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Mittwoch, 23. Mai 2012
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Schlank und leicht ...

Sommerküche

Sommerzeit, Bikinizeit … Zeit, endlich etwas gegen die Pölsterchen zu unternehmen, die eindeutig an der falschen Stelle sitzen. Hannelore und ihre Freundin Marianne haben dazu viele kluge Ideen im Kopf – und kommen schließlich doch zu einer ganz eigenen Leichte-Linie-Lösung … Viel Spaß beim Lesen dieser kleinen „Typisch Sommer!“-Geschichte!

Im Sommer am Strand wird ja allerlei ausgepackt … leider auch das, was man dem Rest der Welt lieber vorenthalten würde. Ein selbstkritischer Kniff in den Bauch zeigt Hannelore, dass sie davon einiges zu bieten hat. Drei Kinder schlagen sich halt nieder … und so soll sie sich heute nun neben Single-Marianne in der Sonne aalen, die schon damals in der Schule als überschlanker „Hungerhaken“ bekannt war?
Na, mal sehen. Erst einmal packt Hannelore für das Treffen mit „Gardemaß“-Marianne jedenfalls alles in die Kühltasche, was ihr an Schlankmachern bekannt ist: Joghurt, Früchte und grünen Salat, den sie mit magerem, in dünne Streifen geschnittenem Putenfleisch garniert, das vom Grillen gestern Abend noch übrig geblieben ist. Das wird Marianne schon zeigen, dass sich Hannelore mit gesunder Ernährung im Prinzip bestens auskennt!

Strandgeplauder … aber bitte mit Sahne!
„Dein selbst angerührter Himbeerjoghurt ist wirklich perfekt, Hanne“, findet Marianne und schleckt genüsslich den Löffel mit dem letzten Rest ab, „Verrätst du mir dein Geheimrezept?“

„Ein Punkt für mich!“, freut sich Hannelore: „Na ja, im Winter kaufe ich mir meist auch einfach nur Fertigjoghurt, aber jetzt, wo alle Früchte frisch und günstig im Handel sind, probiere ich halt gern einmal etwas herum, zum Beispiel mit Frischkäse, Joghurt, Milch oder Sahne gemixt …oder auch mal süßes Obst mit scharfen Sachen kombiniert …“

„Sahne ist aber nicht gerade die beste Idee“, wendet Marianne ein, „die macht doch dick wie nix! Dann kannst du eigentlich ja gleich fette Torten statt Obst und Gemüse essen!“ – „Na ja, Sahne ist aber auch ein wichtiger Geschmacksträger“, brummelt Hannelore in ihr Bikinioberteil.

Und eine „Seelennahrung“, die gute Laune macht, ist Sahne auch. Nie im Leben würde Hanne sich von Marianne den Spaß an ihrem selbst erfundenen pikanten Sahnesalat nehmen lassen, der ganz einfach zu machen ist – und erst gestern wieder in der Nachbarschaftsgrillrunde bei den Brandts so supergut angekommen ist! Einfach flüssige Sahne mit Chilli oder Paprika, Selleriesalz, Maggi, Salz, Pfeffer und reichlich fein gehackten Kräutern nach Wahl würzen – und dann immer hinein mit allem, was an Salat, Gurken, Tomaten, Paprika, Radieschen, Möhren, Mais oder Champignons in Haus oder Garten zu finden ist.

„Übrigens, die Himbeeren – die waren im Sahnejoghurt schon drin“, sagt Hannelore, nun deutlich lauter.

Molke hilft über den Stau hinweg
Die Autoschlange auf der Rückfahrt zieht sich fast noch länger hin als die wohlig entspannenden Stunden am Strand. Zum Glück ist etwas zum Knabbern da. Die noch in Hannelores Frischhaltebox verbliebenen Honigmelonenstückchen sorgen im kochend heißen Wagen für die nötige Erfrischung.

„Puh“, stöhnt Hannelore, „jetzt ist die Ampel schon wieder rot!“ – „Die schlimmsten Staus, die ich kenne, sind aber die im Bauch“, meint Marianne, „du weißt schon, wenn man an gewissen Örtchen nicht so kann, wie man will … gerade jetzt, bei der Hitze, fühlt man sich dann den ganzen Tag schwer wie ein Stein.“
„Habe ich so gut wie nie“, antwortet Hanne. „Na ja, kein Wunder, die Fünf-mal-täglich-Obst-oder-Gemüse-Regel überbiete ich ja auch locker, weil mir die Früchtchen alle so gut schmecken!“ – „Ich habe solche Probleme auch nicht mehr, seit ich die Molke-Drinks für mich entdeckt habe. Echte Wellness-Cocktails, kann ich dir sagen! Unglaublich erfrischend. Die bringen nach dem Sport die verbrauchte Energie sofort zurück. Schließlich sind da ja auch jede Menge Vitamine und Mineralstoffe drin und sehr hochwertiges Eiweiß – aber kaum Fett oder Kalorien“, berichtet Marianne, wobei ihr Blick unwillkürlich auf Hannelores Hüftpartie fällt.
„Hm.“ Mit Molke wurde in Hannelores Küche natürlich auch schon experimentiert – und dabei ist unter anderem auch ein köstlicher Feldsalat mit Molke-Honig-Vinaigrette herausgekommen. Aber nur so pur wegtrinken? „Ich glaube, frisch gepresste Fruchtsäfte sind mir lieber.“ – „Molke gibt es aber auch in vielen leckeren, fruchtigen Varianten“, kontert Marianne. „Hey, ich glaube, da hinten löst sich der Stau endlich auf!“

Jetzt wird es bunt!
Schließlich kommen die beiden Ernährungsexpertinnen doch noch in der Stadt an. „Ah, guck mal, das da links ist gerade eine ganz angesagte Bar“, sagt Marianne, „die servieren die besten Cocktails der Stadt!“ – „Sind wir für die Cocktailhocker-Häschen-Nummer nicht irgendwie schon etwas zu alt?“, fragt Hannelore, schon stolze vierundvierzig immerhin. Zusammen sind sie sogar achtundachtzig! „Aber ein schöner Cocktail zum Abschluss – das ist eine prima Idee. Komm, ich lad dich noch auf meinen Balkon ein!“

Marianne nickt zunächst etwas zögerlich, eigentlich wäre ihr schon nach Ausgehen gewesen. Doch dann ist es einfach herrlich, so ein warmer Sommerabend auf Hannes üppig begrüntem Balkon, im Licht der duftenden Citronella-Kerzen, die die Mücken von nervigen Besuchen abhalten. Und schon nach dem ersten von Hannelore servierten „Dragon Fly“ fühlt Marianne sich irgendwie so leicht und locker wie nie …

„Das ist was anderes als dein geliebter ‚Käsewasser-Cocktail‘, oder?“, grinst Hannelore. –„Käsewasser?“ – „Ja, so nennt man Molke doch auch. Und Cocktails haben ja oft drollige Namen. ‚Rostiger Nagel‘ zum Beispiel, oder …“
„Der ‚Zombie‘ heißt so, weil er so stark ist, dass man sich wirklich wie ein Zombie fühlt, wenn man mehr als zwei davon getrunken hat, kichert Marianne. – „Kein Wunder! Da sind ja auch mindestens drei Sorten Rum drin – manchmal sogar sechs, auch 70-prozentige!“ – „Na, da sind mir ‚Highballs‘ lieber! Die sind schön leicht und erfrischend.“ – „Ja, oder ein ‚Fizz‘ in Ehren …“

Longdrinks mit Fruchtsäften oder Soda gefallen den beiden Freundinnen viel besser als die knallharten Shortdrinks, die hauptsächlich aus Alkohol bestehen. Nur beim Digestif nach dem Essen macht Hanne gern eine kleine Ausnahme; denn es gibt ja soooo leckere Dessert-Cocktails mit reichlich Sahne darin – und die sollen trotzdem verdauungsfördernd sein.

„Ich mach uns noch einen frischen ‚Hahnenschwanz‘, okay?“, fragt Hannelore in Anspielung auf die deutsche Entsprechung zum Wort „Cocktail“ und freut sich schon darauf, die Gläser verlockend mit frischen Früchten zu dekorieren.

Dann wird ausgiebig über Gott und die Welt, über Mariannes alte Lieben und Hannelores neue berufliche Pläne geplaudert – nur über eines mit keinem Wort mehr: über Figurprobleme und vernünftige Ernährung.

Und am Ende eines fröhlichen, anregenden Abends (so gegen 2.00 Uhr) kann Marianne wirklich nur sagen: „Hanne, das Leben macht so viel Spaß mit dir! Bleib bloß, wie du bist!“

mimu

Fotos: mcm-Archiv, Bevis