Artikel dieser Ausgabe aus Essen & Trinken
Meine Gesundheitsapotheke
Schaf im Wolfspelz
Immer wieder eine süße Entdeckung: die Ananas.
Der erste Eindruck ist mitunter trügerisch – das gilt nicht nur bei Menschen. Die harte Schale, die jene gern anlegen, um ihr sanftes Wesen zu schützen, findet ihr Vorbild in der Natur, wo so manche Art unnahbarer scheint, als sie ist.
Der Vergleich mit einer widerborstigen Raupe im XXL-Format samt hochgestecktem Haarschopf ist genauso erlaubt wie der Gedanke an eine Palme in Miniaturausgabe mit massigem Wurzelballen. Doch ein neugieriger Kopf aus längst vergangenen Tagen hat sich davon nicht schrecken lassen und – vermutlich mit einem Hieb seiner Steinaxt – der Ananas etwas so Geschmackvolles entlockt, dass es noch heute in aller Munde ist.
Import aus der Neuen Welt
So reich an Schätzen die Kultur der Alten Welt bereits im 15. Jahrhundert war, kulinarisch betrachtet glich sie einer karg gedeckten Tafel. Das änderte sich erst mit der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus. Auch wenn der sich in Indien wähnte, als er das unentdeckte Land betrat, machte er diesen Irrtum doch mit unzähligen Lustbarkeiten wett, die er von seinen Expeditionen mit nach Hause brachte.
Mit der Kartoffel stillte er den Hunger des armen Volks, mit dem Tabak stimulierte er den Geist des Intellekts – und mit der Ananas versüßte er dem Adel das ohnehin schon süße Leben.
Heute muss man nicht mehr blauen Blutes sein, um die süße Frucht einer Ananas zu genießen. Ob in Reinform oder aus der Dose: Das gewisse Extra verspricht sie in jedem Fall.
espa



