Artikel dieser Ausgabe aus Familie & Gesellschaft
Meine Gesundheitsapotheke
Die aufmerksamen coop-Kids
Vorlesegeschichte für Kinder
„Hi Leute!“, ruft Onur gut gelaunt ins Clubhaus.
„Hallo Onur“, entgegnen ihm seine Freunde ebenso fröhlich.
Alle, bis auf eine. Paula tut so, als hätte sie ihn nicht gehört. Stattdessen beschäftigt sie sich andächtig mit ihrem Handy und hebt auch nicht den Blick, als Onur sich neben sie stellt.
„Na Paula, alles klar?“, fragt er und versucht, einen Blick auf das Display zu werfen. „Mit wem simst du denn da? Alle wichtigen Leute sind doch hier“, scherzt er.
Paula hebt den Blick.
„Ach, Onur – hallo. Ich hab gar nicht mitgekriegt, dass du auch schon da bist“, antwortet sie scheinfromm und steckt ihr Handy in die Tasche. „Na, dann können wir ja loslegen. Olli?“
Sie wirft Olli einen Blick zu, und der beginnt: „Mir ist aufgefallen, dass ich Frau Kühl schon seit einiger Zeit nicht mehr gesehen habe. Dabei ist sie normalerweise doch jeden Tag beim Einkaufen.“
„Ich habe es auch schon bemerkt“, wirft Carlotta ein.
Und zwei weiteren coop-Kids ist das Fehlen der alten Dame ebenfalls nicht entgangen.
„Was meint ihr – ist es ratsam, mal nach ihr zu sehen?“, fragt Paula daher in die Runde. „Vielleicht kann sie Hilfe gebrauchen.“
„Oder sie ist einfach nur in Urlaub“, meint Onur, doch schnell ist er mit seinem Einwand überstimmt. Es wird vereinbart, dass Carlotta und Paula noch an diesem Nachmittag zu Frau Kühl gehen sollen.
Kurze Zeit später stehen die Mädchen vor der Wohnungstür und klingeln. Niemand öffnet! Auch nach dem zweiten Klingeln geschieht nichts.
„Und nun?“, fragt Carlotta. „Vielleicht ist Frau Kühl ja tatsächlich in Urlaub.“
„Ja, kann sein“, antwortet Paula. „Aber ich hab irgendwie so ein komisches Gefühl. Gibts hier vielleicht irgendwo einen Hausmeister, den man fragen kann?“
Doch gerade, als die Mädchen sich auf die Suche machen wollen, hören sie etwas. Ein Poltern hinter der Wohnungstür! Jetzt klingeln sie Sturm!
„Frau Kühl, sind Sie da? Ist alles in Ordnung?“, ruft Paula und donnert gegen die Tür.
Sekunden später geht die Wohnungstür endlich auf. Was für ein Anblick! Die alte Dame steht auf wackligen Beinen vor den Mädchen und blinzelt sie aus dick geschwollenen Augen an, die triefende Nase leuchtet knallrot, die Haare stehen in alle Himmelsrichtungen vom Kopf ab.
„Erkältung“, kann Frau Kühl gerade noch krächzen, bevor ein Hustenanfall sie schüttelt.
Behutsam führen die Mädchen die Frau zurück ins Bett.
„Ich ruf erst mal Ihren Hausarzt an, damit er nach Ihnen sieht“, erklärt Paula energisch nach einem Blick auf die dünne Gestalt unter der Bettdecke. Carlotta lüftet in der Zwischenzeit das Zimmer und macht eine Kanne heißen Tee.
Auch in den nächsten Tagen ist immer einer von den coop-Kids da, um Frau Kühl zu versorgen. Olli bringt Suppe von seiner Mutter mit, Onur ein großes Fladenbrot. Und Herr Hansen, der Leiter des sky-Marktes, spendiert einige Flaschen Fliederbeersaft. „Schön heiß trinken“, empfiehlt er.
Mit jedem Tag geht es Frau Kühl etwas besser. Bald kann sie auch wieder einkaufen gehen und erklärt jedem, den sie trifft: „Wie gut, dass es die coop-Kids gibt!“
Cathrin Liebscher




