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Mittwoch, 23. Mai 2012
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Süß und saftig

Birnen

Ihre Wurzeln hat sie (sehr wahrscheinlich) in Griechenland, ihre Geschichte ist 3000 Jahre alt, und ihre Sortenvielfalt ist so groß wie bei kaum einer anderen Frucht – trotzdem hat sie es bei uns schwer: die Birne. Sie kommt, obwohl sie sehr beliebt ist, an den Apfel mengenmäßig einfach nicht ran.

Es werden drei Mal mehr Äpfel angebaut und auch gegessen. Das liegt einerseits daran, dass Birnen ein milderes Klima brauchen, und andererseits an ihrer schlechten Lagerfähigkeit. Aber wer sich mit ihren Eigenheiten angefreundet hat, kann gar nicht mehr ohne …

Am besten fest

Birnen sind äußerst druckempfindliche Früchte, die an den Druckstellen schnell faulen. Der Kauf vollreifer Birnen empfiehlt sich deshalb nur dann, wenn sie sofort gegessen werden. Sie sollten dann makellos sein, angenehm nach Birne duften und das Fruchtfleisch rund um den Stiel muss etwas nachgeben. Im Kühlschrank halten sich reife Früchte auch nur wenige Tage. Schnell werden sie matschig, mehlig und verlieren ihr Aroma. Besser, d. h. pflegeleichter, sind noch etwas feste, nicht ganz reife Früchte. Sie sind viel unempfindlicher und reifen bei Zimmertemperatur ausgezeichnet nach. Aber bitte nicht neben Zwiebeln, Kohl oder Knoblauch platzieren: Birnen haben die Eigenschaft, Fremdgerüche anzunehmen. Ein Trick, um den Reifevorgang zu beschleunigen: Birnen zusammen mit einem Apfel in eine Papiertüte stecken, die ein paar Mal mit einer Nadel eingestochen wurde.

Besser als ihr Ruf

Birnen stehen bei vielen Leuten im Verdacht, dick zu machen, weil sie so süß sind. Irrtum. Birnen enthalten fast genauso viel Fruchtzucker wie Äpfel, haben aber nur ein Viertel so viel Säure, was sie süßer schmecken lässt und auch säureempfindliche Mägen schont. Darüber hinaus enthalten sie viel Ballaststoffe und Vi­tamine, vor allem B-Vitamine und Folsäure. Bemerkenswert ist der hohe Gehalt an Kalium, wodurch Birnen entwässernd wirken. Auch getrocknete Birnen können mit der gesamten Nährstoffpalette aufwarten, bis auf das hitzeempfindliche Vitamin C, das zu großen Teilen zerstört wird.

Sorten

Birnen werden meist roh gegessen, doch hat die Verwendung geeigneter Sorten auch eine große Bedeutung für die Herstellung von Konserven, Kompott, Dörrobst, vergorenen Säften (Most) und vor allem für das Brennen von sortenreinem Obstwasser. Die verschiedenen Sorten unterscheiden sich durch Form, Farbe, Fruchtfleisch und Lagerfähigkeit und tragen die Namen ihrer Züchter. Ob sich Birnen eher zum Rohverzehr oder zum Kochen eignen, hängt nicht zuletzt von der Säuremenge der Birne ab. Birnen, die zu mild sind (wenig Säure), schmecken nach dem Kochen eher fad. Jetzt im Winter sind folgende Birnen auf dem Markt:

Williams Christ

Die Williams-Christ-Birne, die auch unter dem Namen „Bon Chrétien“ oder „Bartlett“ bekannt ist, gehört zu den besten und feinsten Tafelbirnen überhaupt, allerdings ist sie auch die
empfindlichste. Sie ist ausgesprochen saftig, hat ein edles Aroma und ihre Farbe variiert, je nach Reife, von gelbgrün bis gelb. Besonders geschätzt wird sie in der Obstbrennerei: Der Williams-Birnen-Brand aus reifen Früchten wird zu den Edel-Obstbranntweinen gezählt.

Abate Fetel

Abate Fetel ist eine große, flaschenförmige Birne von bräunlich-grüner bis gelbgrüner oder gelber Farbe. Sie ist stark „berostet“ (braune Flecken), sehr saftig, mild-aromatisch im Geschmack und hat wenig Säure. Diese Birnen eignen sich besonders gut zum Roh-Essen, nicht so sehr zum Kochen.

Boscs Flaschenbirne

Boscs Flaschenbirne (auch: Kaiserkrone oder Kaiser Alexander) ist eine sehr beliebte Sorte, die auch in Hausgärten gerne angepflanzt wird. Die grüngelbe bis gelbe Frucht ist fast gänzlich zimtfarben berostet und schmeckt saftig, knackig und fruchtig. Roh gegessen macht sie sich ausgezeichnet, sie eignet sich aber auch zum Kochen.

Rosemarie

Rosemarie (oder: Rosemary) ist eine eher kleine, mittelbauchige Tafelbirne aus Südafrika. Sie schmeckt süß und saftig, ist von gelbgrüner Farbe und auf der sonnenbeschienenen Seite gerötet.

Nashi

Nashi, auch „japanische Birne“ genannt, ist keine Birne im eigentlichen Sinn, zumindest keine reinrassige – sie ist eher eine Verwandte der europäischen Birne. Die Form kann sowohl an Äpfel als auch Birnen erinnern, die Haut selbst ist der Birne ähnlich. Die Farben variieren je nach Sorte von ockerfarben bis gelbgrün. Das knackig-süße und feste Fruchtfleisch erinnert eher an einen Apfel und wird roh für Desserts oder auch als Salatbirne verwendet. Dazu sollte die trocken wirkende Haut und das ziemlich saure Kernhaus entfernt werden.

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