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Mittwoch, 23. Mai 2012
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Rot wie die Liebe

Für Sie geerntet: Tomaten

Die verlockend roten Tomaten werden nicht umsonst auch „Liebesäpfel“ oder „Paradiesäpfel“ genannt. Über ihren erfrischenden Geschmack hinaus haben sie auch der Gesundheit viel zu bieten.

Inhaltsstoffe in 100 g verzehrbarem Anteil (Mittelwerte):
Wasser 94 g
Kohlenhydrate 2,5 – 5 g
Eiweiß 1 g
Fett 0,2 g
Ballaststoffe 1 – 1,6 g
Magnesium 14 mg
Kalzium 9 mg
Natrium 3 mg
Eisen 0,5 mg
Kalium 242 – 270 mg
Vitamin C 22–25 mg
Vitamin A 0,1 mg
Vitamin B1 0,05 mg
Vitamin B2 0,05 mg
Energie/Brennwert 70 – 88 kJ bzw. 17 – 21 kcal

In Deutschland rangieren Tomaten klar auf Platz 1 in der Hitliste der Lieblingsgemüse. Doch die Suche nach unserem heutigen Superstar hat lange gedauert …

Die Tomate wurde immer wieder neu entdeckt. Zuerst von den Azteken und Inkas, die sie in ihrer süd- und mittelamerikanischen Heimat seit etwa 200 v. Chr. kultivierten, und dann von Kolumbus, der sie um 1500 gemeinsam mit vielen anderen Nutzpflanzen aus der Neuen Welt nach Europa brachte. Hier bewunderte man den „goldenen Apfel“ zunächst jedoch nur in Zierpflanzenkübeln – bis Frankreich und Italien das schlummernde Dornröschen im 18. Jahrhundert endlich wieder für den Einsatz in der Küche erweckten. Bei uns in Deutschland aber trat die Tomate erst ab Anfang des 20. Jahrhunderts ihren Siegeszug an.

Eine gute Urlaubsvorbereitung
Neben vielen wichtigen Vitaminen und Mineralien enthalten Tomaten als besonderes Extra den Farbstoff Lycopin. Er sorgt nicht nur für das satte Rot der reifen Frucht, sondern stärkt auch unser Immunsystem. Unter anderem schützt Lycopin die Hautzellen vor schädlichen Sonnenstrahlen.

Tomaten ersetzen zwar nicht die Sonnencreme, doch Forscher haben herausgefunden: Wer über 6 – 10 Wochen täglich 40 – 45 Gramm Tomatenmark verzehrt, baut einen natürlichen Sonnenschutz von innen auf, der etwa dem Lichtschutzfaktor 2 – 3 entspricht, und zwar gleichmäßig, permanent und wasserfest.

Eine kleine „Tomatenkur“ vor der Urlaubsreise empfiehlt sich aber auch für die Figur. Denn da Tomaten hauptsächlich aus Wasser bestehen und daher sehr kalorienarm sind, können Sie hemmungslos viele davon genießen, ohne sich Sorgen um die schlanke Bikini-Linie machen zu müssen.

Lieber die Reifen als das junge Gemüse!
Von den süßen kleinen Cherrytomaten (die der Urtomate am ähnlichsten sind) bis hin zu den großen Fleischtomaten, die sich besonders gut zum Füllen und Grillen eignen, frisch oder auch mal aus der Dose, warm oder kalt genossen – Tomaten haben eine paradiesische Vielfalt an fruchtig leichten Geschmacks­erlebnissen zu bieten.

Gemeinsam mit der Kartoffel, aber auch dem Tabak oder der Tollkirsche, gehört die Tomate zur geheimnisvollen Familie der Nachtschattengewächse. Früher sagte man ihr nach, sie könne „liebeswahnsinnig“ machen. Mit wunderlichen Reaktionen bzw. schlicht mit Übelkeit oder Kopfschmerzen ist jedoch nur zu rechnen, wenn Sie unreife grüne Tomaten oder gar das Kraut der Pflanze verzehren. Lassen Sie Ihre Liebesäpfel also lieber zur vollen Röte ausreifen – am besten an einem luftigen, kühlen und trockenen Ort, aber keinesfalls im Kühlschrank.

Tomaten schmecken auch dann noch ausgezeichnet, wenn sie schon sehr weich und etwas schrumpelig geworden sind. Eine Viertelstunde in kaltes Wasser gelegt – schon sind sie wieder schnittfest.

Tipp:
Lagern Sie Tomaten nie zusammen mit anderem Obst oder Gemüse!
Denn Tomaten setzen ein Gas (Äthylen) frei, das die fruchtige Nachbarschaft schneller verderben lässt.

mimu

Fotos: convenience-guide food studio (2)