Artikel dieser Ausgabe aus Familie & Gesellschaft
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Die eigenen Grenzen erfahren
ADAC-Fahrsicherheitstraining
Fahrsicherheitstrainings finden steigendes Interesse. Wie sicher sind Sie eigentlich am Steuer? Beherrschen Sie ihr Fahrzeug auch in Extremsituationen? Schaffen Sie es, Gefahren frühzeitig zu erkennen und so gefährliche Situationen zu vermeiden?
Die allermeisten Autofahrer würden diese Fragen mit einem klaren Ja beantworten. Sagt zumindest die Marktforschung. Denn nach neuesten Umfrageergebnissen halten sich die meisten Deutschen für gute bis sehr gute Autofahrer. Doch mal ehrlich: Ist da nicht auch ein kleines bisschen Selbstüberschätzung mit im Spiel? Wer das für sich herausfinden will, sollte ein Fahrsicherheitstraining beim ADAC besuchen.
Grenzerfahrungen am Steuer
Hans Günter Otzen ist vom Nutzen dieser Schulungen überzeugt. Der Verkehrsleiter des ADAC Schleswig-Holstein und sein Trainerteam haben bereits Hunderte dieser Veranstaltungen geleitet – und wissen, dass die Erwartungen der Teilnehmer fast immer übertroffen werden. „Fast jeder Teilnehmer verreißt beim ersten Bremsversuch auf nasser Fahrbahn schon bei Tempo 30 das Lenkrad.
Bei Kursende schaffen sie es, auch bei höheren Geschwindigkeiten ihr Fahrzeug problemlos in der Spur zu halten und zum Stehen zu bringen. Im täglichen Straßenverkehr kann eine solche Erfahrung Leben retten“, weiß Otzen.
Denn beim Fahrsicherheitstraining des ADAC lernen Autofahrer ihre Grenzen am Steuer kennen. Auf bundesweit 56 Plätzen bietet der Club speziell auf die jeweilige Teilnehmergruppe zugeschnittene Angebote. Junge Fahranfänger, ältere aktive Kraftfahrer, Wohnmobilbesitzer, Offroader oder Motorradfahrer – die meist eintägigen Schulungen machen fit für die täglichen Anforderungen im Straßenverkehr. Ziel des Trainings ist es, die Reaktion von Fahranfängern bei gefährlichen Situationen zu verbessern und so die Unfallzahlen zu senken.
Unter der Anleitung professioneller Trainer erhalten interessierte Führerscheininhaber viele wissenswerte Tipps zum sicheren Fahren mit dem Pkw oder Motorrad. Geübt wird in der Regel mit dem eigenen Fahrzeug. Trainiert werden unter anderem ein Bremsmanöver auf rutschiger Fahrbahn, das schnelle Reagieren im Hindernisparcours und das Abfangen des ausgebrochenen Autos auf der Hydraulikplatte. Während der Übungen haben die Teilnehmer Funkkontakt zu den Trainern. Außerdem erfahren die Fahrer, welche Auswirkungen laute Musik oder Telefonieren am Steuer haben können.
Besonders im Blick hat Otzen bei der Verkehrssicherheitsarbeit die Führerscheinneulinge: „Sie erkennen die Gefahren im Straßenverkehr oftmals zu spät oder gar nicht. Mangelnde Erfahrung, unzureichende Fahrzeugbeherrschung und jugendlicher Leichtsinn sind für das hohe Unfallrisiko dieser Altersgruppe verantwortlich. Fahrsicherheitstrainings können das Unfallrisiko signifikant vermindern“, sagt er.
Neue Technik ausprobieren
Aber auch erfahrene Verkehrsteilnehmer sollten ihr Wissen in regelmäßigen Abständen auffrischen. Ein Grund dafür ist auch die ständige technische Weiterentwicklung der Fahrzeuge. „Ein Auto von vor zwanzig Jahren ist mit einem heutigen, modernen Fahrzeug kaum noch zu vergleichen. ABS, ESP, Bremskraftverstärker und vieles mehr – was an zusätzlicher Sicherheit in die Autos eingebaut wurde, sollte der Fahrer auch erproben, um die Technik dann optimal nutzen zu können, wenn es darauf ankommt“, rät Otzen.
Diesen Rat nehmen sich augenscheinlich immer mehr Menschen zu Herzen, denn Beliebtheit und Nutzen eines Fahrsicherheitstrainings haben sich inzwischen bei den Verkehrsteilnehmern herumgesprochen. Bestes Indiz dafür: Die Zahl der Teilnehmer an den Fahrsicherheitstrainings ist im vergangenen Jahr erneut deutlich gestiegen. Etwa 186 000 Männer und Frauen haben bei einem der Kurse ihr fahrerisches Können verbessert, 5000 Teilnehmer mehr als 2006. Seit der Aufnahme von Fahrsicherheitstrainings in die Verkehrssicherheitsarbeit des ADAC im Jahr 1975 konnten damit bereits knapp zwei Millionen Menschen gezählt werden. Unter allen Angeboten war die Nachfrage nach Pkw-Trainings mit Abstand am größten. Rund 144 000 Autofahrer besuchten im Jahr 2007 einen Übungskurs auf einer der 56 Trainingsanlagen des ADAC.
Deutlich zugelegt haben die Motorradtrainings. Mehr als 28.000 Biker nahmen an einer der Zweirad-Schulungen teil – ein Plus von rund 4000. Mehr als 13 000 Bus-, Lkw- und Kleintransporterfahrer ließen sich im vergangenen Jahr auf den Trainingsanlagen des Clubs fit für die besonderen Belastungen ihres Berufs machen. „Der Straßenverkehr“, weiß Hans Günter Otzen, „wird in den kommenden Jahren noch weiter zunehmen. Jedes erfolgreich absolvierte Fahrsicherheitstraining ist ein Stück mehr Verkehrssicherheit auf unseren Straßen.“
Nähere Informationen zu Kursinhalten, Terminen und Trainingsanlagen gibt es in allen ADAC-Geschäftsstellen, im Internet unter
www.adac.de/fahrsicherheitstraining
und unter Tel. (0 180 5) 12 10 12
(0,14 Euro/Min. im dt. Festnetz).





