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Mittwoch, 23. Mai 2012
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Artikel dieser Ausgabe aus Familie & Gesellschaft

Farbe bekennen!

Frühling, Sommer, Herbst oder Winter – welche Jahreszeit steht Ihnen am besten zu Gesicht?

Color me beautiful – Entdecken Sie Ihre natürliche Schönheit durch Ihre Farben“– mit diesem 1985 erstmals in Deutschland erschienenen Buch machte die amerikanische Farb- und Stilberaterin Carole Jackson die Idee einer „Kleiderschrankkosmetik“ publik, nach der in der Imageberatung bis heute gearbeitet wird.

Die Farben, in die wir uns kleiden, haben Signalwirkung. Nicht umsonst etwa wird das blütenweiße Oberhemd (respektive die entsprechende Bluse) so gern zum Bewerbungsgespräch getragen. Weiß ist die Farbe der Reinheit und Unschuld, und so sagt sie dem Personalchef gleich auf den ersten Blick: „Ich bin ein ‚sauberer‘, zuverlässiger Mitarbeiter!“

Die vier Jahreszeiten der Schönheit
Doch es gibt viele Menschen, die in strahlendem Weiß irgendwie nicht überzeugend adrett wirken, sondern einfach nur müde, blass und fade aussehen. Diese Menschen sind, in Carole Jacksons Modell gedacht, ganz offensichtlich keine Wintertypen. Denn der Winter ist die einzige Jahreszeit der Schönheit, der ein reines Weiß wirklich gut steht.

Was nun? Attraktivität spielt beim Vorstellungsgespräch schließlich auch eine Rolle! Kein Problem, sagt die Farbberatung. Der (Farb-)Ton macht die Musik. So sollte zum Beispiel der Frühlingstyp lieber zu einer Bewerbungsbluse im Farbton Eierschale greifen, während der Sommer in Wollweiß und der Herbst in Cremeweiß am meisten von sich überzeugen wird. Ebenso hat dann jede Jahreszeit auch ihr ganz spezielles Grün, Rot oder Blau.

In Harmonie zu Haut und Haar
Der Grundgedanke der Farbberatung lautet: Ganz wie in der Natur die Farben jeder Jahreszeit stimmig zueinander passen, so gibt es auch beim Menschen eine grundlegende Harmonie zwischen Hautton, Augenfarbe und natürlicher Haarfarbe. Die Kleidung sollte diese Harmonie nicht durchbrechen, sondern durch besonders gut dazu passende Farben noch verstärken.

Sehr wichtig ist dabei vor allem, ob der Teint eher einen gelblich goldenen bis elfenbeinfarbenen Unterton hat oder einen eher bläulichen, rosigen bis olivfarbenen Unterton. Menschen des ersten Typs stehen die sogenannten warmen Farben besser, bei denen Gelb oder Orange den Grundton bestimmen, Menschen des zweiten Typs dagegen eher die kühlen Farben, in denen ein gewisser Blauanteil vertreten ist.

Welche Töne Ihnen persönlich besser stehen dürften, das können Sie recht einfach herausfinden, indem Sie sich nacheinander ein goldenes und ein silbernes Schmuckstück auf die Hand legen und vergleichen, welches davon mit Ihrem Hautton geradezu zu verschmelzen scheint, und welches umgekehrt eher aufgesetzt wirkt. Erscheint Ihnen Gold harmonischer, dann empfehlen sich für Sie die warmen Farbtöne, ist es Silber, dann sollten Sie beim Garderobenkauf nach bläulich wirkenden Tönen Ausschau halten.

Der kühle Sommer und der warme Herbst
Kühl und kühl oder warm und warm ist jedoch nicht dasselbe. Das führt uns das Farbenspiel der Natur alle Jahre wieder vor Augen.

Weiße Schneelandschaften vor einem leuchtend blauen Himmel – die Farben des Winters sind nicht nur eindeutig kalt, sondern zugleich auch sehr kontrastreich. Der Frühling hüllt die Welt in das frische, zarte Grün der jungen Pflanzentriebe und in das warme, sonnige Gelb, in dem nun die meisten Blüten erblühn. In der flirrenden Hitze des Sommers nehmen wir alles wie durch einen bläulichen Schleier in Pastelltönen wahr, so dass die natürlichen Farben eher kühl wirken. Die kraftvoll leuchtende Pracht der goldgelben, orangefarbenen, roten und bräunlichen Blätter schließlich lässt den Herbst – zumindest für das Auge – als die wärmste Jahreszeit von allen erscheinen.

Was Schneewittchen mit dem Orient verbindet
Wer seinen persönlichen Farbtyp kennt, wird in der natürlichen Palette „seiner“ Jahreszeit die besten Inspirationen für eine treffsichere Auswahl seiner Kleidung finden.

Manchmal ist die persönliche Beauty-Saison recht leicht zu erkennen: Mit einer Haut weiß wie Schnee und Haaren und Augen so schwarz wie Ebenholz macht der sogenannte „Schneewittchentyp“ seiner winterlichen Jahreszeit zum Beispiel wirklich alle Ehre. Doch auch im heißen Afrika, in Asien oder im Orient ist die eisige Jahreszeit der Schönheitstipp Nummer eins, denn ihre klaren, kontrastreichen Farben stehen auch allen Menschen mit olivtonigem oder dunklem, braunen Teint am besten.

Bei Frühling und Herbst wird die Unterscheidung schon schwieriger, denn beide Farbtypen kommen mit einem rötlichen Schimmer im Haar und einer hellen, oft zu Sommersprossen neigenden Haut daher. Jede Jahreszeit kann mit unterschiedlichen Haar- und Augenfarben korrespondieren, und es gibt auch Menschen, in deren Ausstrahlung sich Sommer und Winter oder Frühling und Herbst vermischen.

Der Tüchertest
Nicht umsonst also steht eine professionelle Farbberaterin ihren Kunden über den geschulten Blick hinaus auch mit 30 bis 50 speziellen Farbtüchern zum Testen zur Seite.

Einen kleinen Selbsttest können Sie jedoch mit nur fünf Farben durchführen:

Bei Tageslicht vor dem Spiegel halten Sie zunächst abwechselnd ein orange- und ein pinkfarbenes Stück Stoff unter Ihr (ungeschminktes und möglichst nicht gebräuntes) Gesicht, bis Sie entschieden haben, welche Farbe Sie frischer und jünger wirken lässt.

Alternativ können Sie auch Ihre Hände auf die nebeneinander ausgebreiteten Farbtücher legen und vergleichen, welche Seite schöner wirkt, wo etwa die Adern weniger deutlich hervortreten.

Fällt Ihre Wahl auf Orange, dann gehören Sie zum warmen Farbtyp und können mit einen zweiten Tüchertest Ihre Jahreszeit herausfinden.

Wenn Ihnen ein sanftes Rosa mehr schmeichelt, sind Sie ein Frühling, wenn das kräftigere Orange Ihr Favorit bleibt, ein Herbst.
Haben Sie sich beim ersten Testdurchlauf jedoch für Pink entschieden, dann forschen Sie nun mit einem reinweißen und einem wollweißen Tuch weiter. Ersteres harmoniert besser mit dem Winter-, das zweite mit dem Sommer-Teint.

mimu

Fotos: Shutterstock