Artikel dieser Ausgabe aus Essen & Trinken
Meine Gesundheitsapotheke
Mit ihr ist gut Kirschen essen
Für Sie geerntet: Kirschen
Oh Cherie, wie haben wir dich vermisst! Nun ist die „Lady in red“ zurück. Einmal mehr, um erneut zahlreiche Gaumen zu verführen.
Als einer der Ersten Europäer verfiel der römische Feldherr und Konsul Lucullus ihrem Charme. Während eines seiner Eroberungszüge stieß er in der kleinasiatischen Stadt Giresun auf die knackige Frucht, „Keras“ genannt.
Diese fand ihren Weg über Rom schließlich auch nach Germanien. Mittlerweile werden Kirschen rund um den Globus angebaut, den Bärenanteil mit gut 80 % der jährlichen Welternte aber stellt Europa.
Fruchtbarer Boden für die Ernährung
Die Kirsche zählt zu den nicht-klimakterischen Früchten. Dies bedeutet, dass sie nach der Ernte nicht nachreift. Was aber angesichts einer derart ausgereiften Leistung auch nicht ins Gewicht fällt.
Sie ist reich an Vitamin B, C und E, darüber hinaus versorgt sie den Körper mit Fluor, Kalium und Kalzium. Sie gilt als entzündungshemmend und soll vor Gicht schützen. In der Naturheilkunde wird sie als Mittel gegen Parodontose und Arthritis verwendet.
Im Land der aufgehenden Sonne
Ganz andere Blüten hat die Kirsche in Japan getrieben – und hierbei sogar der dort hoch geachteten Pflaume den Rang abgelaufen. Ihre Blüten stehen für Reinheit und Zartheit, symbolisieren aber auch die Schönheit und Vergänglichkeit des Lebens.
Seit nunmehr knapp einem Jahrtausend verehren die Japaner den Kirschbaum. „Hanami“ heißt das Fest der Kirschblüte, um das ein Riesenrummel betrieben wird. So werden auch in den Nachrichten immer wieder „Wasserstandsmeldungen“ abgegeben, die über den aktuellen Stand der Blüte informieren. Ist der „Mankei“ (volle Blüte) erreicht, gibt es kein Halten mehr.
In den Parks sieht man dann die Bäume vor lauter Menschen nicht. Doch muss man nicht unbedingt in die Ferne reisen, um diesem Spektakel beizuwohnen. Seit 1968 wird dieses Fest auch an der Hamburger Außenalster gefeiert.
„Gib mich die Kirsche!“
Mag dieser aus dem Fußball stammende Aufruf auch nicht gerade zur Nachahmung emfohlen sein – die Aussage dahinter stimmt. Die Kirschsaison ist kurz, und schließlich möchte doch jeder wenigstens einmal im Jahr in einen im wahrsten Sinne des Wortes lukullischen
Genuss kommen.




