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Mittwoch, 23. Mai 2012
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Artikel dieser Ausgabe aus Familie & Gesellschaft

Herzlich willkommen, du Frühling!

Gestaltungstipps für die Zeit bis zum Osterfest.

Veronika, der Lenz ist da, die Mädchen singen tralala.« Die Comedian Harmonists widmen ihr Lied dem Frühling, dem Spargel und den
Folgen einer Hormonausschüttung. Pflanzen, Tiere, Menschen – jetzt spielen alle ein wenig verrückt, denn jetzt ist sie endlich da, die bunte Jahreszeit.

Zugegeben, wissenschaftlich erwiesen ist es nicht, aber die Wirkung, die der Frühling auf uns hat, ist nicht von der Hand zu weisen. Mit der steigenden Lichtintensität werden vermehrt besagte und besungene Hormone ausgeschüttet. Und auch wenn in unserer »Kunstlicht-Kultur« die natürliche Lichtzunahme weniger stark empfunden wird als bei Naturvölkern, lässt sich auch hier zu Lande in dieser Jahreszeit ein allgemein besseres Befinden, mitunter sogar Euphorie und der Wunsch nach mehr Zweisamkeit feststellen. Eventuelle Schlüsselreize durch leichtere Kleidung mögen das ihre dazu beitragen ... Neben Frühlingsgefühlen stellt sich bei so manchem jedoch auch jene Frühjahrsmüdigkeit ein. Verantwortlich hierfür ist das immer noch stark im Blut vorhandene Schlafhormon Melatonin. Bitte aufwachen! Es gibt nämlich viel zu tun.

Frische Luft und frische Ideen
Jetzt hat man wieder so richtig Lust auf Natur und Bewegung, auf weniger dicke Klamotten und darauf, es sich zu Hause schön zu machen. Mit ein bisschen Geschick und Kreativität lässt sich ein Stückchen Natur ins Haus locken. Viele Deko-Ideen wiederum reichen bis nach draußen in den Garten oder auf den Balkon.

Fangen wir dort an, wo es sich am besten bastelt, und schütten ein paar Frühlingsgefühle auf den Tisch. Man nehme: schlichtes, weißes Porzellan, zum Beispiel Teller, Tassen, Untertassen und ein, zwei passende Blumenübertöpfe (man munkelt, schwedische Möbelhäuser hätten derlei zu günstigen Preisen), weiße Stoffservietten, ein weißes Tischband (handbreiter Stoffstreifen, gerne etwas länger als der Tisch), Porzellan- sowie Stoffmalstifte aus dem Bastel-/Hobbygeschäft (in Signalgelb, Quietschgrün, Gummibootrot und Dunkelrosa – aber das sind nur Anregungen!).

Das Motto: bunte Farben und schlichte Formen wie Tupfer, kleine Käfer, Blumen und Herzen, die sich in Gedeck und Tischwäsche wiederfinden. Das Porzellan sollte vor der Bemalung gereinigt werden und nach der Bemalung vier Stunden trocknen. Anschließend 90 Minuten bei 160 °C im Backofen einbrennen (nicht vorheizen!) und dort auch auskühlen lassen. Ihr selbst kreiertes Frühlingsservice ist danach sogar spülmaschinenfest.

Zu den Frühlingsblühern in den entsprechend verzierten Übertöpfen – platzieren Sie diese auf dem glatt gestrichenen Tischband – gesellen sich »Pflanzenstecker«. Die Bastelanleitung ist kinderleicht.

Eine Auswahl an geeigneten Vorlagen finden Sie im Internet, zum Beispiel unter www.bastel­ideen.info. Einfach anklicken, ausdrucken und ausschneiden. Dann die Schablone zweimal auf Wellpappe oder farbiges Tonpapier so übertragen, dass beide Umrisse spiegelbildlich zueinanderstehen. Als Stecker dienen hölzerne Schaschlikstäbchen zwischen den zusammengeklebten Pappelementen. Verpassen Sie Hase und Huhn (oder für welche Vorlage Sie sich auch immer entscheiden) eine Schicht klaren Sprühlack und schon sind die kleinen Kerle wetterfest für einen Platz im Balkonkasten oder Blumenkübel vor der Haustür.

105 Lenze: Gärtnerei Schnack
Wem nicht der Sinn nach Basteln steht, muss auf österliche Dekoration trotzdem nicht verzichten. Es gibt Fachgeschäfte mit reichem Angebot. Kreative Köpfe mit Fingerspitzengefühl und einem Gespür dafür, die kleinen Wunder der Natur mit Accessoires aller Art auf raffinierte Weise zu kombinieren, stellen jetzt eine Vielzahl an Frühlings- und Osterartikeln bereit: von modern bis rustikal, von pompös bis putzig, von schlicht bis verspielt. So auch im Hause Schnack!

Die Traditionsgärtnerei gehört zu Nortorf wie das Osterei zu Meister Lampe. Das Städtchen liegt exakt in der Mitte von Schleswig-Holstein. Und am Hauptdurchgang durch Nortorf, der Itzehoer Straße, befindet sich die familiengeführte Gärtnerei. Man kann sie gar nicht verfehlen.

In diesem Monat feiert man den bereits 105. Geburtstag. Mehr als ein Jahrhundert an gut duftenden, in allen Farben leuch­-
tenden Ideen. »Frühlingserwachen« lautet das aktuelle Thema: liebevoll bepflanzte Körbe, Schalen und Gefäße in vielen Formen und Größen, aufwändig gestaltete österliche Kränze für Tisch, Tür und Tor. Hier nimmt man sich Zeit für eine ausführliche Beratung, um für das individuelle Interieur, den Geschmack und die Ansprüche eines jeden Kunden die passenden Blumen, Pflanzen und Deko-Materialien zu finden. Birke, Weide, Drachenweide, Apfelzweige, knorrige Äste und Rinde (beispielsweise Olive) kommen jetzt zum Einsatz. Polstermoos und Plattenmoos sind ein beliebtes Arbeitsmaterial für Osterkörbchen und bepflanzte Schalen.

Unter den Frühlingsblühern kann man wählen zwischen Zwiebelblühern, also Blume samt Zwiebel (zu den Stars der Saison gehören Tulpe, Narzisse, Hyazinthe, Krokus und Iris), oder der Schnittblumenvariante (zum Beispiel Ranunkeln oder Primeln). Neben italienischen Kräutern und großen Blättern, die dem Ganzen eine Spur Exotik einhauchen, greift Geschäftsführerin Tina Schnack beherzt in die Basteltruhe und verwendet Federn und Eier (bunt oder naturbelassen, vom kleinen Wachtelei über Gänse- bis hin zum Straußenei), Filzband, Schmuckdraht und Glaselemente.

Gewusst »wie«, gewusst »wo«
Tina Schnack macht es vor. Pfiffige Details, um für »Ich-freue-mich-so-dass-endlich-Frühling-ist«-Stimmung inner- und außerhalb Ihrer vier Wände zu sorgen, entdeckt man ganz gezielt oder auch ganz zufällig während des üblichen Einkaufs in Ihrem plaza- oder sky-Markt: breites Schleifenband in fröhlichen Farben, geschmackvolle Schalen und natürlich das aktuelle Saisonangebot zur Frühjahrszeit. Frösche und Maulwürfe machen es sich im Blumenkörbchen bequem; große Rostvögel passen ebenso gut in die Wohnstube wie vor die Haustür oder auf den Balkon; Vogel- und Pilzstecker ersetzen oder ergänzen die »Wellpappkameraden« aus obiger Bastelanleitung. Laternen, Lampions und kleine Schilder (zum Beispiel »Herzlich willkommen«) stimmen uns auf erste lauschige Abende ohne Schal und Handschuhe oder auf eine schön gedeckte Kaffeetafel mit Freunden und Familie ein.

Jetzt gilt es, mit vereinten Kräften die kalte Jahreszeit endgültig zu vertreiben. Ein beherztes »Winter ade!« und schon ein bisschen Vorfreude auf den Sommer ... Endlich wieder Zeit für Familienunternehmungen ohne Heizung und künstliches Licht. Einen ausgiebigen Osterspaziergang darf man getrost als »Eiersuche« tarnen, um den Nachwuchs aus dem Kinderzimmer oder vom Fernseher weg an die frische Luft zu locken. Und die Erwachsenen können die Gelegenheit nutzen, sich das eine oder andere Obsttörtchen wieder abzumarschieren. tide

»Dach des Maulwurfes«: Ein Nest aus der Weide mit roséfarbenen Primeln und lila Tulpen. Polstermoos rundet das Gesamtbild ab.
Hinterer Topf: Primeln in zartem Lila, passend dazu Krokus im Krokotopf.
Kranz »Crazy Vine« (Weinrebenkranz gekalkt) mit Metallhasen und bunten Filzbändern dekoriert.
Straußenei gefüllt mit Ranunkeln, Schneeball und rosa Wachsflower in einem Kranz aus Apfelzweigen, umwoben von roséfarbenem Aluminiumdraht.
Maulwurf inmitten einer Produktion aus Hyazinthenzwiebeln.
»Crazy Vine« in aufrechter Form, durchzogen von französischen Tulpen, Gräsern und farbigem Aluminiumdraht.
Kranz aus Zweigen mit Moos, weißen Ranunkeln, gefärbten Eiern und Federn.
Großes Holztablett gefüllt mit einem Hauch Frühling: Moos, französische Tulpen, Philodendronblätter und Aluminiumdraht.
Große Vase bis zum Rand gefüllt mit Wachteleiern, als Abschluss ein Ring aus gewickelter Weide.
Ein Ball aus Apfelzweigen mit Ranunkeln, Gräsern und Gänseeiern.