Artikel Essen & Trinken im Detail

 
Sie sind hier: Essen & Trinken / Artikel
Mittwoch, 23. Mai 2012
...

Opulent und gesund: die „mythische Frucht“

Für Sie geerntet: Weintrauben

Weintraube ist nicht gleich Weintraube. Als Tafeltrauben für den Frischverzehr werden größere, zartschaligere, weniger kernreiche und säureärmere Sorten ausgewählt als für Keltertrauben. In Deutsch-
land werden fast ausschließlich Keltertrauben produziert.
Weltweit dienen 80 Prozent der Ernte der Weingewinnung.

Egal, ob das nun hauptsächlich an Hollywood oder eher an den Asterix-Comics liegen mag: Ohne mit einer Toga bekleidete Menschen, die sich auf dem Liegesofa räkeln und sich dabei genüsslich die „Vitis vinifera“ (so der lateinische und auch der offizielle botanische Name der Weintraube) in den Mund wachsen lassen, könnten wir uns das Leben im alten Rom irgendwie nicht so richtig vorstellen.

Und noch heute wirkt jedes Partybuffet ohne die eine oder andere dekorative Traube recht öd und leer. Schließlich gilt dieses saftige, pralle Beerenobst seit jeher als Zeichen der Üppigkeit und des Überflusses. Es macht halt was her – je schöner geformt, desto besser!

Die Frucht der Götter

Trauben werden seit mindestens 5000 Jahren frisch oder zu Wein vergoren genossen – in Indien, Babylonien und Ägypten ebenso wie bei den alten Griechen und den Römern, die die Trauben auf ihren Eroberungszügen dann auch in Deutschland bekannt machten.

In der Antike war der Wein den süffigen Mächten des Gottes Dionysos bzw. Bacchus geweiht. In der christlichen Kunst dagegen stehen Wein, Weinstöcke und -trauben symbolisch für das Abendmahl und Jesus Christus.

Traube … gib mir Zucker!

Doch auch im ganz normalen Alltagsallerlei sollte das opulente Früchtchen immer einen Platz in unserer Obstschale finden, denn es ist zugleich auch sehr gesund. Wie schon der Name sagt, enthalten Weintrauben reichlich Traubenzucker, der uns umgehend mit neuer Energie versorgt. Sie sind auch reich an B-Vitaminen und Mineralstoffen, die Nerven, Hirn, Knochen und Zähne stärken.

Da sie verdauungsfördernd und harntreibend, entwässernd, nierenreinigend und darmregulierend wirken und den Körper gleichzeitig mit vielen wichtigen Nährstoffen versorgen, sind Weintrauben ausgezeichnet für Diät- und Entschlackungskuren geeignet.

Nicht gerade kernig – aber voll im Trend!

Kernlose Sorten wie z. B. „Lakemont seedless“ oder „Red Suffolk“, die hauptsächlich in der südlichen Hemisphäre angebaut werden, erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Vor allem für Kinder und für Menschen mit empfindlichem Magen-Darm-Trakt sind sie besser geeignet als die „kernigen Varianten“ der Frucht.

Obwohl gegen die aber auch nichts einzuwenden ist. Man sollte nur nicht direkt in die Kerne hineinbeißen, denn dann schmeckt’s bitter. Verschlucken kann man die Kerne ruhig.

Kernlosigkeit ist speziell auch dann gefragt, wenn aus den Trauben Rosinen, Sultaninen oder Korinthen gewonnen werden sollen. Dabei bleiben die Beeren über den Reifezeitpunkt hinaus an der Rebe und werden an der Luft getrocknet. Das Ergebnis ist nicht nur als Backzutat gefragt, sondern auch bestens als kleiner mineralstoffreicher Snack für zwischendurch geeignet. Allerdings enthalten getrocknete Weinbeeren im Verhältnis zu ihren frischen Kollegen das Vierfache an Kalorien. 

Tipps zur Traube

Kaufen Sie immer nur voll ausgereifte Trauben, denn die Beeren reifen zu Hause nicht nach.
Waschen Sie die Trauben erst kurz vor dem Verzehr, da der so genannte „Duftfilm“, der Kondensniederschlag auf den Beeren, die Frucht schützt.
Trauben sollten möglichst umgehend genossen werden. Für eine längere Lagerung empfiehlt sich eine Temperatur von ca. 0 °C bei 90 %iger Luftfeuchtigkeit.
Nicht nur pur oder in Obstsalaten, sondern auch zu Sauerkraut oder als Beilage zu Wild- und Geflügelgerichten sind Weintrauben ein praller Genuss.

Inhaltsstoffe in 100 g verzehrbarem Anteil
(Mittelwerte, entsprechen je nach Reife und Sorte):
 
Wasser: 81 g
Kohlenhydrate: 15 – 16 g
Eiweiß: 0,7 g
Fett: 0,3 – 0,5 g
Kalium: 192 mg
Kalzium: 18 – 20 mg
Magnesium: 9 – 10 mg
Brennwert: 286 – 305 kJ bzw. 67 – 73 kcal

mimu

Fotos: convenience-guide food studio (2)