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Mittwoch, 23. Mai 2012
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Weit gereist ...

Für Sie geerntet: Trauben aus Übersee

Traubensaison ist doch im September und Oktober? Wo kommen die frischen Früchtchen denn jetzt, mitten im Winter, her?

 In Regionen mit einem warmen, gemäßigten Klima gedeihen Weintrauben am besten. Der Mittelmeerraum wurde daher zu ihrem bedeutendsten Anbaugebiet, sozusagen zum „Weingarten der Welt“. Doch wenn bei uns in Europa die winterliche Kälte klirrt, dann freut sich die südliche Erdhalbkugel über sommerliches Badewetter – und erntet Kirschen, Pfirsiche, Trauben und vieles mehr.

Die Tafeltrauben, die wir in Deutschland zwischen Juli und Dezember genießen, kommen zumeist aus Italien, Spanien, Griechenland oder der Türkei. Die heimische Ernte enthält für den Frischverzehr nämlich zu viel Säure und wird daher fast ausschließlich zu Wein verarbeitet. Lieferungen aus Südafrika, Chile, Argentinien und anderen Überseenationen treffen dann ab Mitte November im deutschen Handel ein. Diese sogenannte „Off-Season“-Ware deckt unseren Bedarf über die zweite Jahreshälfte hinweg.

Die fruchtigen „Winter-Reifen“
In den Überseeländern müssen die Weinreben besonders intensiv bewässert werden. Auch hier wird erst geerntet, wenn die Trauben ausgereift sind, also einen bestimmten Gehalt an Zucker erreicht haben.

Stabil verpackt und vor Schimmel geschützt treten die Früchtchen dann auf Containerschiffen ihre Reise nach Europa an. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und 90 – 95-prozentiger Luftfeuchtigkeit bleiben sie während der langen Fahrt – die zum Beispiel von Chile aus rund 18 Tage dauert – frisch und knackig.
Es ist sehr gut, dass wir uns mit dem Traubengenuss nicht mehr bis zum nächsten Spätsommer gedulden müssen, denn gerade im Winter, wenn Viruserkrankungen wie Erkältungen bei uns „Saison“ haben, sind die in Weintrauben enthaltenen Salizilate sehr hilfreich für unseren Genesungsprozess.

Wie viele Träubchen für wen?
Vor allem aber enthalten Weintrauben viel Traubenzucker, der schnell ins Blut geht und uns sofort mit neuer Energie versorgt, wenn wir uns müde und schlapp fühlen.

Davon profitieren beispielsweise Sportler, denen nebenbei auch noch eine gute Portion Magnesium und Kalzium „per Traube“ beim Knochen- und Muskelaufbau helfen. Menschen, die immer in Bewegung sind, können bis zu 1,5 Kilogramm Trauben täglich genießen, ohne „anzusetzen“. Für weniger umtriebige Naturen (Erwachsene ab 16 Jahren im Allgemeinen) dagegen wird eine Tagesration von 800 – 1000 Gramm empfohlen. Kinder und Jugendliche bis 15 sowie Diabetiker sollten nicht mehr als 300 Gramm frische Trauben pro Tag verzehren.

In diesen Dosierungen macht der Traubenzuckergehalt jeweils nicht dick – im Gegenteil, Stoffwechsel und Verdauung werden angeregt, der Körper entwässert und entschlackt. Man fühlt sich gesättigt, aber leicht, frisch und munter und kann sich besser konzentrieren. Obendrein sorgen ein hoher Kaliumgehalt für ein starkes Herz und reichlich B-Vitamine für gute Laune! Ein idealer Pausensnack für Schule und Büro also. 

Übrigens ...
Waschen Sie Trauben nie einzeln, sondern immer am Zweig, denn sonst ist die Haut der kleinen Früchte verletzt und das Wasser spült wertvolle wasserlösliche Inhaltsstoffe einfach weg.


Inhaltsstoffe in 100 g verzehrbarem Anteil (Mittelwerte):
Wasser 81 g
Kohlenhydrate 15 – 16 g
Eiweiß 0,7 g
Fett 0,3 – 0,5 g
Ballaststoffe 1,5 g
Vitamin C 4 mg
Kalium 192 mg
Kalzium 18 – 20 mg
Magnesium 9 – 10 mg
Energie/Brennwert 286 – 305 kJ
bzw. 67 – 73 kcal

Fotos: convenience-guide food studio (2)