Artikel dieser Ausgabe aus Familie & Gesellschaft
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Im Namen der Tigerente
Am 20. September feiert Deutschland seinen Weltkindertag.
Wenn es um die Versinnbildlichung von Macht und Stärke geht, bedienen sich Staaten, Verbände und Unternehmen gern eines Vertreters aus dem Tierreich, der diese Attribute auf den Punkt bringt – wie zum Beispiel Adler, Bär oder Elefant.
Eine gelb-schwarz gestreifte Ente allerdings passt da nicht so recht hinein. Und das soll sie vermutlich auch nicht. Denn als das Deutsche Kinderhilfswerk die beliebte Tigerente von Janosch zum Botschafter für Spiel, Fantasie, Verständigung und Freundschaft erklärt hat, standen eher Merkmale wie Freude und Freiheit, aber auch Hilfsbedürftigkeit Pate.
54 Jahre Weltkindertag
Einmal im Jahr dürfen sich die Kleinen groß fühlen und ganz besonderer Beachtung sicher sein. In Deutschland geschieht dies am 20. September. Dann wird, unter der traditionellen Schirmherrschaft der Frau des Bundespräsidenten, an die Rechte der Schutzbefohlenen erinnert und an unser aller Verpflichtung, dafür einzutreten.
Die Idee zum Weltkindertag geht bereits auf das Jahr 1925 zurück, als die Weltkonferenz zum Wohlergehen der Kinder einberufen wird. Offiziell ins Leben gerufen wird der Gedenktag allerdings erst durch die 9. Vollversammlung der Vereinten Nationen im September 1954. Dass jede der darin vertretenen Nationen das Datum individuell festlegen darf, mag den weltkollektiven Schub zwar etwas bremsen, führt auf der anderen Seite aber dazu, dass gleich vielfach im Jahresverlauf irgendwo auf der Welt das Kind im Mittelpunkt steht.
Nach einem eher schleppenden Anlauf verzeichnet der Weltkindertag in Deutschland inzwischen ein erfreulich starkes Echo. Im Rahmen von Projekten, Demonstrationen, aber auch Feierlichkeiten haben Kinder an diesem Tag die Gelegenheit, sich Gehör zu verschaffen. Unterstützt werden sie hierbei unter anderem von vielen engagierten Prominenten.
Yaswa, 11 Jahre, Soldat
In reichen Industrienationen wie Deutschland liegt der Fokus am Weltkindertag darauf, dem Nachwuchs einen Schnupperkurs in Demokratie zu bieten und ihm die Chance zu geben, sich selbst für seine Träume starkzumachen.
In anderen Teilen der Welt ist das erklärte Ziel, Kinder aus dem Albtraum ihres Lebens zu befreien. Immer wieder fordert UNICEF, die Rekrutierung von Kindersoldaten zu unterbinden und unterstützt die Übergangszentren, die ehemaligen Kindersoldaten in ein normales Leben zurückhelfen. Darüber hinaus werden weltweit alleinerziehende Mütter und Kinder in Not mit Hilfsgütern unterstützt.
Aber wo fängt Hilfe im Alltag an? Vielleicht, wenn jeder Erwachsene versucht, sich zu erinnern, was es bedeutet, Kind zu sein. Würden wir unsere gemeinsame Welt noch einmal mit den Augen des Kindes sehen, das wir einmal waren, würden wir wahrscheinlich einiges besser machen.
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