Artikel dieser Ausgabe aus Familie & Gesellschaft
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Alles, nur nicht pink
In Rosarot machte er Fernsehkarriere. Im wahren Leben jedoch ist der Panther alles andere als pink und ein »cooler Typ« - nämlich schwarz und ein gefürchtetes Raubtier.
Seit Anfang der Sechziger ist der rosarote Panther (engl.: The Pink Panther) durch US-amerikanische Fernsehfilme und Zeichentrickfolgen, insbesondere durch den Abspann-Song »Wer hat an der Uhr gedreht?« bei Jung und Alt bekannt. Trotzdem weiß man nur wenig über ihn, und vor allem stellt sich vielen die Frage: Zu welcher Gattung gehört ein Panther eigentlich?
Unter der Bezeichnung »Indischer Löwe« findet man den Panther in manchen Quellen, dann heißt er an anderer Stelle auch wieder »Schwarzer Leopard« oder »Schwarzer Jaguar«. Ein absichtliches Verwirrspiel unter zoologischen Laien? Nein. Aber wir klären es gern auf: Es handelt sich beim Panther lediglich um eine Leoparden-Abart, deren seltene Fellfärbung rezessiv (in der Genetik: nicht in Erscheinung tretend) vererbt wird. Solch eine schwarze Abart gibt es beim Jaguar auch, aber nichtsdestotrotz handelt es sich um unterschiedliche Tiere.
Man sieht trotzdem Tupfen
Kraft und Ästhetik, Geschwindigkeit und Eleganz: Diese einprägsamen Merkmale sind wohl allen Raubtieren der Gattung Großkatze gemein. Beim Leoparden kommt noch die auffällige Fellfärbung hinzu, genauer gesagt, die schwarzen, in offenen Rosetten angeordneten Tupfen, die sich über den gesamten Körper ziehen. Und selbst beim Panther kann man sie bei genauer Betrachtung und den richtigen Lichtverhältnissen im schwarzen Fell gut erkennen.
Kleine, einsame Großkatze
Der Leopard ist in den tropischen Gebieten Afrikas und Asiens weit verbreitet, wobei die so genannten schwarzen Panther besonders häufig in feuchten Waldlebensräumen vorkommen.
Der Leopard ist der kleinste Vertreter der Großkatzen und mit einer Körperlänge von etwa anderthalb Metern (ohne Schwanz) sowie einem Gewicht von 50 bis 80 Kilogramm eher ein leichter, geschmeidiger Geselle, dafür aber ausgesprochen schnell. Außerdem kann er hervorragend klettern, eine Eigenschaft, von der er auch fortwährend Gebrauch macht: Er schläft nicht nur im Baum (sein Skelett ist so katzentypisch aufgebaut, dass er sich auch aus großer Höhe fallen lassen kann, ohne sich zu verletzten), sondern zieht nicht selten seine Beute mit nach oben, um sie nicht mit anderen teilen zu müssen. Auch Löwen hängt er auf diese Weise ab, da sie die oberen Teile eines Baumes nicht erreichen. 1 : 0 für den Leoparden.
Im Übrigen sind Leoparden ohnehin Einzelgänger, die alles daran setzen, den Kontakt mit Artgenossen zu vermeiden. So markieren sie ihr Revier an auffälligen Orten deutlich mit Urin und Kratzspuren.
Baghira ist weniger jagdfreudig
Im »Dschungelbuch« wird durch die Figur des Panthers Baghira, der sich rührend um den kleinen, im Dschungel aufgefundenen Mogli kümmert, ein Bild geschaffen, das »typisch Film« ist. Zwar zählen auch im wahren Leben Menschen nicht zum Beuteschema Nummer eins eines Leoparden, aber ein durchtriebener Jäger mit ausgefeilten Jagdtechniken ist er schon: Bricht die Dämmerung heran, schleicht er sich auf leisen Sohlen bis auf etwa fünf Meter an sein Opfer heran, fängt es mit einem gewaltigen Satz und tötet es durch einen Nacken- oder Kehlbiss. Oder aber er legt sich an einem geeignetem Ort auf die Lauer und wartet, bis ein ahnungsloses Opfer vorbeiläuft - Hauptsache Energie sparen! Einer Beute stundenlang hinterherzuhechten ist nicht sein Stil.
Bevorzugt werden Warzen- oder Wildschweine sowie Antilopen, Hirsch- und Wildziegenarten gejagt, aber auch Affen, Hasen, Schakale, Fische, Schlangen und Vögel, ja sogar Insekten (diese aber nur im Notfall) verschmäht er nicht.
Theoretisch können Leoparden selbst in der Wildnis ein Alter von etwa 15 Jahren erreichen, wäre da nicht ihr herrliches Fell, auf das es der Mensch seit Jahrzehnten abgesehen hat. Und obwohl der Handel mit Fellen zwar mehr und mehr eingedämmt wird, so dass sich die Bestände langsam wieder etwas erholen können, zählt der Leopard immer noch zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten. Denn auch die Zerstörung seines Lebensraums und direkte Bejagung aus purer Angst vor diesem Raubtier schaden der Population gewaltig.
chris





