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Mittwoch, 23. Mai 2012
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Schmeckt „supel“!

Vor 9000 Jahren, als unsere Vorfahren sich bestenfalls mithilfe eines Keulenschlags in einen Rauschzustand versetzen konnten, waren die Chinesen bereits mit der Herstellung von Alkohol vertraut.

Vor 9000 Jahren, als unsere Vorfahren sich bestenfalls mithilfe eines Keulenschlags in einen Rauschzustand versetzen konnten, waren die Chinesen bereits mit der Herstellung von Alkohol vertraut.

Und nicht nur das: Die verwendeten Zutaten Reis, Honig und diverse Früchte lassen darauf schließen, dass schon zu jener frühen Zeit das Reinheitsgebot befolgt worden war.

Deutlich mehr als nur Spuren alkoholischer Rückstände präsentierten sich Forschern bei der Ausgrabung von 3000 Jahre alten Bronzebehältern, die sie in verschiedenen Grabkammern in den Provinzen Henan, Hebei und Shanxi fanden. Tatsächlich enthielten die luftdicht verschlossenen Gefäße noch flüssigen, wohlduftenden Reis- und Hirsewein. Dem in der Tat alten Tropfen waren Aromastoffe aus Blumen, Kräutern und Harzen hinzugefügt worden – ein sicheres Zeichen dafür, dass schon damals auf einen geschmacklichen Kick Wert gelegt wurde.

Beeindruckend ist auch, dass die Chinesen die seinerzeit verwendete Herstellungstechnik noch heute anwenden. Nach wie vor übernehmen Schimmelpilze die Aufgabe, die im Reis enthaltenen Kohlenhydrate in Zucker umzuwandeln. Diesen Aufwand kann man sich beim wohltuenden Kräuterlikör „China Martini“ sparen. Allerdings: Nach dem Öffnen sollte diese Spezialität mit Essenzen der Chinarinde keine 3000 Jahre im Kühlschrank stehen.

espa

Foto: Ines Matz