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Mittwoch, 23. Mai 2012
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Sie fühlen sich matt? Trinken Sie Mate!

Matetee

Was dem Asiaten die Teepflanze, ist dem Afrikaner der Roibusch und dem Südamerikaner der Matebaum.

 Von den nördlichen Wäldern Brasiliens zieht sich die Heimat des Matebaums durch Paraguay und Uruguay bis zum südlichen Ende Argentiniens. Das zur Gattung der Stechpalme gehörende Gewächs wird wegen seiner aromatischen und bis zu zwanzig Zentimeter langen Blätter geschätzt.

Doch auch optisch macht der Exot mit seinem grauem, knorrigen Stamm was her – umso mehr, als die zu dicken Büscheln geformten weißen Blüten sich zu purpurroten Früchten wandeln.

Echter Naturbursche
Obwohl der im Brauchtum verwurzelte Tee von fast jedem Bewohner zwischen Äquator und Kap Hoorn getrunken wird und die getrockneten Blätter ein wichtiges Exportgut für das „Amazonas-Land“ sind, stammt der größte Teil der Ernte noch von wild wachsenden Bäumen. Ein seltenes Gut in der modernen Welt, das das Herz eines Industriestaatlers sicher höher schlagen lässt. Immerhin erhält er etwas von Mutter Natur, fernab von Züchtung und Gentechnologie.

Zwei Jahre müssen vergehen, ehe die Jungpflanze dem Licht ausgesetzt werden darf – bis dahin ist eine Beschattung erforderlich. Danach werden die Pflanzen regelmäßig beschnitten, damit die neuen Sprosse besonders kräftig ausfallen. Ideale Bedingungen für die Kultivierung sind zirka 22 °C, eine hohe Luftfeuchtigkeit und höhere Lagen bis zu 800 Meter über dem Meeresspiegel.
Neben dem Charme des Ursprünglichen schwingt für manchen Mate-Fan auch ein gewisses Modebewusstsein mit. Schon bei den Ureinwohnern galt der koffeinhaltige Tee unter anderem als kreislauffördernd, anregend für Nerven und Muskeln sowie als guter Hungerstiller. Heute weiß man zusätzlich von seinem hohen Vitamin- und Mineralstoffgehalt, was ihn zur idealen Nahrungsergänzung macht und ihm das Prädikat des „gesunden Schlankmachers“ einbringt.

Im Freundeskreis
Direkt verbunden mit dem einzigartigen Trunk ist ein uralter Brauch. Traditionell genießt man ihn aus dem ausgehöhlten, getrockneten Ende eines Flaschenkürbisses, wobei die Außenseite meist aufwendige Verzierungen trägt und die Öffnung mit Metall eingefasst ist.

Diese besonderen Gefäße nennt man Mate, sie gaben auch Pflanzen wie Tee den Namen. Inzwischen sind sie in mannigfaltigen, kunstvollen Ausführungen erhältlich. Der Mythos erzählt von den Gauchos, den Männern auf Pferden, die einst Mate tranken, um bei der mühsamen Viehzucht in den Pampas Südamerikas leistungsfähig zu bleiben. Heute wird der Aufguss mit rauchig-erdigem bis fruchtig-bitterem Geschmack vor allem zeremoniell im Kreis von Freunden getrunken – und das schlägt eine schöne Brücke zu Europa, denn „mate“ bedeutet im Englischen „Freund“. eg

Fotos: Bad Heilbrunner Naturheilmittel GmbH & Co. (3)