Artikel dieser Ausgabe aus Familie & Gesellschaft
Meine Gesundheitsapotheke
Auf Schusters Rappen
Spazieren gehen
Wer fit bleiben will, muss dafür nicht unbedingt in die „Mucki-Bude“ oder bei einem Marathon antreten. Wer drei bis vier Mal in der Woche ein Stündchen zu Fuß geht, schlägt gleich einen ganzen Schwarm Fliegen mit einer Klappe.
Nach dem Essen sollst du ruhn oder tausend Schritt tun.“ – Ausruhen können wir uns später noch, entscheiden wir uns also für Letzteres! Bewegung bringt neben Herz und Kreislauf auch die Verdauung in Schwung, und ein ordentlicher Spaziergang bedeutet Fettverbrennung, also gesundes Abnehmen ohne Mitgliedsbeitrag im Fitnessclub!
Doch ein Spaziergang hat noch viele weitere Vorteile! Frischluft vertreibt Müdigkeit und macht den Kopf frei. Sie ist somit ein wahrer Stresskiller (siehe hierzu auch den Artikel auf den Seiten 70/71). Die körperliche Ausdauer steigt und nebenbei kann man ganz in Ruhe die Umgebung erkunden. Ein gewisses Maß an UV-Strahlen ist außerdem gut für die Haut. Und die Sonne ist immer da, auch wenn sie sich zur kalten Jahreszeit oft bedeckt hält.
Eins, zwo, drei im Sauseschritt
All das zeigt schon beim gemütlichen Bummeln Wirkung und gipfelt in einem strammen Marsch oder dem schwer angesagten „Power-Walking“, das nebenbei bemerkt viel schonender für Muskeln, Bänder und Gelenke ist als Jogging. „Gehen“ als Leistungssport aber bedeutet eine nicht unerhebliche Belastung für die Hüfte.
Wer den sportlichen Aspekt unbedingt mit einbeziehen will, kombiniert große Schritte mit einem flotten Armschwung. Anfangs empfehlen sich kurze Einheiten von rund 15 Minuten (vielleicht zum Briefkasten oder zum Geldautomaten). Unser Tipp: Erklären Sie doch einfach Ihren Arbeitsweg zur Trainingseinheit. Zugegeben, für Pendler – beispielsweise zwischen Hamburg und Hannover – gestaltet sich dies ein wenig schwierig
„Seitenstechen“ sollte man keinesfalls ignorieren. Dieser Schmerz entsteht, meistens beim Laufen oder schnellen Gehen, infolge einer Sauerstoffunterversorgung der Organe. Dann unbedingt einen Gang runterschalten, locker weitergehen, mehrmals tief Luft holen und langsam vollständig ausatmen!
Denksport leicht gemacht
Nervös, ungeduldig, ratlos? Jeder kennt in solch einer Stimmung das plötzliche Bedürfnis, auf und ab zu laufen. Folgen Sie ruhig diesem Impuls, aber laufen Sie lieber einmal „um den Block“, als im Büro hin und her zu wandern wie ein Tiger im Käfig! Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass unser Gehirn besser, genau genommen überhaupt erst dann arbeiten kann, wenn es mit ausreichend Sauerstoff versorgt wird.
Beim Atmen wird Sauerstoff in die Lungen gepumpt. Den Transport ins Gehirn übernehmen die roten Blutkörperchen, was die chemischen und elektrischen Vorgänge, die wir „Wahrnehmen“ und „Denken“ nennen, ermöglicht. Durch einen Mangel an Sauerstoff sinkt also die Arbeitsleistung: Der Körper nimmt zum Beispiel beim Sitzen einen Viertelliter Sauerstoff pro Minute auf, schon beim Spazierengehen ist es bereits ein halber Liter pro Minute!
Aristoteles, der berühmte Philosoph im alten Griechenland, hielt seine Vorlesungen, während er mit seinen Studenten spazieren ging. Und auch viele Schauspieler lernen ihren Text im Gehen.
Per pedes unterwegs
Viele Reiseführer in Buchform bieten liebevoll ausgetüftelte Spaziergänge an, mit denen eine Stadterkundung zum reinsten Hochgenuss wird. Solche Touren stehen oft unter einem bestimmten Motto: von Kathedrale zu Kathedrale oder auf der Fährte berühmter Persönlichkeiten, die dort einst zu Hause waren.
„Gesünderer Lebensalltag mit mehr Bewegung“, so der Titel einer bundesweiten Kampagne des Bundesministeriums für Gesundheit vor einigen Jahren. Die schönsten Spaziergänge querfeldein und bis in entlegenste Winkel, die im Rahmen dessen zusammengetragen wurden,
entdecken Sie online unter www.die-praevention.de, so zum Beispiel literarische Spaziergänge, Erlebnis- und Klimawanderungen. Das Internet stellt außerdem viele Kontakte zum gemeinsamen Spazierengehen her. Geben Sie einfach Suchbegriffe wie „Spazierengehen“ und „spazieren gehen“ ein und entdecken Sie die Möglichkeiten für die Region Ihrer Wahl.
Verschiedene Wege der Erholung
Schleswig-Holstein
Entdecken Sie mit 3000 Schritten die Königin der Hanse: Lübeck! Vom Rathaus bis zum Heiligen-Geist-Hospital, von dort aus das Burg- und das Holstentor durchschreiten. Dann nimmt man sich etwas Zeit für das Stadt- und Seefahrtsmuseum und danach Kurs auf den Dom. Zum „Paradies“, seiner spätromanischen Vorhalle, führt die Gasse „Fegefeuer“.
Wie passend
Mecklenburg-Vorpommern
Interessantes Überbleibsel der Rolle Güstrows als Außenstandort der EXPO 2000 ist der Erlebnisrundgang „Der blaue Faden“. Infotafeln und Hinweisschilder an ausgewählten Standorten – miteinander verbunden durch blaue Pflastersteine – führen den Besucher durch die Stadt. Einen genauen Plan findet man auf www.guestrow-tourismus.de
Ulm
Folgen Sie Neu-Ulms „Grünem Gürtel“. Vom Allgäuer Ring aus führt ein Baumlehrpfad durch den Glacis-Stadtpark, über eine Brücke gelangt man durch die Festungsmauer in den Kollmannspark. Durch die Villenstraße weiter bis zum Memminger Tor und schließlich, entlang des Donauufers, spazieren Sie bis zum Ulmer Münster.
Übrigens: Wissen Sie, wie viele Freund- und Liebschaften schon bei einem Spaziergang, vornehmlich beim Gassigehen mit Bello, entstanden sind? Nun, wir auch nicht. Aber es waren viele, das ist sicher!
tide




