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Mittwoch, 23. Mai 2012
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Artikel dieser Ausgabe aus Familie & Gesellschaft

Die coop-Kids schlagen Alarm

Vorlese-Geschichte für Kinder – Folge 4

„Sechsundzwanzig!“, ruft Paula und schwenkt ein Blatt Papier. „Wir haben schon sechsundzwanzig Mitglieder!“
„Voll krass!“, staunt Olli. „Wenn man bedenkt, wie wir angefangen haben …“
„Ich hätte mir niemals träumen lassen, dass ich mal so ’ne Art Geschäftsführer werden würde“, wirft Onur prahlerisch ein.
Paula schüttelt etwas verächtlich den Kopf. „Alter Angeber“, brummt sie. „Nur weil unsere Anfangsbuchstaben für den Namen unserer Bande stehen und wir die Idee mit dem Einkaufsservice hatten, heißt das noch lange nicht, dass wir irgendwelche Geschäfte führen. Ihr zwei als Mitbegründer unserer Bande habt das Prinzip anscheinend weniger verstanden als alle anderen. Also noch mal für Dumme: Wir helfen älteren Leuten, ihre Einkäufe nach Hause zu tragen, wir packen an der Kasse die Ware in die Tüten, damit es schneller geht, wir kaufen sogar ein, wenn uns jemand darum bittet. Und das Wichtigste – keiner muss uns dafür extra bezahlen. Wir tun es, um die Welt ein bisschen freundlicher zu machen, nicht um reich zu werden. Wenn uns einer Geld dafür geben möchte, dann freuen wir uns einfach. Alles klar jetzt?“
Bevor jedoch einer der Jungs antworten kann, fliegt die Tür auf und Carlotta kommt hereingestürzt.
„Wisst ihr, was ich gerade gesehen habe?“, ruft sie aufgeregt und redet gleich weiter: „Der Felix klaut!“
„Wer? Felix aus der Dritten? Einer der Ersten, die unbedingt zu uns Coop-Kids gehören wollten?“, fragt Paula fassungslos. Carlotta nickt und berichtet in kurzen Worten, was sie beobachtet hat.
„Das glaube ich ja nicht!“, ruft Olli empört aus und springt auf. „Na warte, den werde ich mir vorknöpfen. Der ruiniert uns ja unseren guten Ruf!“
„Hey, bleib ruhig“, sagt Paula versöhnlich. „Wir sollten erst mal mit ihm reden.“ Gemeinsam machen die vier sich auf den Weg.
Als sie einige Zeit später im Zimmer des Jungen stehen, sehen sie auf den ersten Blick, dass ihn das schlechte Gewissen plagt.
„Äh … ich … äh …“, stammelt er hilflos und wird knallrot.
„Rede nicht rum“, knurrt Onur und sieht ihn grimmig an. „Die Wahrheit will ich wissen – und zwar sofort!“
„Ich weiß gar nicht, wovon du redest“, versucht Felix sich rauszureden. Aber vergeblich. Nach wenigen Minuten wissen die Freunde, in welcher Zwickmühle der Junge steckt.
„Einige aus der Siebten erpressen mich. Wenn ich ihnen kein Geld oder andere Sachen gebe – Zigaretten oder Alkohol oder so –, verprügeln sie mich“, schluchzt er.
„Na, das wollen wir doch mal sehen!“ Carlotta ist stinksauer. „Sich an Kleineren zu vergreifen – diese Mistkerle!“
Schnell haben die Freunde einen Plan gemacht und rufen alle coop-Kids-Mitglieder zusammen.
Als Felix sich mit den Siebtklässlern trifft, um ihnen die gestohlenen Sachen zu übergeben, stürzen auf einmal 25 Mädchen und Jungen aus ihren Verstecken und ziehen einen engen Kreis um die Erpresserbande. Dabei machen sie einen Höllenlärm – mit Trillerpfeifen, Trommeln, Blockflöten und was sonst noch Krach macht.
„Ihr Erpresser!“, brüllen sie. Viele Leute werden auf das Treiben aufmerksam und bieten ihre Hilfe an. Die Erpresser versuchen vergeblich zu entkommen.
„Lasst euch nicht noch mal dabei erwischen, dass ihr euch an Kleineren vergreift“, donnert Olli, und Carlotta fügt hinzu: „Sonst kriegt ihr es wieder mit den coop-Kids zu tun!“

(Ende)

Catrin Liebscher


Illustrationen: Karin Zander (2)