Artikel dieser Ausgabe aus Essen & Trinken
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Mus man probieren!
Friesentorte mit Pflaumenmus
Seit Jahrhunderten schon stemmen sich die Friesen gegen die Naturgewalten – und ziehen doch meist den Kürzeren. Was einst zum Festland gehörte, ist mit der Zeit entweder gänzlich in der See versunken oder ragt als Überbleibsel – in Gestalt der Halligen – aus dem Wasser heraus. Und Hoffnung auf Besserung besteht auch nicht: Der Appetit des Blanken Hans ist einfach nicht zu stillen.
Besonders schwer traf es die Küstenregion bei der Zweiten Marcellusflut 1362, die weite Landstriche auf ewig überschwemmte und sich ganz nebenbei auch noch die Stadt Rungholt einverleibt hat. Diese schwere Katastrophe rief die Bevölkerung auf den Plan und veranlasste sie zu ersten Maßnahmen der Landgewinnung. Das Zauberwort hieß: Eindeichung. Und so entwickelten sich die Wälle zum charakteristischen Erkennungszeichen des gesamten Landstrichs.
Über kurz oder lang wird aber auch das nichts helfen. Die Nordsee wird sich mal klammheimlich, mal mit großem Getöse den einen oder anderen Festland- und auch Insel-„Happen“ gönnen, bis es eines fernen Tages nichts mehr zu verschlingen gibt.
Bis dahin aber wird noch so manche Tasse Ostfriesentee mit Kluntje und frischer Sahne gereicht – und weil auch der Friese ungern auf einem Bein genießt, gönnt er sich dazu ein Stück Friesentorte mit Pflaumenmus. Denn wenn man schon untergehen muss, dann bitte mit Stil
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