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Mittwoch, 23. Mai 2012
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Artikel dieser Ausgabe aus Familie & Gesellschaft

Die große Pause ist vorbei

Schulanfang

Dass man ein „Streber“ oder ein „gelangweiltes Einzelkind“ ist, muss das nicht unbedingt bedeuten. Schließlich hat so ein Schulalltag ja auch seine Schokoladenseiten: Man trifft seine Klassenkameraden wieder, kann in den Pausen zusammen „abhängen“, seine Lieblingslehrer anhimmeln und sich darüber freuen, dass ein Mitschüler, auf den man heimlich ein Auge geworfen hat, auf dem Gang „Hallo“ sagt.

Zugegeben: Lernen soll man auch. (Aber wie wichtig das für den Rest des Lebens ist, erkennt man bekanntlich erst, wenn die Schulzeit längst hinter einem liegt.) Ein ganz besonderes Erlebnis ist der erste Schultag natürlich für die Erstklässler. Und deren Eltern. Und Großeltern. Und … und … Kein Wunder also, dass nicht selten die Einschulung mit einem riesigen Familienfest gefeiert wird.

Jetzt geht’s los!
Doch so ein erster Schultag will gut vorbereitet sein, und man würde in manchen Familien gerne Mäuschen spielen, um zu erfahren, wen er denn nervöser macht: die Erstklässler selbst oder die Eltern. Schließlich haben Letztere dafür Sorge zu tragen, dass die Schultüte klug bestückt, ein guter, d. h. rückenfreundlicher, Ranzen ausgesucht und der Schulweg aus Sicherheitsgründen vorher abgegangen wird.

Allen Eltern sei übrigens ans Herz gelegt, dass sie ihrem Kind schon rechtzeitig den Schulweg zeigen und es in den ersten Wochen – vielleicht im Wechsel mit anderen Eltern – auf dem Weg in die Schule begleiten. Und wenn die Kleinen dann eines Tages auf sich allein gestellt sind, gibt es ja noch die Schülerlotsen, die sich um ihre Sicherheit kümmern.

Ehrenamtliche Helfer in Orange
Allein in Schleswig-Holstein sind an jedem Schultag rund 2800 Schülerlotsen im Einsatz, um die Schulwege sicherer zu machen. Jungen und Mädchen stehen mit ihren orangefarbenen Westen und Winkerkellen am Straßenrand und helfen beim Überqueren der Straße. Sie stehen sowohl an ungesicherten Stellen wie an Zebrastreifen als auch an ampelgeregelten Übergängen.
Die Idee des Schülerlotsendienstes stammt aus den USA, wo schon Ende der 1920er Jahre „School Safety Patrol Services“ gegründet wurde. Während des Zweiten Weltkriegs brachten dann amerikanische Besatzungstruppen diesen Gedanken nach Deutschland. Hier wurde der Schülerlotsendienst im Jahre 1953 bundesweit eingeführt.
Seither gilt er als ein zuverlässiges und erfolgreiches Element der Verkehrssicherheit. Statistiken zeigen, dass es bis heute an den mit Schülerlotsen gesicherten Überwegen keinen einzigen Unfall mit tödlichem Ausgang gegeben hat.

Schülerlotsen sind übrigens keine Polizisten; sie dürfen weder Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung ahnden noch regelnd in den fließenden Verkehr eingreifen. Ihre Aufgabe ist es, die Kinder heil durch den Verkehr zu leiten – und das ehrenamtlich! Hier zählen noch Teamgeist und soziales Engagement.

Kommt gar nicht in die Tüte!
Ja, an der Schultüte scheiden sich die Geister. Denn wenn es um ihr Befüllen geht, dann zeigt sich schnell, wem der Spagat zwischen „Kind glücklich machen“ und „gesund essen“ gelingt. Das oberste Gebot: Natürlich darf das „Lieblingsnaschi“ Ihres Kindes nicht fehlen, aber bitte Maß halten! Es ist eine Schul- und keine Zuckertüte!

Und daher können dort auch gern kleine Spielzeuge wie Bälle, Springseile oder Straßenmalkreide versteckt sein. Oder Nützliches für die Schule wie Buntstifte, Radiergummi, Füller, vielleicht sogar ein ganzes Federmäppchen.

Klug ist auch, wenn Sie sich schon vor dem Füllen der Tüte ein finanzielles Limit setzen. Denn eine Schultüte soll den Abc-Schützen den ersten Tag ein wenig versüßen, nicht aber den Geburtstags- oder Weihnachtsgeschenken Konkurrenz machen!

Das Gehirn braucht Nahrung
Egal, in welchem Alter die Schulkinder sind, für eines sollte jeden Morgen Zeit sein: für ein gemeinsames Frühstück. Denn die erste Mahlzeit des Tages liefert die nötige Energie, die für das Zuhören und Mitdenken benötigt wird. Und das funktioniert eigentlich ganz einfach, nämlich über gute Nahrungsmittel. Was nützt Ihrem Kind eine Süßigkeit, wenn sie ihm nur für einen kurzen Zeitraum Energie liefert und es danach wieder unterzuckert und unkonzentriert ist?

Belegte Brote sind tatsächlich eine ideale Antwort auf das Leistungstief. Vollkornbrote oder -brötchen machen satt und liefern Kohlenhydrate, Käse und Wurst sorgen für hochwertiges Eiweiß und Salatblätter oder Gurkenscheiben für frische Vitamine. Vergessen Sie nicht, auch frisches Obst und Gemüse mitzugeben. Ein Tipp: Schneiden Sie es mundgerecht vor. Knackiges Fingerfood kommt bei den Kleinen gut an.
Da die „Dreikäsehochs“ dringend Kalzium brauchen, können auch gerne milde Käsesorten wie Gouda, Edamer, Butterkäse oder streichzarte Sorten wie Frisch- oder Schmelzkäse auf den Pausenbroten sein. Toll kommt Käse auch dann an, wenn er beispielsweise in Form von kunterbunten Spießen zubereitet wird. Vielleicht noch ein paar Gurkenscheiben oder ein Salatblatt dazu – perfekt!

Weniger geeignet für Pausenmahlzeiten sind fettige Wurstsorten und Leberwurst, genauso wenig wie Süßigkeiten und zuckerhaltige Limonaden. Gute Durstlöscher sind Mineralwasser, Kräuter- und Früchtetees sowie Fruchtsaftschorlen.

Auf dem Rücken der Kinder
Doch nicht nur auf gesunde Mahlzeiten sollten Eltern achten, sondern auch auf die Ausstattung ihrer Kinder. Besonders beim Ranzenkauf gibt es eine Menge zu beachten:

Rund 80 % aller Kinder tragen laut Statistik zu schwere Schultaschen. Eine Faustformel besagt, dass das Gesamtgewicht des Ranzens samt Inhalt nicht mehr als 10 % des Körpergewichts der Kinder betragen darf. Deshalb sollte man bei der Auswahl des Schulranzens darauf achten, dass man nicht am falschen Ende spart und sich für ein mangelhaftes Modell entscheidet. Gesundheitliche Schäden wie chronische Rückenprobleme könnten nämlich die Folge sein.
Natürlich sind für den Schüler auch die Farbe und der Aufdruck seines Ranzens wichtig. Aber es kommt auf mehr an: Gute (geprüfte) Ranzen tragen die DIN-Norm 58124. Diese Modelle wurden auf Haltbarkeit, Gewicht, Sicherheit (20 % der Gesamtfläche muss mit Reflektoren ausgestattet sein) und körpergerechte Form getestet. Gut ist es, wenn die Gurte des Ranzens breit und gepolstert sind. Sie müssen so eingestellt werden, dass die obere Kante des Ranzens mit den Schultern abschließt.

Auch das Rückenteil des Ranzens sollte gepolstert sein, außerdem körpergerecht geformt und atmungsaktiv.
Ein kleiner Tipp: Lassen Sie den Nachwuchs den Ranzen sowohl mit Jacke als auch ohne anprobieren. Auf diese Weise können Sie feststellen, ob nichts einschnürt oder scheuert.

So, bleibt also nur noch, allen Kindern (und den anderen Familienmitgliedern) einen gelungenen Start in das kommende Schuljahr zu wünschen. Und immer daran denken: Alles hat zwei Seiten. Natürlich ist nicht jeder Schultag ein Zuckerschlecken.

Aber fragt man die Erwachsenen nach der Schulzeit, so heißt es eigentlich immer wieder einstimmig: Die war schon etwas Besonderes – und da wird dann wohl was dran sein …chris