Artikel dieser Ausgabe aus Essen & Trinken
Meine Gesundheitsapotheke
Riesig-auch im Geschmack
Mit über 2800 Hektar besitzt Dithmarschen das größte Kohlanbaugebiet in Europa.
In uralten Zeiten half er gegen Skorbut, in jüngerer Vergangenheit wandelte er sich vom Leckerbissen aus dem heimischen Garten zum Industriegut und inzwischen ist er selbst aus der Feinschmeckerküche nicht mehr wegzudenken: der vielseitige Weißkohl und seine zahlreichen Artverwandten.
Kohl gehört zu den wichtigsten Kulturpflanzen, schon die Griechen und die Römer hegten und pflegten ihn. Und spätestens seit dem späten Mittelalter bereichert er fast weltweit den Speiseplan der Menschen.
Ideale Anbaubedingungen im Norden
»Kohlgarten« oder auch »Kohlhof« hießen einst die privaten Nutzgärten, aus denen sich insbesondere die ärmere Bevölkerung versorgte. Besonders beliebt machte den Kohl, neben seinem guten Geschmack, die große Anzahl an wertvollen Inhaltsstoffen, die er den Winter über in seinen Blättern lagert. Unter anderem zeichnet ihn ein hoher Vitamin-C-Gehalt aus, weshalb er in früheren Jahrhunderten, als Schutz gegen Skorbut, zum Standardproviant in den Schiffskombüsen zählte.
Die Zeitungsanzeige einer Glückstädter Gemüsefabrik im Jahr 1888 leitete den Kohl-Boom im Norden ein, in kürzester Zeit entwickelte sich im Kreis Dithmarschen der Kohlanbau zum regionalen Wirtschaftsmotor. Innerhalb weniger Jahre entstand hier ein großes Kohlanbaugebiet. Gleich drei gute Standortbedingungen sorgten dafür, dass zwischen Sylt und Hamburg die größte geschlossene Anbaufläche für Kohl in Europa entstand: Zum einen der Seewind, der die Schädlinge vertreibt, zum zweiten der fruchtbare und reichhaltige Marschboden und nicht zuletzt die häufigen Regenfälle in der Region.
Bei den alljährlichen Dithmarscher Kohltagen im September wird mit einem abwechslungsreichen und unterhaltsamen Programm auf die Besonderheiten des Kohls und auf die vielen verschiedenen Sorten aufmerksam gemacht.
Grenzenlos vielseitig
Und was kann man nicht alles mit Kohl machen: Natürlich die klassischen Kohlrouladen mit Gehacktem, die anschließend gebraten werden. In der polnischen Variante werden sie mit Reis vermischt und in Tomatensoße serviert.
Auch als wärmender Eintopf mit oder ohne Fleisch macht sich Kohl gut. Säuerlich-herzhaft in der osteuropäischen Soljanka oder knallrot und mit einem kräftigen Schuss Essig beim russischen Borschtsch mit roter Beete. Unbedingt sollten Sie den Kohl auch in der rohen Variante als Salat versuchen. Dazu schneidet man den Kohl in feine Streifen, knetet ihn drei Minuten in Salz und lässt ihn zusammen mit der Salatsoße eine Stunde ziehen.
Und zuletzt noch ein Tipp zum Vormerken: Wer am ersten Tag des neuen Jahres den Weißkohl als Sauerkraut isst, der hat, wenn man einem alten Brauch Glauben schenken mag, das ganze Jahr keine Geldsorgen!bth
Sternstunden für den Gaumen
Das 4-Sterne-Ringhotel Landhaus Gardels in St. Michaelisdonn.
Im Herzen von Deutschlands »Kohlkammer«, zwischen Geest und Marsch, wartet auf Reisende und Feinschmecker eine Erholungsinsel der ganz besonderen Art. Denn mit gut 50 Zimmern und Studios, einer attraktiven Fitness- und Saunalandschaft mit Frischwasser-Whirlpool und einem Gourmet-Restaurant bietet das Ringhotel**** Landhaus Gardels seinen Gästen traumhafte Bedingungen für einen gelungenen Aufenthalt.
Die feine Adresse wird allerdings nicht nur von Erholungssuchenden genutzt, sondern längst auch von Geschäftsleuten – immerhin bietet das rundum modernisierte Haus auch für diese Klientel perfekte Rückzugsmöglichkeiten. »Wir sind bereits als Top-Tagungshotel ausgezeichnet worden«, verrät Inhaber Jan Peters nicht ohne Stolz.
Top ist auch das Restaurant. Nicht nur, weil der Gast auf hellen Lederbänken und Stühlen Platz nehmen darf und ein elegantes Ambiente genießt. Sondern vor allem, weil Jan Peters mit Marc Schlürscheid einen exzellenten und visionären Küchenchef für sein Etablissement gewonnen hat. Der 1974 in Bensberg Geborene hat schon früh sein Herz für die lukullischen Freuden entdeckt. Dass sich dieses Interesse mit enormer Kompetenz und Freude am »Erfinden« paart, davon konnten sich namhafte Mentoren wie Dieter Müller und Henri Bach persönlich überzeugen.
Schlürscheid ist offen für nationale und internationale Einflüsse – angefangen bei den schonenden Garmethoden der asiatischen Küche über die lockere Note des Mediterranen bis hin zu herzhaften Akzenten, wie sie in Mitteleuropa gesetzt werden. Nicht zu vergessen der Respekt vor dem Lebensmittel: »Die meisten Restaurants braten das Fleisch tot – wir nicht«, sagt er – und sein sympathisches Lächeln verrät, dass er es auch so meint.
Kontakt:
Ringhotel
Landhaus Gardels
Westerstraße 15 – 19,
25693 St. Michaelisdonn
Telefon (0 48 53) 80 30,
Telefax (0 48 53) 80 31 83
E-Mail: info@gardels.de
www.gardels.de






