Artikel dieser Ausgabe aus Familie & Gesellschaft
Meine Gesundheitsapotheke
Eine runde Sache für Mutter und Kind.
So lautet das Motto der Mutter-Kind-Klinik Maria Meeresstern in Timmendorfer Strand.
Anja Verebeš, seit 22 Jahren im pädagogischen Bereich der Einrichtung tätig, hat den »mein coop magazin«-Kaffeeklatsch gewonnen und gleich mal einige ihrer 30 Kollegen dazu eingeladen.
Das Maria Meeresstern ist eine katholische Einrichtung, die in zwei Häusern insgesamt 54 Mütter und 135 Kinder, unabhängig von der Konfession, gleichzeitig aufnimmt. Vorwiegend kommen Mütter mit psychosomatischen Erkrankungen hierher. Das bedeutet Frauen, die durch außergewöhnliche Belastungen im täglichen Leben (zum Beispiel die Situation als Alleinerziehende, ein behindertes Kind, die Doppelbelastung von Familie und Berufstätigkeit, ein Trauerfall oder andere familiäre Probleme) überfordert sind.
Wie ein Ferienhaus direkt am Meer.
»Frauen in solchen Situationen kann entweder von einem Arzt zu einer Kur geraten werden, oder sie erkennen selbst die Zeichen und stellen einen Antrag bei den Krankenkassen«, erklärt uns die 28-jährige Melanie Hillgruber. Sie arbeitet seit drei Jahren als pädagogische Leitung im Maria Meeresstern. »Wir wollen den Müttern hier die Möglichkeit geben, sich ohne den Druck des Alltags zu erholen und zu lernen, sich zu entspannen.«
Das scheint in der liebevollen Atmosphäre in dem Haus, nur wenige Stufen vom Strand entfernt, nicht schwerzufallen. Aus einem breiten Angebot an Aktivitäten wird ein Kurplan auf die jeweiligen Bedürfnisse maßgeschneidert. Rückenschule, Massage, Gesprächskreise zu den Themen Erziehung oder Stressbewältigung, autogenes Training oder Bastelgruppen sind da nur ein kleiner Teil der Serviceleistungen.
Inseln im Alltag.
Und weil Erholung ganz selten, aber doch manchmal auch Erholung vom lieben Nachwuchs bedeutet, wird der hier voll versorgt. In Gruppen, ähnlich denen eines Kindergartens, werden die Kinder zwischen null und zwölf Jahren betreut. Dabei werden auch die Mahlzeiten in der Gruppe eingenommen. So können die Mütter in Ruhe essen und sich mit anderen Frauen in ähnlichen Situationen austauschen. Aus diesem Grund bleiben alle Gäste auch immer drei Wochen und reisen gleichzeitig an und ab.
So entstehen Freundschaften und unter den Kindern macht das die tägliche Trennung von den Müttern, gerade für die Jüngsten, leichter. Wenn das überhaupt nötig ist, denn bei Ausflügen, Lagerfeuer, Schwimmen und Kinderturnen wird schon genug Abwechslung geboten. Und der Nachmittag ist ohnehin für Qualitätszeit zwischen Mutter und Kind(ern) vorgesehen. Diese Zeit soll ganz bewusst und entspannt ohne Ablenkungen erlebt werden und die Beziehung verbessern. Vor allem aber will das Maria Meeresstern den Müttern über den Aufenthalt hinaus eine neue Einstellung zum Alltag vermitteln und die Möglichkeit geben, sich kleine Inseln der Erholung im täglichen Stress zu schaffen, damit sie nicht in alte
Gewohnheiten zurückfallen.sd
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