Artikel dieser Ausgabe aus Familie & Gesellschaft
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Die coop-Kids werden mehr
Vorlese-Geschichte für Kinder – Folge 3
„Puh, bin ich geschafft“, stöhnt Carlotta und lässt sich auf das Bett ihrer besten Freundin Paula fallen. „Ich hab gerade der alten Frau Bolt den Einkauf erledigt. Wusste gar nicht, dass alte Leute noch so viel futtern. Aber hier – sie hat mir zwei Euro für die Kasse gegeben!“
„Hey, klasse!“, lobt Paula, holt eine Zigarrenkiste aus ihrer Schreibtischschublade und öffnet den Deckel. Ein paar Fünf-Euro-Scheine liegen darin und viele Münzen. „Mit deinen zwei Euro von heute haben wir schon über vierzig“, berichtet Paula stolz.
„Mal sehen – wie viele Pizzen kriegen wir davon?“, überlegt Carlotta laut. Doch bevor sie zu einem Ergebnis gelangt ist, kommt Olli reingestürmt, gefolgt von seinem Kumpel Onur.
„Wisst ihr, wer mich gerade angerufen hat?“, fragt er atemlos.
„Nee, woher denn?“, antworten die Mädchen wie aus einem Munde.
„Der Typ von der Zeitung. Er will noch mal einen Artikel über uns schreiben!“, erklärt Olli und Onur fügt hinzu: „Ja! Er macht einen Bericht über den Einkaufsservice der coop-Kids“.
„Wow! Wir werden ja langsam richtig berühmt“, freuen Carlotta und Paula sich. „Erst die Geschichte, wie wir der Frau im Supermarkt das Leben gerettet haben, und nun das.“
Olli grinst noch etwas breiter. „Ich finds ja irgendwie noch immer schräg, dass die einfach die Anfangsbuchstaben unserer Namen genommen haben und wir seither die coop-Kids heißen. Und die Mädels findens auch ganz toll.“
„Ja, ich hatte noch nie so viele Verabredungen wie in den letzten Wochen“, ergänzt Onur und sieht dabei zufrieden aus wie ein Kater, der die Sahneschüssel ausgeschleckt hat.
Carlotta und Paula sehen sich an und rollen genervt die Augen.
„Jungs!“, grollt Paula scherzhaft. „Ist das etwa alles, was euch interessiert? Ich dachte, es geht vor allem darum zu helfen.“
„Ja
natürlich auch“, sagt Olli lahm, aber dann grinst er schon wieder. „Neulich hat sogar mein Alter zu mir gesagt, dass er stolz auf mich ist.“
„Meine Eltern haben mich auch schon gelobt. Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal solche Worte von ihnen gehört habe“, meint Paula.
„Meine Mutter findet auch ganz toll, was wir tun“, grummelt Carlotta. „Sie ist meine beste Kundin – mit Sonderrabatt.“ Sie verzieht das Gesicht, als hätte sie in eine Zitrone gebissen und die anderen drei müssen lachen.
„Ach komm“, sagt Paula versöhnlich. „Eigentlich erwarten wir doch von niemandem, dass er für unsere Hilfe etwas bezahlt.“
„Trotzdem“, mault Carlotta, zieht eine Schnute und verschränkt die Arme vor dem Bauch, als sei sie tödlich beleidigt.
„Hey Leute, mal was ganz anderes“, mischt Onur sich in diesem Moment in das Geplänkel ein. „So langsam wächst mir unser Einkaufsservice über den Kopf. Ich habe mittlerweile schon so viele Aufträge, dass ich nur noch am Rennen bin.“
„Ja, geht mir auch so“, unterbrechen Olli und Paula ihn fast gleichzeitig.
Onur fährt fort: „Also, ich hätte da einen Vorschlag. Ich bin in letzter Zeit von einigen aus unserer Schule angesprochen worden. Die sind total neidisch auf unsere Gang und würden gern dazugehören.“
„Hääh, zu den coop-Kids? Kommt nicht in Frage!“, wehrt Carlotta empört ab.
„Warum eigentlich nicht?“, antwortet Paula. „Ich finde die Idee klasse. Wir hätten Hilfe beim Einkaufsservice und gleichzeitig könnten auch andere coop-Märkte in der Gegend einen bekommen.“
„Aber nur zu unseren Bedingungen“, gibt Carlotta nach und gemeinsam stellen die Freunde eine Regelliste auf.
„Und jetzt verfuttern wir erst mal unser schwer verdientes Geld“, sagt Paula grinsend. „Für ne Pizza mit Cola reicht es nämlich allemal.“
Fortsetzung folgt
Catrin Liebscher




