Artikel dieser Ausgabe aus Familie & Gesellschaft
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Die coop-Kids machen weiter
Vorlese-Geschichte für Kinder - Folge 2
Am Montagmorgen in der Schule kommt Olli mit breitem Grinsen auf Paula und Carlotta zu.
„Hier“, sagt er und wedelt stolz wie Oskar mit einer Zeitungsseite vor ihren Nasen herum. „Habt ihr schon gesehen?“
„coop-Kids als Lebensretter“, steht dort in so fetten Buchstaben, dass einem die Überschrift einfach ins Auge springen muss. Und weiter heißt es, dass die Freunde Carlotta, Olli, Onur und Paula durch ihre Aufmerksamkeit einer alten Frau das Leben gerettet haben, die im SKY-Markt zusammengebrochen war. Und dass sie aufgrund ihrer Anfangsbuchstaben „die coop-Kids“ genannt wurden.
Paula wirft kaum einen Blick auf die Zeitung.
„Schon gelesen“, antwortet sie nur und winkt gelangweilt ab. „Die Überschrift ist ja wohl nicht zu übersehen.“
Olli ist enttäuscht. Etwas mehr Begeisterung hat er von den Mädchen schon erwartet.
„Also, ich finde es voll cool, in der Zeitung zu stehen“, sagt er enttäuscht und faltet die Zeitungsseite zusammen.
In diesem Moment kommt Onur um die Ecke. Mit wichtiger Miene schildert er gerade zwei älteren Mädchen, wie er durch Herzmassage die alte Dame wiederbelebt hat und sie ihm, bevor die Trage in den Krankenwagen geschoben wurde, dankbar mit letzter Kraft die Hand gedrückt hat.
„Du bist ein Held, Onur“, sagt eines der Mädchen schüchtern.
„Ich kann dir ja ein Autogramm geben“, antwortet Onur großzügig und zwinkert ihr draufgängerisch zu.
Carlotta prustet laut los. Sie hält sich den Bauch vor Lachen, während Olli etwas neidisch auf seinen Freund blickt und Paula mit düsterem Gesicht die Szene beobachtet.
„Alter Angeber!“, faucht sie ärgerlich, als die anderen Mädchen weg sind, dreht sich um und verschwindet im Klassenzimmer.
Auf dem Heimweg treffen sie zufällig vor dem SKY-Markt aufeinander. Fast stoßen sie mit einer Frau zusammen, die schwer bepackt mit zwei Einkaufstüten aus der Tür kommt.
„Die humpelt ja“, meint Carlotta leise.
„Sie ist aus dem Nachbarhaus. Hatte vor kurzem nen Unfall und ist wohl noch nicht wieder so ganz auf den Beinen“, antwortet Onur.
„Warten Sie“, ruft Paula in diesem Moment der Frau hinterher. „Der Onur hier möchte Ihnen beim Tragen helfen.“ Sie grinst Onur frech an und murmelt etwas von: „Strafe muss sein.“
Bevor der verdutzte Onur noch etwas erwidern kann, hat die Frau ihm auch schon dankbar eine der Tüten in die Hand gedrückt.
„Das ist aber nett“, sagt sie lächelnd, „meine Tüten sind tatsächlich ganz schön schwer.“
Carlotta stupst Olli auffordernd an und er nimmt ihr daraufhin die zweite Tüte ab, trägt sie der Frau bis vor die Haustür. Dort drückt sie ihm plötzlich zwei Euro in die Hand.
„Nein, nein
keine Widerrede“, wehrt sie ab, als Olli protestieren will. „Ihr seid doch die coop-Kids, stimmts? Ich habe in der Zeitung gelesen, dass für euch Helfen eine Selbstverständlichkeit ist. Trotzdem habt ihr euch eine kleine Belohnung verdient. Ihr habt mir nämlich wirklich eine schwere Last abgenommen.“
„Wir gehen davon ein Eis essen“, bedankt Olli sich.
„Wisst ihr“, meint er eine Weile später, genüsslich an seiner Eiskugel schleckend, „irgendwie ist Helfen doch eine echt coole Sache. Man fühlt sich richtig gut dabei
und steht auch noch in der Zeitung oder kriegt Geld zugesteckt. Vielleicht sollten wir das einfach öfter machen.“
„Gebongt“, antwortet Paula grinsend. „Immerhin sind wir die coop-Kids“.
Fortsetzung folgt
Catrin Liebscher




