Artikel dieser Ausgabe aus Familie & Gesellschaft
Meine Gesundheitsapotheke
Herzenswünsche und handfeste Strategien
Wie gute Vorsätze sich einlösen lassen
Rein, frisch und sauber wie ein Feld voll Neuschnee liegt das Jahr 2006 vor uns. Wie schön wäre es, wenn das auch weiterhin so bliebe! Wenn es uns tatsächlich gelingen würde, alte Fehler im alten Jahr zurückzulassen – und ab jetzt alles neu, anders und besser zu machen! Alle Jahre wieder in der Silvesternacht haben gute Vorsätze Hochkonjunktur
Höllisch schwierig?
„Mit guten Vorsätzen ist der Weg zur Hölle gepflastert“, behauptet der Volksmund. Das stimmt zumindest insofern, als manche Menschen wirklich wahre Höllenqualen leiden, wenn es ihnen – mal wieder! – nicht gelungen ist, ihre silvesterlichen Alles-wird-anders-Parolen auch tatsächlich in die Tat umzusetzen: Frust macht sich breit, die Selbstachtung sinkt in den Keller
Warum klappt es oft so schlecht, es endlich besser zu machen?
Motivation kommt von Herzen – nicht aus dem Kopf
Fragen Sie sich als Allererstes: „Will ich das auch wirklich?“ Denn alles, was Sie sich nur deshalb vor-setzen, weil „man“ das vernünftigerweise so tun müsste und sollte, artet meistens wirklich in Quälerei aus und lässt sich nur mit äußerster preußischer Selbstdisziplin statt mit Freuden durchhalten.
Erst dann, wenn wir uns etwas wirklich aus tiefster Seele wünschen, sind wir innerlich motiviert, den entscheidenden Satz voran machen – und zwar mit Lust, Liebe und Entschlossenheit!
Sagen Sie niemals „nie“
Von entscheidender Bedeutung ist dann, wie Sie Ihre guten Vorsätze in Worte fassen. Alles, was mit „Ich werde in Zukunft nicht mehr
“ anfängt, ist nämlich gleich doppelt zum Scheitern verurteilt. Denn das Gemüt wünscht von Natur aus schlicht. Und deshalb hat nur das eine Chance, was positiv, aktiv und in der Gegenwart formuliert ist.
Speziell Verneinungen werden vom Bewusstsein ganz einfach ignoriert. Oder was haben Sie vor Ihrem inneren Auge, wenn jemand Sie auffordert, nicht an rosa Elefanten zu denken?
Ein weiteres Problem: Die Einlösung der Wünsche, die im Futur oder gar im Konjunktiv formuliert sind, bleibt für das innere Ich immer genau da, wo sie hier und jetzt platziert ist: nämlich in ferner, ferner Zukunft
Den Vorsatz „Ich will nicht mehr so unsicher sein“ sollten Sie also schleunigst in „Ich gehe mutig und souverän an jede Situation heran!“ verwandeln, und „Ich werde nicht mehr rauchen“ in „Ich genieße mein rauchfreies Leben“ übersetzen.
Je konkreter, desto besser!
Eine schwammige „mehr“- oder „weniger“-Formulierung lässt sich ebenfalls nicht handfest einlösen. Da müssen Sie schon konkreter werden! Wie genau sieht das zum Beispiel aus, wenn Sie ab jetzt „mehr Sport treiben“? Vielleicht so: „Jeden Dienstag, Donnerstag und Sonntag Abend gegen sieben jogge ich einmal um den Park herum. Wenn es in Strömen regnet oder etwas dazwischen kommt, laufe ich meine Runde auf jeden Fall am folgenden Abend.“
Versuchungen oder Hindernissen werden Sie ebenfalls erfolgreicher begegnen, wenn Sie hier zusammen mit dem guten Vorsatz gleich auch eine handfeste Strategie parat haben. Wie etwa werden Sie sich verhalten, wenn Ihnen ein munter weiterrauchender Kollege freundlich eine Zigarette anbietet? Wie versöhnen Sie Tante Bertha, wenn Sie deren mit Liebe gebackene Donauwellen plötzlich rigoros verschmähen?
Und wie stopfen Sie die Lücke, die eine aufgegebene Gewohnheit zwangsläufig hinterlässt? Was ersetzt Ihnen die Chips-Tüte und die Vorabend-Soap? Mit „Ich esse Weintrauben und lese einen spannenden Krimi“ haben Sie hier eine gute Alternative parat.
Rückschläge sind Vorschläge
Ups! Gestern Abend gab es aber doch Chips statt Weintrauben? Das kann passieren. Sie sind schließlich auch nur ein Mensch! Verzeihen Sie sich Ihren Fehltritt einfach und halten Sie sich weiter an Ihren neuen Ernährungsplan. Dann verschwinden die Folgen des Ausrutschers schnell wieder von den Hüften.
Spontane Versager sind kein Grund, gleich die ganze Flinte ins Korn zu werfen – aber sie sind eine Anregung, noch einmal zu überlegen, wie sich Ihre Strategie verbessern ließe. Und wer oder was Ihnen dabei helfen könnte.
Schritt für Schritt, nicht gleich zu viel
Ein einziges eingelöstes Ziel ist besser als tausend gute Willen! Gleichzeitig auf Zigaretten und auf Schokolade zu verzichten verspricht eher Stress als Erfolg. Setzen Sie Prioritäten, was Ihnen wichtiger ist: Kein Bürokram mehr am Wochenende, um ganz für die Familie da zu sein – oder Abteilungsleiter werden?
Stufe für Stufe lässt sich die Gute-Vorsatz-Treppe am leichtesten und sichersten erklimmen – wer es mit einem einzigen Riesensatz versucht, schwebt in Unfallgefahr. Ein notorischer Bewegungsmuffel wird nicht gleich in der ersten Januarwoche zum Spitzensportler! Wichtig ist, dass Sie überhaupt einen Anfang machen – und sich dann ganz allmählich steigern. Erst ab April laufen Sie zwei Runden um den Park. Ab August schon drei.
Erfolgskontrolle – und Belohnungen!
Je präziser Sie auch kleinste Etappenziele bestimmt haben, desto klarer sind der Erfolg und die Freude über sich selbst. Und obendrein hat jedes erreichte Teilziel eine kleine Belohnung verdient: Zwei rauchfreie Wochen bringen Ihnen die Robbie-Williams-CD ein, die Sie sich schon lange wünschen, nach sechs Wochen steht Ihnen ein Besuch im Wellness-Center
zu usw.
Klopfen Sie sich auch für kleinste Teilerfolge ausgiebig selbst auf die Schulter. Noch schöner ist ein Lob natürlich, wenn es von anderen Menschen kommt. Ihr Partner, Ihre Familie oder gute Freunde können Ihnen gute „Erfolgskontrolleure“ und Verbündete auf dem Weg zum Ziel sein
Doch Ihr wichtigster Verbündeter bleibt: Ihr eigenes Herz und seine wahren Wünsche.
mimu





